VfB Stuttgart Interimstrainer Nico Willig leitet seine erste Einheit

, aktualisiert am 21.04.2019 - 12:24 Uhr

Stuttgart.
Bei strahlendem Sonnenschein hat Interimstrainer Nico Willig am Sonntagvormittag seine erste Einheit mit den Profis des VfB Stuttgart geleitet. Der 38-Jährige wird bis zum Saisonende auf der Stuttgarter Trainerbank sitzen und soll die Mannschaft vor dem dritten Abstieg der Vereinsgeschichte bewahren. 

"Er braucht keine Eingewöhnungszeit"

Eine Weiterbeschäftigung über den Sommer hinaus schloss Sportvorstand Thomas Hitzlsperger aus. "Es gibt die klare Absprache mit Nico Willig, es wird bis zum Ende der Saison laufen und nicht darüber hinaus. Das ist ein klares Commitment von beiden Seiten", sagte Hitzlsperger. "Er kennt den Verein, er kennt die Leute, er braucht keine Eingewöhnungszeit." Markus Weinzierl und sein Trainerteam um Co-Trainer Wolfgang Beller, Athletiktrainer Thomas Barth und Individualtrainer Halil Altintop wurden am Samstagabend nach dem 0:6-Debakel in Augsburg entlassen. In Augsburg kassierte der VfB am Samstag die höchste Niederlage der Vereinsgeschichte in einem Duell mit einem direkten Konkurrenten im Tabellenkeller der Fußball-Bundesliga. Auf die Frage, ob man nach der Niederlage des FC Schalke 04 und weiterhin sechs Punkten Rückstand dennoch auf den 15. Platz hoffe, antwortete Hitzlsperger: "Wir sind so weit weg von der Normalform, so weit weg eine Bundesligamannschaft zu schlagen, dass wir gut beraten sind, nur auf uns zu schauen und am Samstag Gladbach zu schlagen." Der VfB steht nach 30 Spieltagen auf dem Relegationsrang. 

"So frustriert wie gestern bin ich noch nie gewesen in meinen bald drei Jahren als Präsident", ergänzte Wolfgang Dietrich am Sonntag nach dem ersten Training mit Interimscoach Nico Willig. "Gestern war eine Katastrophe." Man habe daher nicht anders als Sportvorstand Hitzlsperger reagieren können. 

Ein Rücktritt ist keine Option für Präsident Wolfgang Dietrich

Dietrich wollte im Verlauf des Sonntags noch mit der Mannschaft sprechen. Seinen Rücktritt würde der in Fankreisen schwer in der Kritik stehende 70-Jährige aber trotz der akuten Abstiegsgefahr des schwäbischen Fußball-Bundesligisten nicht für die richtige Entscheidung halten. "Ich bin mit 57 Prozent gewählt worden und zweimal entlastet worden. Also die Mitglieder haben doch irgendwo goutiert, dass dieser Weg der richtige ist", sagte Dietrich. Vom Verbleib in der Liga ist der Clubchef trotz der schwierigen sportlichen Situation überzeugt. "Ich gehe davon aus, wir halten die Liga. Natürlich, ganz klar", betonte er.

Willig, der bislang die Stuttgarter A-Jugend trainiert hatte, bringt drei neue Co-Trainer mit: Der ehemalige Kickers-Trainer Paco Vaz, Willigs bisheriger Assisten Martin Franz und VfB-II-Urgestein Tobias Rathgeb komplettieren das neue VfB-Trainerteam. Daniel Teufel trainiert bis auf Weiteres die U-19-Mannschaft des VfB, die kurz vor Saisonende noch um die Meisterschaft in der Bundesliga Süd/Südwest mitspielt und im DFB-Pokalfinale steht. 


Von Bruno Labbadia bis Nico Willig

Der VfB Stuttgart hat in den vergangenen Jahren häufig seine Trainer gewechselt. Bruno Labbadia war bislang der letzte Chefcoach des schwäbischen Fußball-Bundesligisten, der mehr als zwei Jahre lang beim VfB gearbeitet hat. Hier ein Überblick über die VfB-Trainer seit Labbadia:

  • Bruno Labbadia (12/2010 - 08/2013)
  • Thomas Schneider (08/2013 - 03/2014)
  • Huub Stevens (03/2014 - 06/2014)
  • Armin Veh (07/2014 - 11/2014)
  • Huub Stevens (11/2014 - 06/2015)
  • Alexander Zorniger (07/2015 - 11/2015)
  • Jürgen Kramny (11/2015 - 06/2016)
  • Jos Luhukay (07/2016 - 09/2016)
  • Olaf Janßen (09/2016)
  • Hannes Wolf (09/2016 - 01/2018)
  • Tayfun Korkut (01/2018 - 10/2018)
  • Markus Weinzierl (10/2018 - 04/2019)
  • Nico Willig (04/2019 - )
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