VfB Stuttgart "Ein erster kleiner Schritt"

Der VfB und die Porsche AG erweitern ihre Zusammenarbeit und starten in diesem Zuge eine gemeinsame Partnerschaft im Rahmen der Jugendförderung „Turbo für Talente“. Foto: Galm / ZVW

Stuttgart.
Es war der mit Abstand skurrilste Auftritt auf der diesjährigen turbulenten Mitgliederversammlung des VfB Stuttgart: Uwe Hück, Betriebsratschef bei Porsche, hatte in einem minutenlangen Monolog ohne klare Botschaft über seine Leistungen beim Stuttgarter Autobauer aus Zuffenhausen referiert. Ein Bezug zum Fußball-Zweitligisten gab es erst, als Hück mehr oder weniger deutlich ein Engagement von Porsche für die Jugendabteilung des VfB in Aussicht stellte.

Türöffner Wolfgang Dietrich

Was der 54-Jährige auf der Mitgliederversammlung angekündigt hatte, wurde nun am Mittwoch realisiert: Der VfB und die Porsche AG erweitern ihre Zusammenarbeit und starten in diesem Zuge eine gemeinsame Partnerschaft. Eine konkrete Summe nannte der VfB Stuttgart zwar nicht. Im Umfeld munkelt man jedoch von etwa 500.000 Euro. Unter dem Motto "Turbo für Talente" fördert Porsche bereits seit Jahren den Nachwuchs von RB Leipzig, den Stuttgarter Kickers sowie der SG Sonnenhof Großaspach. Auch bei den Bietigheim Steelers und den Riesen Ludwigsburg ist der Konzern aktiv.

Bisher trat Porsche als VfB-Sponsor eher nachrangig in Erscheinung, etwa im Bereich der Bandenwerbung. Der neue VfB-Präsident Wolfgang Dietrich hat sich nun als Türöffner für ein erweitertes Engagement herausgestellt. Der Unternehmer verfügt über gute Kontakte nach Zuffenhausen. Nach Dietrichs Einstieg bei den Stuttgarter Kickers entstand ebenfalls eine Partnerschaft mit Porsche.

Porsche zukünftig der Hauptpartner der VfB-Fußballschule

Neben der bisherigen Präsenz auf den Stadionbanden ist Porsche zukünftig der Hauptpartner der VfB-Fußballschule, die alle fußballbegeisterten Kinder anspricht sowie aktiv Talentsuche und -förderung betreibt. Jährlich veranstaltet die Fußballschule mehr als 60 Camps, in denen Kinder und Jugendliche unter professioneller Anleitung von VfB Trainern unter anderem bei lokalen Vereinen geschult werden.

Mit Beginn der Rückrunde wird Porsche innerhalb der Partnerschaft bei Heimspielen des Zweitligisten auf den LED-Banden am Spielfeldrand bewerben. Weiterhin sind Treffen zwischen Auszubildenden von Porsche und Spielern sowie Verantwortlichen des VfB Nachwuchsleistungszentrums zum gegenseitigen Kennenlernen der Ausbildungsstätten vorgesehen. Der VfB wird zudem monatlich Trainingstipps für alle Nachwuchskicker auf der Webseite der Porsche Jugendförderung bereitstellen.

"Ein gutes Signal und ein erster kleiner Schritt"

„Wenn sich eine solch starke Marke wie Porsche für den Ausbau der Partnerschaft mit dem VfB Stuttgart entscheidet, dann ist das ein gutes Signal und ein erster kleiner Schritt im Hinblick auf die strategische Neuausrichtung der Förderer-Struktur unseres Nachwuchsleistungszentrums“, kommentierte Jochen Röttgermann, Vorstand Marketing und Vertrieb des VfB Stuttgart, die neue Partnerschaft.

VfB-Präsident Wolfgang Dietrich hatte die Umbauarbeiten im Nachwuchs zu seinem Amtsantritt ganz oben auf seine Agenda gesetzt. „Andere Vereine haben uns da überholt. Wir wollen aber wieder da hinkommen, wo wir einmal waren“, sagte er, „die Nummer eins in Deutschland werden.“ Dietrich hat einen „Fünf- bis Zehn-Jahres-Plan“ im Kopf, der unter anderem vorsieht, den Jugendbereich „von den Finanzströmen des Profivereins abzukoppeln“. Der mögliche Einstieg von Porsche könnte nun ein erster Schritt in die richtige Richtung sein.

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