VfB Stuttgart Zuversicht trotz Pokal-Aus: Was dem VfB Mut macht

Trotz Niederlage zufrieden: VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo sagte nach dem Spiel: „Wir haben ein gutes Pokalspiel gesehen, das in beide Richtungen hätte ausgehen können.“ Foto: Pressefoto Baumann

Stuttgart/Leverkusen. 1:2 verloren und doch nicht geknickt: Der starke Auftritt des VfB Stuttgart im DFB-Pokal beim hoch favorisierten Bayer Leverkusen sorgt beim Zweitligisten für Zuversicht im Kampf um die Rückkehr in die Bundesliga. 

Nach dem Schock über die Verletzung von Marc Oliver Kempf und die in dessen Folge nur noch dünn besetzte Innenverteidigung hätte eine klare Stuttgarter Niederlage bei Bayer Leverkusen kaum überrascht. Doch der Zweitliga-Dritte VfB verlor das Achtelfinalspiel im DFB-Pokal nur knapp, weil er gleich mehrere Qualitäten einbrachte. „Wir haben ein gutes Pokalspiel gesehen, das in beide Richtungen hätte ausgehen können“, sagte Trainer Pellegrino Matarazzo. Das lässt den VfB auch für sein Aufstiegsprojekt und das Heimspiel gegen Erzgebirge Aue am Samstag (13 Uhr/ZVW-Liveticker) hoffen.

Einstellung: Matarazzo-Elf beweist Moral

Wie schon beim zähen 1:1 in der Liga beim FC St. Pauli ließen die VfB-Profis auch am Mittwoch nach einem Rückstand nicht die Köpfe hängen. Dieses Mal sogar trotz eines Zwei-Tore-Vorsprungs für Bundesligist Leverkusen. „Es spricht auch für die Moral der Mannschaft, wie sie sich nach dem 0:2 noch einmal zurückkämpft“, sagte Coach Matarazzo. Silas Wamangituka verkürzte nach dem Eigentor des glücklosen Torwarts Fabian Bredlow (72. Minute) und dem zweiten Bayer-Treffer durch Lucas Alario (83.) noch auf 1:2 (85.). Hätte der eingewechselte Mateo Klimowicz kurz vor Schluss aus kurzer Distanz etwas genauer gezielt, wäre sogar die Verlängerung möglich gewesen.

Jugend: Viel Lob für die „jungen Wilden“

Sportdirektor Sven Mislintat rechnete vor, dass Matarazzos Elf in Leverkusen am Ende ein Durchschnittsalter von 22,1 Jahren hatte. Dazu trug auch der hoch veranlagte Lilian Egloff bei. Der 17 Jahre alte Mittelfeldspieler wurde spät eingewechselt und feierte sein Profi-Pflichtspieldebüt. Auch der 19 Jahre alte Klimowicz und Winter-Zugang Clinton Mola (18) kamen von der Bank, der 20 Jahre alte Wamangituka stand in der Startelf. Ebenso wie der starke Nicolas Gonzalez (21) und Roberto Massimo (19). „Auch die Jungen wie Mateo und Li haben es heute sehr gut gemacht und haben in der Schlussphase noch einmal Schwung reingebracht“, sagte der Routinier Gonzalo Castro, der selbst 32 Jahre alt ist.

Taktik: Umschaltmomente statt Ballbesitz

Der Plan Matarazzos gegen die klar favorisierten Leverkusener zeigte, wie sich seine Herangehensweise teilweise von der seines Vorgängers Tim Walter unterscheidet. Denn der VfB setzte der offensivstarken, aber defensiv manchmal anfälligen Bayer-Elf immer wieder mit Kontern über die schnellen Gonzalez und Wamangituka zu - wie bei Wamangitukas Tor. Während Walter vor allem Ballbesitzfußball forderte, will ihn Matarazzo mit solchen Umschaltmomenten kombinieren. In der Liga dürfte das aber schwerer werden - so wie in St. Pauli, das einen Defensivriegel aufbaute, dem VfB häufig den Ball ließ und selbst auf Konter setzte. Auch andere Teams sind gegen den Aufstiegsmitfavoriten ähnlich aufgetreten und werden es weiter tun.

Torwart: Chance nicht genutzt

Einziger wirklicher Pechvogel war Torwart Bredlow, der das erste Gegentor durch einen kuriosen Patzer verschuldete. Auch beim zweiten Leverkusener Treffer machte der gebürtige Berliner keine gute Figur. Matarazzo hatte ihm anstelle des ohnehin angeschlagenen Stammkeepers Gregor Kobel eine Chance gegeben, aber er konnte sie nicht nutzen. Sein Trainer nahm ihn dennoch in Schutz. „Er gehört zum Team. Wir verlieren zusammen und wir gewinnen zusammen“, sagte Matarazzo. Gegen Aue wird er wieder auf Gregor Kobel setzen.

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