VfB Stuttgart Wie Holger Badstuber wieder zur Stammkraft wurde

Gegen den 1. FC Heidenheim erzielte Holger Badstuber seinen ersten Saisontreffer. Foto: ZVW/Benjamin Büttner

Stuttgart. In der vergangenen Saison kam Holger Badstuber beim VfB Stuttgart in nur zwölf Spielen auf gerade mal 697 Minuten Einsatzzeit. Auch diese Saison begann für ihn auf der Bank. Doch seit dem zweiten Spieltag ist Badstuber wieder Stammkraft beim VfB - wohl auch gegen Fürth.

Nach fünf Spielen über 90 Minuten und zwei Toren ist Holger Badstuber bereit für ein Gespräch. Die Saison beim VfB Stuttgart läuft für ihn persönlich viel besser, als die meisten Beobachter erwartet hatten - denn noch nach dem ersten Spieltag war der 30 Jahre alte Innenverteidiger in der Wahrnehmung vieler Fans und Journalisten beim Topfavoriten der 2. Fußball-Bundesliga nur Innenverteidiger Nummer vier und weit weg von einem Stammplatz.

Badstuber ist fit und hat sich an die Belastung gewöhnt

Dann aber verletzte sich Marcin Kaminski schwer am Knie, war der junge Neuzugang Maxime Awoudja gesperrt und Badstuber neben Kapitän Marc Oliver Kempf plötzlich die einzige Option. Diese Chance hat er genutzt und keine Minute mehr verpasst. "Jetzt bin ich in einer Phase, wo ich mich wohlfühle und jetzt gehe ich den nächsten Schritt an. Wer weiß, was noch kommt", sagt Badstuber nun vor dem Heimspiel gegen Greuther Fürth am Samstag (13 Uhr / ZVW-Liveticker), bei dem er sich berechtigte Hoffnungen auf einen weiteren Startelfeinsatz machen darf. Die Leistungen zuletzt geben Trainer Tim Walter jedenfalls keinen Grund zu einem Wechsel, auch wenn es in Zugang Nathaniel Phillips vom FC Liverpool eine Alternative gäbe.

"Er versucht Dinge anzunehmen. Das rechne ich ihm sehr, sehr hoch an, und er versucht sich jeden Tag weiterzuentwickeln. Er ist fit, das ist extrem wichtig für ihn in seiner Verfassung gerade", sagt Walter über seine Nummer 28. "Von daher kann er auch die Leistungen abrufen, die er momentan bringt." Sein System mit vielen Ballkontakten für die auch ins Mittelfeld aufrückenden Innenverteidiger hat Badstuber kapiert und gewöhnt sich immer mehr auch an die Belastung.

Badstuber und Ex-Trainer Weinzierl: "Es war nie die Frage der Fitness"

Wie ein uneingeschränkter Befürworter des streitbaren Ex-Nationalspielers wirkt der 43-Jährige allerdings nicht. Bei vielen Gelegenheiten, den erfahrenen Profi auch verbal stark zu reden und zu loben, verwies Walter in den vergangenen Wochen häufig auf die insgesamt große Qualität seiner Abwehr. Wurde der zuletzt fehlende Stürmer Mario Gomez dagegen ein Thema, verwies Walter nie auf dessen Konkurrenten im Angriff und lobte Gomez' Vorbildfunktion und Einsatz.

"Wir gehen respektvoll miteinander um, es ist auch zwischenmenschlich alles gut. Wir tauschen uns aus - und am Ende macht er die Vorgaben", beschreibt Badstuber das Verhältnis zu seinem Chef. Dieses ist, daran besteht kein Zweifel, in seiner Wahrnehmung auf jeden Fall viel besser als jenes mit Ex-Trainer Markus Weinzierl. "Es war nie die Frage der Fitness, sondern die Frage von persönlichen Differenzen. Die hatte ich schon auf Schalke, und die habe ich auch hier gehabt. Zwischen mir und dem Trainer hat es einfach nicht funktioniert", erklärt er die vielen Partien ohne Einsatz in der vergangenen Saison, die ihn zu einem der Verlierer beim Absteiger machten.

"In der letzten Saison hat man mich oft in eine Schublade gesteckt"

Mit Folgen auch für seine Wahrnehmung in der Öffentlichkeit: "In der letzten Saison hat man mich oft in eine Schublade gesteckt, wo ich sage: Das bin ich nicht", sagt Badstuber. Mit Fehlern wie gegen Mainz am ersten Spieltag oder beim Erstrundenaus im DFB-Pokal hatte er allerdings schon Weinzierls Vorgänger Tayfun Korkut Argumente geliefert, ihn auf die Bank zu setzen.

Weinzierl wehrt sich deswegen auch gegen diese Darstellung und verweist auf Badstubers Konkurrenz durch Kempf und die inzwischen abgewanderten Benjamin Pavard (FC Bayern München) und Ozan Kabak (FC Schalke 04): "Eine latente Unzufriedenheit ist bei Spielern, die nicht spielen, absolut zu begrüßen. Sie machen es sich aber zu leicht, wenn sie die Probleme dafür dann schnell bei anderen, am liebsten beim Trainer suchen", entgegnet Weinzierl und sagt, er habe "keine persönlichen Probleme mit Holger" gehabt.

Für den Champions-League-Sieger und sechsmaligen deutschen Meister mit dem FC Bayern geht es nun am Samstag darum, die Tabellenführung des VfB zu verteidigen. Motivationsprobleme hat er in der 2. Liga keine. "Der bestmögliche Spieler zu sein, den ich aus mir rausholen kann. Das ist für mich das Ziel." Egal, wo und bei wem.


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