VfB Stuttgart Die Vorlage genutzt, aber der Druck bleibt hoch

Steht weiter unter Erfolgsdruck: Stuttgarts Cheftrainer Tim Walter. Foto: ZVW/Benjamin Büttner

Stuttgart.
Der 3:1-Erfolg gegen den 1. FC Nürnberg war der dritte Heimsieg in Serie für den VfB Stuttgart. Der Dreier gegen die abstiegsbedrohten Franken verschafft auch Trainer Tim Walter etwas Luft, der nach zuvor fünf Pleiten aus den letzten sieben Spielen in die Schusslinie geraten war. Die Schwaben haben die Vorlagen der Konkurrenz genutzt, doch der Druck bleibt weiter hoch. Der Sieg gegen Nürnberg taugt zudem nicht zum Befreiungsschlag. Zu uninspiriert und behäbig war der Auftritt über weite Phasen der ersten Halbzeit. Der Stuttgarter Trainer und seine Mannschaft stehen also weiter unter strenger Beobachtung durch Fans und die sportlich Verantwortlichen. Immerhin hielt der Auftritt gegen den FCN auch einige positive Aspekte bereit:

Wechsel und Umstellungen sitzen: Zur Pause war das Comeback von Spielmacher Daniel Didavi beendet. „Seine Auswechslung war eine reine Vorsichtsmaßnahme“, sagte Tim Walter am Dienstag. Die Luft reicht beim 29-jährigen Mittelfeldspieler nach seiner achtwöchigen Verletzungspause noch nicht für 90 Minuten. Der explosive Silas Wamangituka kam in die Partie – und prompt wurde das bis Stuttgarter Offensivspiel belebt. Auch die Umstellung auf dem linken Flügel – Gonzalo Castro auf die Linksverteidigerposition, Borna Sosa dafür ins Mittelfeld – trugen zur Wende bei. Der VfB agierte fortan druckvoller und verdiente sich so den Sieg gegen die Nürnberger.

Den Widerständen getrotzt: Gegen den FCN hat der VfB erstmals seit dem Last-Minute-Sieg gegen den FC St. Pauli am 3. Spieltag einen Rückstand in einen Erfolg gedreht. Zudem trotzte Stürmer Mario Gomez allen Widerständen und belohnte sich mit einem Tor und einer Vorlage. „Was meine Mannschaft an Mentalität, an Leidenschaft an den Tag gelegt hat, das war sehr gut. Sie wollten unbedingt und haben das auch auf den Rasen gebracht“, so Trainer Tim Walter. „Die Jungs sind davon überzeugt, dass der eingeschlagene Weg der richtige ist. Die Moral und der Teamgeist stimmen.“

Kontinuität in der Zentrale: Zum dritten Mal in Folge durfte Wataru Endo im Stuttgarter 4-1-4-1-System auf der Sechserposition vor der Abwehr ran. Und der Japaner verrichtete seine Arbeit wie schon gegen Karlsruhe und Sandhausen ohne Fehl und Tadel. Seine Laufleistung (11,54 Kilometer) und Passquote (88 Prozent) waren stark. Die Leihgabe aus Belgien erzielte in Halbzeit eins sogar seinen ersten Treffer im VfB-Trikot. Der Treffer wurde allerdings nach Intervention des Videoassistenten zurückgenommen. Einem erneuten Startelfeinsatz am nächsten Spieltag steht nichts im Weg.

Patzer der Konkurrenz genutzt: „Endlich haben wir mal die Vorlage genutzt“, freute sich Sportdirektor Sven Mislintat. Bielefeld (2:2 gegen den KSC) und der HSV (0:1 gegen Heidenheim) hatten bereits am Freitagabend Punkte liegen lassen. Der VfB rückt so durch den Sieg im Flutlichtspiel wieder auf den dritten Tabellenplatz und steht dort punktgleich mit den Hamburgern (29) und vier Zähler hinter dem Spitzenreiter aus Ostwestfalen (33). Am nächsten Spieltag müssen die Schwaben direkt wieder am Montagabend ran. Dieses Mal geht es gegen den SV Darmstadt 98. „Da müssen wir nachlegen. Unser Anspruch muss sein, dort drei Punkte zu holen“, fordert Sven Mislintat. 

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