VfB Stuttgart Probleme im Offensivspiel: Chance für Nicolas Sessa?

U23-Profi Nicolas Sessa, hier in einem Testspiel gegen den FC Twente Enschede, hat in der Regionalliga Südwest schon elf Tore geschossen und weitere fünf Treffer aufgelegt. Foto: Pressefoto Baumann

Stuttgart. Der VfB Stuttgart stellt die drittschlechteste Offensive der Liga und tut sich vor allem im Spielaufbau schwer. In der Stuttgarter Schaltzentrale herrscht ein kreatives Vakuum. Das soll sich in der nächsten Saison ändern. Michael Reschke kündigte am Montag „interessante Transfers“ an. Doch muss der Sportvorstand unbedingt in fremden Teichen fischen? U23-Spieler Nicolas Sessa drängt sich auf.

Mit 39 Zählern auf dem Konto darf der VfB bereits vier Spieltage vor dem Saisonende mit 99-prozentiger Sicherheit für ein weiteres Jahr im Fußball-Oberhaus planen. Keine schlechte Momentaufnahme für einen Aufsteiger, der zudem mit neun Gegentrefffern in 15 Heimspielen die beste Heim-Defensive der Liga stellt.

In der Offensive drückt der Schuh

Der soliden Defensive steht allerdings eine lahme Offensive gegenüber: In 30 Spielen trafen die Schwaben lediglich 27 Mal ins Schwarze. Nur Hamburg (23) und Freiburg (26) haben mit dem Toreschießen noch größere Probleme als die Korkut-Elf.

„Wir tun uns schwer, Chancen heraus zu spielen. Jede Woche setzen wir aufs Neue an, um mehr Kreativität in unser Spiel zu bekommen“, erklärte Mittelfeldspieler Dennis Aogo nach dem 1:1 gegen Mitaufsteiger Hannover 96.

Aogo ist ein guter Ballverteiler, Ascacibar ein Kämpfer

Gegen die Niedersachsen spielte Aogo zunächst zusammen mit Holger Badstuber auf der Doppelsechs. Zwei gelernte Verteidiger auf der wichtigen Position in der Stuttgarter Schaltzentrale. Am kommenden Wochenende gegen Bremen (Samstag/15.30 Uhr) wird aller Voraussicht nach Santiago Ascacibar in die Mannschaft zurückkehren. Gegen Hannover fehlte der 21-Jährige gelbgesperrt.

Doch auch der junge Argentinier ist nicht für seinen Offensivdrang bekannt und wählt im Zweifel lieber den sichere Quer- als den risikoreichen Vertikalpass. Dem Offensivspiel der Schwaben fehlt aber oftmals ein scharfer Steilpass, der die gegnerische Defensive filetiert und die beiden Bullen im VfB-Sturm vor dem Tor in Position bringt.

Im Zentrum herrscht beim VfB Stuttgart ein kreatives Vakuum. Die beiden Stammkräfte auf der Doppelsechs kurbeln das Offensivspiel der Schwaben nur selten an. Aogo ist ein guter Ballverteiler, Ascacibar ein Kämpfer. Entscheidende Impulse fürs Offensivspiel kommen von beiden zu wenig. 

Gomez: „Wenn der Gegner weit aufmacht, sehen wir die Räume nicht“

„Wenn der Gegner weit aufmacht, sehen wir die Räume nicht, da fehlt uns das Spielerische“, bemängelt Nationalstürmer Mario Gomez. „Der wichtigste Ball ist der erste nach einem Ballgewinn. Der muss nach vorne, du musst ein, zwei Linien des Gegners überspielen.“

Aktuell setzt Trainer Korkut auf lange Bälle und ein schnörkelloses Umschaltspiel. Die Ergebnisse stimmen weitestgehend, aber einige Anhänger murren schon. Zu spröde, zu ideen- und vor allem zu harmlos sei das VfB-Spiel unter Korkut.

Für die Zukunft soll sich das ändern. Fußball sei nicht nur Ergebnis- sondern auch Erlebnissport, mahnt Stürmer Gomez. 

Reschke kündigt vielversprechende Neuverpflichtungen an

Sportvorstand Michael Reschke kündigte am Montag im kicker vielversprechende Neuverpflichtungen an: „Gehen Sie davon aus, dass wir in der kommenden Transferperiode den einen oder anderen interessanten jungen Spieler verpflichten."

Gehandelt wurde in den letzten Wochen unter anderem der Bremer Spielmacher Zlatko Junuzović. Der Österreicher wäre im Sommer ablösefrei zu haben, sieht seine sportliche Zukunft aber wohl nicht in der baden-württembergischen Landeshauptstadt.

Auch Bayerns Sebastian Rudy, der 2008 seine Profikarriere beim VfB begann, könnte ein möglicher Kandidat sein. "Keine Spekulationen", sagte Reschke dem kicker. "Grundsätzlich ist es schwer, Spieler vom FC Bayern zu bekommen."

U23-Spieler Nicolas Sessa will sich beweisen

Doch vielleicht muss der Stuttgarter Sportvorstand gar nicht in fremden Teichen fischen. Denn im eigenen Nachwuchs drängt sich ein talentierter Mittelfeldspieler auf und hofft auf eine Chance im Bundesliga-Kader: Nicolas Sessa.

Der junge Argentinier schoss am Samstag im Heimspiel des VfB II gegen Spitzenreiter Saarbrücken beide Tore zum 2:1-Erfolg der Hinkel-Elf. „Ich hoffe, dass ich mich beweisen und oben mithalten kann“, sagte der 22-jährige Linksfuß nach der Partie den Stuttgarter Nachrichten.

Auch Trainer Andreas Hinkel hält große Stücke auf den 1,70 Meter kleinen Argentinier, der am liebsten im zentralen offensiven Mittelfeld wirbelt und in der Regionalliga Südwest schon elf Tore schoss und weitere fünf Treffer auflegte. „Nicolas will jetzt den nächsten Schritt machen“, sagt Hinkel.

Die Frage ist nur, ob er den auch im Profikader des VfB Stuttgart gehen darf. Bedarf wäre im offensiven Mittelfeld der Schwaben auf jeden Fall.


Zimmermann und Asano bei der U23 im Einsatz

  • Beim 2:1-Sieg des VfB Stuttgart II gegen den 1. FC Saarbrücken standen auch die VfB-Profis Takuma Asano und Matthias Zimmermann auf dem Platz
  • "Mit geht es sehr gut, das Knie ist stabil", sagte Zimmermann nach der Partie auf eine kicker-Nachfrage.
  • Seit zwei Wochen trainiert der 25-Jährige wieder mit der Mannschaft. Ende August 2017 hatte sich der Mittelfeldspieler beim Testspiel gegen den FC Ingolstadt (0:1) einen Kreuzbandriss zugezogen.
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