VfB Stuttgart Erzgebirge Aue im Check: Underdog war einmal

Aue/Stuttgart.

Nach dem Unentschieden auf St. Pauli (1:1) und dem Pokal-Aus gegen Bayer Leverkusen (1:2) setzt der VfB Stuttgart im Spiel gegen Erzgebirge Aue am Samstag (13 Uhr / ZVW-Liveticker) wieder auf seine Heimstärke. Die Schwaben benötigen im vierten Spiel innerhalb von elf Tagen dringend einen Dreier, um weiter Druck auf das Spitzenduo aus Bielefeld und Hamburg auszuüben. Der Gegner aus dem Erzgebirge ist aber alles andere als leicht zu bespielen.

So verlief Aues erste Saisonhälfte

Tabellenplatz sechs und mit 30 Punkten näher an den Auf- als an den Abstiegsrängen – dennoch werden die Realisten aus dem Erzgebirge kaum von der ersten Liga träumen. Das Selbstbewusstsein ist aber definitiv gestiegen: „Wir sind nicht mehr das kleine Aue“, hatte Mittelfeldspieler Clemens Fandrich zum Ende der Hinrunde verlauten lassen – und das vollkommen zu recht. Die Rolle des Underdogs ist Geschichte. Die Sachsen standen in dieser Spielzeit nie schlechter da als Platz sieben. Im heimischen Erzgebirgsstadion ist eine der erfahrensten Mannschaften der Liga (Altersschnitt von 28,2 Jahren) sogar noch ungeschlagen – bei sieben Siegen und drei Remis: „Es tut inzwischen jedem Gegner weh, hierher zu fahren“, sagte Fandrich in der Winterpause der Deutschen Presseagentur. Bei der Bilanz auf fremden Plätzen besteht allerdings Nachholbedarf: Von 10 Auswärtsspielen konnte nur eines gewonnen werden, sechs gingen verloren. Auch wenn die Verantwortlichen um Präsident Helge Leonhardt mit der bisherigen Saison überaus zufrieden sein dürften, gibt diese Statistik dem Favoriten aus Stuttgart berechtigte Hoffnung, einen wichtigen Heimsieg einfahren zu können.

Was im Winter geschah

Auch die Sachsen zog es in der Vorbereitung auf die „Restrunde“ in den warmen Süden, genauer gesagt nach Andalusien. Vom 7. bis zum 17. Januar arbeitete die Mannschaft unter strenger Aufsicht von Dirk Schuster intensiv an einer guten Ausgangslage für die verbleibenden 16 Ligaspiele. Die Vorzeichen hierfür waren alles andere als perfekt: Neben den Langzeitverletzten Fabian Kalig und Steve Breitkreutz konnte auch Mittelfeldspieler Dominik Wydra nicht das komplette Mannschaftstraining absolvieren. Auch aufgrund der angespannten Personallage zeigten die Auer Profis in den Testspielen gegen die Drittligisten Magdeburg (1:1) und Unterhaching (2:3) durchwachsene Leistungen. Zurück im Erzgebirge, konnte zumindest das letzte Vorbereitungsspiel gegen den Regionalligisten Lok Leipzig erfolgreich gestaltet werden (3:1) und auch der Start ins Jahr 2020 hat durchaus das Prädikat „ordentlich“ verdient – so gab es zuletzt ein Unentschieden (0:0) gegen den Tabellenführer Bielefeld.

Ausblick auf das Spiel beim VfB

Bereits beim 0:0 im Hinspiel Ende August haben die Schwaben einen ersten Eindruck davon bekommen, wie unangenehm Erzgebirge Aue zu bespielen sein kann. Mit unfassbarer Geschlossenheit und guter Defensivarbeit war es den Hausherren zu Beginn der Hinrunde gelungen, dem favorisierten VfB Stuttgart zwei wichtige Punkte abzunehmen. Der Abwehrverbund erwies sich im Saisonverlauf als große Stärke der Erzgebirgler: Fünfmal blieb die Elf von Dirk Schuster ohne Gegentreffer – ein Top-Wert im Unterhaus des deutschen Fußballs. Wie bei vielen defensiv orientierten Mannschaften üblich, drückt der Schuh im Spiel nach vorne, wo Aue bereits sechsmal ohne eigenen Treffer geblieben ist. Ein äußerst heimstarker VfB, der acht von zehn Partien in der Mercedes-Benz-Arena für sich entscheiden konnte, muss sich beim Blick auf diese Zahlen also nicht verstecken.

Die Einschätzung von VfB-Coach Matarazzo

Der Stuttgarter Trainer war durchaus angetan von der Leistung seiner jungen Mannschaft im Pokal bei Bayer Leverkusen. Ähnliche Tugenden wie beim Ausscheiden unter der Woche möchte Matarazzo auch im Heimspiel gegen Aue sehen: „Das wird taktisch natürlich ein ganz anderes Spiel. Wir brauchen aber die gleiche Intensität und tiefen Läufe wie zuletzt in Leverkusen.“ Erzgebirge Aue, vor der Saison als Underdog gestartet, „macht es sehr gut“, so Matarazzo, der die Stärken der Sachsen wie folgt beschreibt: „Sie stehen tief und kontern gut. Dazu haben sie mit Dirk Schuster einen sehr erfahrenen Trainer.“ Dass die Gäste auf dem sechsten Tabellenplatz stehen, ist für den VfB-Coach keine Überraschung: „Sie zeigen immer wieder, dass sie in der Lage sind, die Großen zu ärgern. Wir müssen Aue absolut ernst nehmen.“

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