VfB Stuttgart Bredlow-Patzer ebnet Bayer den Weg ins Viertelfinale

, aktualisiert am 05.02.2020 - 21:09 Uhr
Dicker Patzer: VfB-Keeper Fabian Bredlow faustet sich den Ball selbst ins Netz. Foto: Pressefoto Baumann

Leverkusen. Ein kurioses Eigentor von Torhüter Fabian Bredlow hat den VfB Stuttgart im Pokal-Achtelfinale gegen Bayer Leverkusen auf die Verliererstraße gebracht. Den ersten Gegentreffer bei der knappen 1:2-Niederlage am Mittwochabend faustetet sich der 24-jährige Schlussmann der Schwaben, der in der Liga eigentlich nur die Nummer zwei ist, selbst ins Netz (71.) - und ebnete dem Bundesligisten so den Weg ins Viertelfinale.

Dabei hatten die Stuttgarter im Duell mit der Werkself lange Zeit sehr gut mitgehalten. Letztlich fehlte der VfB-Offenisve die Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Kasten. Der Zweitliga-Dritte aus Stuttgart kassierte so im dritten Pflichtspiel unter dem neuen Trainer Pellegrino Matarazzo zwar die erste Niederlage, die Leistung dürfte für den Aufstiegskampf aber eher Mut machen.

Sven Mislintat: "Es war mehr drin"

Sportdirektor Sven Mislintat fand dafür nach dem Abfiff lobende Worte: "Es war mehr drin. Es war eine Top-Leistung. Wir hätten mindestens die Verlängerung verdient gehabt." Bayers Mittelfeldspieler Kerem Demirbay fasste den Abend mit folgenden Worten zusammen: "Auch wenn es definitiv nicht unser bestes Spiel war: Wir haben gewonnen – und das ist alles, was am Ende zählt." Im Bayer-Team kam 17-Millionen-Neuzugang Exequiel Palacios zu seinem Debüt in der Werkself. Nationalspieler und Jungstar Kai Havertz durfte erstmals die Leverkusener Mannschaft in einem Pflichtspiel als Kapitän auf das Spielfeld führen. Der 20-Jährige war bei den lange verhalten agierenden Gastgebern noch der auffälligste Spieler. Beinah an jeder gefährlichen Aktion war der Mittelfeldspieler vor der Pause beteiligt.

Stuttgart von Beginn an hellwach 

So verfehlte Havertz (12.) aus 20 Metern nur knapp das Tor. Sechs Minuten später scheiterte er an VfB-Torwart Bredlow aus kurzer Entfernung. Kurz vor dem Wechsel traf Havertz zwar nach einem Kopfball von Lucas Alario ins Tor. Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus entschied aber nach Videobeweis auf Abseits. Schon in der 39. Minhute hatte Moussa Diaby bei seinem Treffer deutlich im Abseits gestanden.

Ansonsten ließ der VfB Stuttgart mit seiner gut gestaffelten Deckung wenig zu. Trainer Pellegrino Matarazzo hatte seine Startelf gleich auf sechs Positionen im Vergleich zum 1:1 im Liga-Spiel beim FC St. Pauli am Samstag verändert. Besonders schmerzlich war der Ausfall von Kapitän Marc-Oliver Kempf nach seinem Kieferbruch.  Die Schwaben waren dennoch von Beginn an hellwach. Mit ihren wenigen Kontern brachten sie Bayer immer wieder in Verlegenheit und deckten dabei Schwächen in der Leverkusener Defensive auf. Die beste Chance hatte Silas Wamangituka (26.), der mit seinem Schuss nur die Latte des Bayer-Tores traf. 

Bayer-Offensive tut sich schwer

Auch nach der Pause besaß Leverkusen deutlich mehr Spielanteile. Ein Tor von Alario (53.) wurde erneut wegen Abseits nicht anerkannt. Und auch Havertz (65.) stand bei seinem vermeintlichen Treffer wie schon kurz vor der Pause im Abseits. Trotz der Überlegenheit tat sich Bayer weiter schwer. Durch eigene Schlampigkeiten geriet der Spielaufbau immer wieder ins Stocken. Stuttgart verteidigte geschickt, hatte aber im zweiten Durchgang nur wenige Aktionen nach vorne. 

Als die Partie dahin zu plätschern drohte, sorgte ausgerechnet VfB-Torhüter Bredlow (71.) mit seinem ersten Missgeschick für die Leverkusener Führung. Wenig später wehrte er den Ball nach einem Schuss direkt auf Alarios Fuß, von wo aus der Ball in einer Bogenlampe ins Tor fiel. Wamangituka (85.) sorgte noch einmal für Hoffnung bei den Schwaben. Am Ende reichte es für die Leverkusener.

Für den VfB Stuttgart geht es am Samstag in der Liga mit einem Heimspiel gegen Erzgebirge Aue weiter (13 Uhr/ZVW-Liveticker). Die Werkself empfängt am kommenden Wochenende Borussia Dortmund in der heimischen Arena (Samstag/18.30 Uhr).


Bayer 04 Leverkusen - VfB Stuttgart 2:1 (0:0)

Leverkusen: Hradecky - Weiser, S. Bender (46. Tah), Dragovic, Sinkgraven - Palacios, Demirbay, Bellarabi, Havertz, Diaby (67. Amiri) - Alario

Stuttgart: Bredlow - Castro, Endo, Phillips, Stenzel - Mangala - Massimo (58. Mola), Förster (79. Egloff), Didavi (67. Klimowicz), Gonzalez - Wamangituka

Tore: 1:0 Bredlow (71./ET), 2:0 Alario (83.), 2:1 Wamangituka (85.)

Schiedsrichter: Bibiana Steinhaus (Langenhagen)

Zuschauer: 20.320

Gelbe Karten: Weiser (30.), Hradecky (85.) / Gonzalez (90.)

  • Bewertung
    4
Der ZVW Morgen-Newsletter

Gut informiert in den Tag starten. Einfach kostenlos anmelden.

 

Heute in Ihrer Tageszeitung

Lust auf mehr?

Lesen Sie Ihre Zeitung immer und überall digital: Hier ePAPER-Angebote entdecken!