VfB Stuttgart Der XXL-Kader ist Chance und Risiko zugleich

Dichtes Gedränge um Cheftrainer Tim Walter: 29 Profis sollen dem VfB die Bundesliga-Rückkehr sichern. Foto: ZVW/Benjamin Büttner

Stuttgart. Mit einem XXL-Kader geht der VfB Stuttgart die Mission Wiederaufstieg an. Das 2:1 gegen den VfL Bochum hat gezeigt, dass sich starke Einwechselspieler auszahlen können. Doch es besteht auch die Gefahr für Unstimmigkeiten - wie im Fall Santiago Ascacibar. Das große Aufgebot ist Chance und Risiko zugleich.

Für die kleinen Fans am VfB-Trainingsgelände ist Mario Gomez die Nummer eins. Immer wieder rufen die Jungen und Mädchen am Dienstagvormittag seinen Namen. Im XXL-Kader des VfB Stuttgart aber hat es der frühere Fußball-Nationalstürmer bei all der Konkurrenz auch in der 2. Bundesliga schwer. Am Ende des heißen Transfer-Sommers (hier finden Sie alle Zu- und Abgänge im Überblick) sind es noch immer 29 Profis, die dem Aufstiegsfavoriten die Rückkehr in die erste Liga sichern sollen. Das enorme Angebot birgt auch Gefahr für Frust und Zwist, ist Chance und Risiko zugleich.

"Jeder muss sich dem Leistungsprinzip unterordnen"

Für den 34-jährigen Gomez, zuletzt ein wenig angeschlagen, war am Montagabend beim 2:1 gegen den VfL Bochum erst ab der 90. Minute Platz. "Jeder muss sich dem Leistungsprinzip unterordnen. Die Mannschaft geht gut damit um. Sie wissen, dass wir, um den Aufstieg schaffen zu können, Qualität im Kader brauchen", sagt Trainer Tim Walter. Er wehrt sich gegen Kritik am zu großen Kader. Talente, Verletzte, Torhüter - das relativiere die Zahl, zählt der 43-Jährige auf.

Mit elf Punkten aus den ersten fünf Spieltagen und als ungeschlagener Tabellenzweiter kann der VfB aus sportlicher Sicht in Ruhe in die Länderspielpause gehen. Doch schon an der Suspendierung von Santiago Ascacibar zeigt sich die Gefahr für Unmut. Welche disziplinarischen Gründe dazu führten, dass der eigentlich mannschaftsdienliche Argentinier am Montag nicht im Kader stand, behielt Walter für sich.

Im Mittelfeld kämpfen neben Stammspieler Atakan Karazor und Ascacibar der langjährige Bundesliga-Profi Gonzalo Castro, Philipp Klement, Orel Mangala, der japanische Nationalspieler Wataru Endo und Daniel Didavi um vier Plätze. Dazu kommen die Talente Mateo Klimowicz und Tanguy Coulibaly und seit dem letzten Tag der Transferperiode Philipp Förster. Der ehemalige VfB-Junior kam kurz vor dem Ablauf der Transferfrist vom SV Sandhausen zurück und verstärkt das Gedrängel zusätzlich.

Sven Mislintat verabschiedet sich in einen kurzen Urlaub

20 Zu- und 19 Abgänge verbuchte der VfB mit dem rastlosen Sven Mislintat. Der erschöpfte Sportdirektor verabschiedete sich nun erst einmal in einen kurzen Urlaub. Erst nach Mitternacht hatte der VfB den Abschied des griechischen Angreifers Anastasios Donis zu Stade Reims als perfekt vermeldet. Zunächst per Leihgabe, im Falle des Klassenerhalts mit einer Kaufverpflichtung für die Franzosen.

Als Konkurrent für Gomez machte auch Millionen-Einkauf Silas Wamangituka bei seinem Startelf-Debüt auf sich aufmerksam. Der 19-Jährige hatte gegen Bochum wie Hamadi Al Ghaddioui den Vorzug vor Gomez und Nicolas Gonzalez bekommen.

Wirbelwind Gonzalez traf nach der Führung durch Daniel Didavi (19. Minute) und dem Ausgleich durch Silvere Ganvoula (40.) schon kurz nach seiner Einwechslung zum 2:1 (48.). Auch der Argentinier dürfte Pluspunkte gegenüber Gomez gesammelt haben. "Wenn er gut trainiert und die Dinge macht, die ich von ihm erwarte, dann muss es keine Jokerrolle sein", sagte Walter über Gomez.


Alle Zu- und Abgänge im Überblick:

Zugänge: Philipp Klement (SC Paderborn), Atakan Karazor (Holstein Kiel), Mateo Klimowicz (Instituto AC Cordoba), Pascal Stenzel (SC Freiburg/Leihe), Hamadi Al Ghaddioui (Jahn Regensburg), Fabian Bredlow (1. FC Nürnberg), Roberto Massimo (Arminia Bielefeld/Leihende), Orel Mangala (Hamburger SV/Leihende), Marcin Kaminski (Fortuna Düsseldorf/Leihende), Gregor Kobel (TSG 1899 Hoffenheim/ausgeliehen), Tanguy Coulibaly (Paris Saint-Germain), Maxime Awoudja (FC Bayern München), Sasa Kalajdzic (Admira Wacker Mödling), Nathaniel Phillips (FC Liverpool/ausgeliehen), Silas Wamangituka (Paris FC), Wataru Endo (VV St. Truiden/ausgeliehen), Nikolas Nartey (1. FC Köln), Philipp Förster (SV Sandhausen)

Abgänge: Ron-Robert Zieler (Hannover 96), Benjamin Pavard (FC Bayern München), Anto Grgic (FC Sion), Hans Nunoo Sarpei (SpVgg Greuther Fürth), Alexander Meyer (SSV Jahn Regensburg), Alexander Esswein (Hertha BSC/Leihende), Steven Zuber (1899 Hoffenheim/Leihende), Ozan Kabak (FC Schalke 04), Ailton (FK Quarabag/verliehen), Erik Thommy (Fortuna Düsseldorf/verliehen), Leon Dajaku (FC Bayern München II), David Kopacz (Gornik Zabrze/verliehen), Chadrac Akolo (SC Amiens/verliehen), Timo Baumgartl (PSV Eindhoven), Nikolas Nartey (Hansa Rostock/verliehen), Anastasios Donis (Stade de Reims/verliehen)


WhatsApp-Newsletter zum VfB Stuttgart

  • Schneller und einfacher geht's nicht: VfB-News direkt auf's Handy per WhatsApp. Mit unserem VfB-Newsletter bleiben Sie auf Ballhöhe und sind immer bestens informiert. Hier zeigen wir Ihnen, wie Sie sich anmelden können
  • Sie haben unseren ZVW-WhatsApp-Newsletter bereits abonniert und wollen zusätzlich noch den VfB-Newsletter erhalten? Dann schicken Sie uns einfach via WhatsApp eine kurze Nachricht und wir schalten Sie für unseren neuen Service frei.
  • Bewertung
    3
 

Heute in Ihrer Tageszeitung

  • Waiblinger Kreiszeitung
  • Schorndorfer Nachrichten
  • Winnender Zeitung
  • Welzheimer Zeitung
Lust auf mehr?

Lesen Sie Ihre Zeitung immer und überall digital: Hier ePAPER-Angebote entdecken!