VfB Stuttgart Fragen & Antworten zur Mitgliederversammlung

Am 01. Juni stimmen die VfB-Mitglieder auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung über die geplante Ausgliederung ab. Foto: Archiv Galm / ZVW

Stuttgart.
Auf die Mitglieder des VfB Stuttgart wartet in dieser Woche eine richtungsweisende Versammlung: Am 1. Juni stimmen die "Dunkelroten" auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung über die Zukunft des Vereins ab.

Die Vereinsführung möchte die Profiabteilung in eine Aktiengesellschaft (AG) ausgliedern. Dafür benötigt der Vorstand das Vertrauen seiner Mitglieder und in harten Zahlen: Eine Dreiviertelmehrheit. Wie viele Mitglieder werden erwartet, was sind die Themen und wie lange wird das Zusammenkommen der VfB-Familie dauern? Wir beantworten die wichtigsten Fragen zur wegweisenden Mitgliederversammlung:

Wo findet die außerordentliche Mitgliederversammlung statt?

Die wegweisende Versammlung findet am Donnerstag, den 1. Juni 2017, unter freiem Himmel in der Mercedes-Benz Arena statt, ist also quasi das letzte Heimspiel der Saison. Jedes Mitglied erhält einen Essens- und Getränkegutschein und bekommt zudem ein aktuelles Trikot geschenkt.


Wann geht es los?

Die Veranstaltung beginnt um 18:30 Uhr (ZVW-Liveticker). Der Einlass startet bereits um 16:30 Uhr an der Drehkreuzanlage der Cannstatter Kurve und Haupttribüne. Der Verein rechnet mit einer hohen Besucheranzahl und bittet deshalb um eine frühe Anreise. Gegen Vorlage eines gültigen Mitgliedsausweises kann im Parkhaus P1 und auf dem Wasenparkplatz P10 kostenlos geparkt werden, solange Kapazitäten vorhanden sind.

Damit es beim Einlass zu keinen langen Wartezeiten kommt bittet der Verein darum, keine Rucksäcke oder Taschen mitzuführen. Kleine Handtaschen sind erlaubt. Das Mitbringen von Schirmen mit feststehendem Stock ist nicht gestattet, „Knirpse“ hingegen sind erlaubt.


Wie viele Mitglieder werden erwartet?

Aufgrund der hohen Bedeutung der außerordentlichen Mitgliederversammlung erwartet der Verein einige tausend stimmberechtigte Mitglieder. Bei der letzten MV im Oktober 2016 kamen rund 4.000 VfB-Mitglieder in die Schleyerhalle.

Am Donnerstag werden es wohl noch ein paar mehr werden. Präsident Wolfgang Dietrich würde sich über eine picke packe volle Haupttribüne (etwa 11.000 Plätze) freuen. „Das wäre mein Traum“, so der 68-Jährige.


Was sind die Themen?

Der Vorstand des VfB Stuttgart möchte nach dem Aufstieg in die Bundesliga den nächsten Schritt gehen und den Verein mittelfristig wieder im oberen Drittel der Bundesliga etablieren. Dazu will die Vereinsführung die Abteilung Profifußball (bis zu U 16) in eine Aktiengesellschaft ausgliedern.

Der VfB Stuttgart 1893 e.V. hätte dann eine weitere Tochtergesellschaft - die VfB Stuttgart 1893 AG - in welcher der Lizenzspielerbereich angesiedelt sein soll. Durch den Verkauf von maximal 24,9 Prozent der Anteile sollen insgesamt 100 Millionen Euro erwirtschaften werden.

Als Ankerinvestor hat die Daimler AG bereits eine Investition von 41,5 Millionen Euro für 11,75 Prozent der Anteile zugesagt. Als mögliche weitere Investoren gelten die Unternehmen Kärcher und Würth. Im Idealfall sollen fünf Unternehmen Beteiligungen erwerben.

Zusätzlich stimmen die Mitglieder am Donnerstag über Satzungsänderungen ab. Die Vereinsführung will die Mitgliederbasis stärker einbinden und so soll es künftig statt des Ehren- und des Aufsichtsrats einen Vereinsbeirat geben, der grundsätzlich allen Mitgliedern offensteht und von der Mitgliederversammlung gewählt wird. Dieser schlägt in Zukunft den Präsidenten des Vereins und weitere Präsidiums-Kandidaten vor, die dann von der Mitgliederversammlung gewählt werden. 


Wie wird entschieden?

Um eine Ausgliederung zu beschließen, benötigt die Vereinsführung eine Dreiviertelmehrheit. Gleiches gilt für die Satzungsänderungen.


Wie lange wird die Versammlung dauern?

Im vergangen Oktober tagte die Mitgliederversammlung satte neun Stunden. Da es sich am Donnerstag aber um eine außerordentliche Mitgliederversammlung handelt, wird die Dauer kürzer sein als bei einer ordentlichen Sitzung. Der Verein rechnet mit etwa drei Stunden.


Wie läuft die außerordentliche Mitgliederversammlung ab?

Zunächst wird es eine Begrüßung und eine Vorstellung der geplanten Ausgliederung geben. Es folgen eine Aussprache mit Redezeitbegrenzung sowie zwei Abstimmungen: Die Abstimmung über die Ausgliederung und das Votum über die Satzungsänderungen.


Was würde sich im Fall einer Ausgliederung ändern?

Profikader, Nachwuchs und Infrastruktur: In diese drei Bereiche will der VfB Stuttgart das erwirtschaftete Kapital der AG investieren. Wolfgang Dietrich würde weiter Präsident des Gesamtvereins bleiben. Stimmen die Mitglieder den vorgeschlagenen Satzungsänderungen und der Ausgliederung zu, dann würde es künftig statt eines Aufsichts- und Ehrenrats einen Vereinsbeirat geben, der grundsätzlich allen Mitgliedern offensteht und von der Mitgliederversammlung gewählt wird.

Der Vereinsbeirat schlägt die Präsidiumsmitglieder zur Wahl vor. Diese bestimmen den Aufsichtsrat der AG (neun Personen) und dieser wiederum wählt den dreiköpfigen Vorstand. In der AG vertritt das Präsidium die Mitglieder mit der Mehrheit von mindestens 75,1 Prozent der Stimmen.


Unsere bisherige Berichterstattung zum Thema:

01.06.2017: Wolf kritisiert Infrastruktur beim VfB: "Nicht zeitgemäß"

31.05.2017: Wie sind die Bundesligisten organisiert?

29.05.2017: Wolf: "Die Ansprüche in Stuttgart sind riesig"

29.05.2017: VfB-Präsident: Verkäufe bei Scheitern der Ausgliederung

23.05.2017: Der Vorstand reagiert auf Kritik der Ultras

18.05. 2017: Ultras beziehen Stellung zur Ausgliederung

11.05.2017: Dietrich: "Der Verein braucht Kapital von außen"

10.05.2017: Nachholbedarf im Nachwuchsbereich

08.05.2017: VfB-Präsident Dietrich wirbt für die Ausgliederung

04.05.2017: Der VfB und die Vertrauensfrage

19.04.2017: Die Daimler AG steht bereit

19.04.2017: 41,5 für 11,75: Das Millionenspiel beginnt

03.04.2017: VfB entscheidet am 1. Juni über Ausgliederung

03.04.2017: Im Video: "VfB im Dialog" zum Thema Ausgliederung

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