VfB Stuttgart Daniel Didavi: Der Unterschiedspieler

Beim Freistoß aus rund 20 Metern schnappte sich Didavi vor anderen Kandidaten den Ball und schlenzte ihn dann mit dem linken Fuß ins linke obere Eck zu seinem sechsten Saisontor. Foto: Pressefoto Baumann
Stuttgart.

Sein 30. Geburtstag ließ Daniel Didavi kurz schlucken - dann spornte sein Alter ihn zusätzlich an. Als Schlüsselspieler führte der Ersatzkapitän den VfB Stuttgart mit dem 2:0 gegen den SSV Jahn Regensburg erstmals nach rund vier Monaten wieder auf den zweiten Tabellenplatz, den direkten Aufstiegsplatz der 2. Fußball-Bundesliga. „Mit 30 merkt man, dass man langsam alt wird, gerade wenn man den Fußball sieht. Ich wollte es allen nochmal beweisen, dass es noch nicht vorbei ist“, sagte der feine Techniker mit einem Schmunzeln nach seinem entscheidenden Tor.

„Wenn er so spielt, ist er nicht wegzudenken aus unserem Spiel“

Am Sonntag wollte Didavi mit der Familie nachfeiern und „vielleicht“ auch eine Torte genießen, an seinem eigentlichen Geburtstag am Freitag hatte er wegen der anstehenden Aufgabe gegen Regensburg „gar nichts gemacht“. Und das hat sich womöglich ausgezahlt. Mit dem sechsten Zweitliga-Heimsieg in Serie wechselte der VfB in der Tabelle mit dem patzenden Hamburger SV die Position. Und Freistoß-Torschütze Didavi zeigte, dass er rechtzeitig vor den entscheidenden Wochen für die ersehnte Rückkehr in die Fußball-Bundesliga seine Form gefunden hat. Statt ein Ausfall oder Wackelkandidat wie in der vergangenen Saison ist der verletzungsanfällige Nürtinger derzeit ein zentraler Faktor, ein echter Unterschiedspieler. „Dida hat aus meiner Sicht ein hervorragendes Spiel gemacht, nicht nur wegen des 1:0. Er war immer anspielbar, hat die Bälle gesichert, in engen Räumen durchkombiniert“, lobte Trainer Pellegrino Matarazzo. „Wenn er so spielt, ist er nicht wegzudenken aus unserem Spiel.“ Sportdirektor Sven Mislintat meinte, Didavi sei „heiß gelaufen“. Didavis für die 2. Liga außergewöhnliche individuelle Klasse war es, die den Schwaben zu drei Punkten Vorsprung auf den Rivalen HSV verhalf. Beim Freistoß aus rund 20 Metern schnappte er sich vor anderen Kandidaten wie Pascal Stenzel den Ball und schlenzte ihn dann mit dem linken Fuß ins linke obere Eck zu seinem sechsten Saisontor.

„Es ist immer die Frage bei ihm, wie lange sein Körper durchhält“

Es lief die 58. Minute, mit dem schnell folgenden 2:0 von Gonzalo Castro in der 59. Minute war die Partie entschieden. Kurz zuvor hätte es 0:1 stehen können, doch Schiedsrichter Harm Osmers erkannte den Treffer nach einem Zweikampf zwischen Marco Grüttner und VfB-Torhüter Gregor Kobel ebenso wieder ab wie zuvor das Tor von Orel Mangala. „Alles, was er macht, hat Hand und Fuß“, lobte Castro seinen Kollegen Didavi und warnte zugleich: „Es ist immer die Frage bei ihm, wie lange sein Körper durchhält.“ Momentan kommt es den Stuttgartern zugute, dass der Kreativspieler schmerzfrei ist, gegen Aue hatte er sogar zwei Tore geschossen. In der Hinrunde hatte ihn wie in der vergangenen Saison eine Verletzung aus der Bahn geworfen.

13 von 15 möglichen Punkten in fünf Spielen unter Matarazzo hat der VfB nun geholt und in der Defensive Stabilität gewonnen. Es ist lange her, dass der Aufstiegsfavorit auf dem zweiten Tabellenplatz stand, seit Ende Oktober war die Elf nicht mehr so gut platziert. Didavi war aber dennoch nicht vollends zufrieden und wies auf weiter bestehende Probleme hin. „Wir spielen die letzten Pässe oft zu unsauber. Wir machen zu wenig Tore“, meinte er und forderte: „Wir müssen punkten. Gegen Fürth müssen wir auch gewinnen, sonst hat der Sieg wieder nichts gebracht.“ Ohne seine Heimstärke stünde der VfB längst nicht so gut im Aufstiegsrennen da.

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