VfB Stuttgart Wie die Mercedes-Benz-Arena zur Festung wird

Dank Doppeltorschütze Daniel Didavi und einem späten Tor von Mario Gomez hat der VfB auch das zweite Heimspiel unter dem neuen Trainer Pellegrino Matarazzo gewonnen. Foto: ZVW/Benjamin Büttner
Stuttgart.

Für Aues Trainer Dirk Schuster wird die Welt nach der klaren 0:3-Pleite gegen den VfB Stuttgart nicht untergehen. „Die normalste Sache der Welt ist passiert“, sagte der Chefcoach der Sachsen, „aber wir haben uns teuer verkauft und defensiv sehr gut gearbeitet.“ Phasenweise mit sechs Mann in der letzten Abwehrreihe hatte der FC Erzgebirge Aue versucht, beim großen Auftstiegsfavoriten zu bestehen. Ohne Erfolg. „Das Spiel war zäh, wir hatten heute ein dickes Brett zu bohren“, befand VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo. 

Matarazzo: Wer aufsteigen will, braucht Stehvermögen

Dank Doppeltorschütze Daniel Didavi (34./41.) und einem späten Treffer von Mario Gomez (90.+1) haben die Schwaben auch das zweite Heimspiel unter dem neuen Trainer gewonnen. Zumindest bis zur Begegnung von Arminia Bielefeld am Sonntag gegen Jahn Regensburg beträgt der Rückstand auf den neuen Tabellenführer Hamburger SV nun nur noch zwei Punkte. Doch der Weg zurück in die erste Liga ist noch weit. „Wir brauchen Stehvermögen. Wer das hat, wird am Ende auch aufsteigen“, sagte Matarazzo mit Blick auf das Aufstiegsrennen. Zum großen Trumpf im Kampf um die Rückkehr in die Bundesliga könnte die Stuttgarter Heimstärke werden.

Mislintat schwärmt: „Unser Stadion ist eine Burg“

Neben den wichtigen drei Punkten hat der VfB gegen Erzgebirge Aue auch seine Spitzenposition in der Heimtabelle der 2. Liga gefestigt. Vor heimischem Publikum gingen die Schwaben in neun von elf Spielen als Sieger vom Platz und stellen dabei die zweitbeste Offensive (24 Tore) und Defensive (Acht Gegentore) nach dem Hamburger SV. Der Erfolg gegen Aue war der fünfte Heimsieg in Serie.

Angesprochen auf die fantastische Unterstützung der eigenen Fans, geriet Sportdirektor Sven Mislintat ins Schwärmen: „Unser Stadion ist eine Burg. Vor dieser Atmosphäre zu spielen, ist außergewöhnlich, toll und ein Privileg.“ Auch Innenverteidiger Atakan Karazor richtete warme Worte an die VfB-Anhänger: „Wir haben uns hier eine Festung aufgebaut.“ Die Mannschaft zeige auch deshalb so starke Leistungen, weil sie „den Fans etwas zurückgeben wolle“, so der neue Abwehrchef der Stuttgarter. 

Schwere Beine nach zwei englischen Wochen

Bei all der Freude über den nächsten Heimerfolg wissen die VfB-Verantwortlichen auch, dass gegen Aue noch Luft nach oben war. Torhüter Gregor Kobel, der erneut ohne Gegentor blieb, empfand die Leistung gegen Heidenheim „besser als heute“ – Karazor wiederum wollte die positiven Aspekte hervorheben: „Wir haben unter Beweis gestellt, dass wir auch solche Spiele gewinnen können.“ Alle Beteiligten sprachen im Anschluss an die Partie von „schweren Beinen“ nach zwei englischen Wochen. Nach vier Spielen in elf Tagen und einer Punktausbeute, „die ich so unterschrieben hätte“, zieht Sportdirektor Mislintat ein versöhnliches Fazit: „Diese intensive Phase so abzuschließen ist schön.“


Verdacht auf Adduktorenverletzung bei Nicólas González 

Stürmer Nicólas González fehlt dem VfB Stuttgart womöglich nicht nur beim nächsten Auswärtsspiel gegen den VfL Bochum. Der Argentinier ist nach seiner fünften Gelben Karte gesperrt, wurde beim 3:0 gegen Erzgebirge Aue am Samstag aber schon in der ersten Halbzeit verletzt ausgwechselt. Bei ihm bestehe der Verdacht auf einen Faserriss in den Adduktoren, sagte Trainer Pellegrino Matarazzo nach Schlusspfiff. (dpa)

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