Volksbank-Tiefgarage in Waiblingen Ärger wegen teurer Parkgebühren

Verglichen mit den anderen Tiefgaragen in Waiblingen ist das Parken an der Fronackerstraße ein teures Vergnügen. Foto: Palmizi / ZVW

Waiblingen. Ärger im neuen Parkhaus an der Fronackerstraße: Wer in der Bäckerei Schöllkopf ein Brot kauft und sein Auto mal kurz in der Volksbank-Garage abstellt, wird mit 1,50 Euro zur Kasse gebeten. Anders als in den anderen Garagen in Waiblingen ist die erste halbe Stunde nicht kostenlos. Sehr zum Frust vieler Waiblinger, die wenig Verständnis für die Preisgestaltung der Volksbank haben.

Gebaut wurde die öffentliche Tiefgarage von der Volksbank Stuttgart, von der städtischen Parkierungsgesellschaft aber gepachtet. Als Pacht erhält die Volksbank einen festgelegten Anteil an den Parkgebühren. Die Parkierungsgesellschaft wiederum ist für die Abwicklung des Parkverkehrs zuständig. Sie kümmert sich um die Schrankenanlage, die Kassen, die Reinigung, die Überwachung durch Kameras, die Schließung und um die technische Unterhaltung der Garage.

Hesky: "Die Brötchentaste ist für mich ein Qualitätsmerkmal der Stadt"

Auch ist die Tiefgarage in das Parkleitsystem der Stadt eingebunden – bei den Parkgebühren schert sie allerdings aus. Sehr zum Leidwesen von Oberbürgermeister Andreas Hesky, der gerne auch in der Garage an der Fronackerstraße die üblichen Konditionen gehabt hätte. Zwar sei er froh, dass die Stadt die Garage überhaupt pachten konnte. Vor allem aber um die sogenannte Brötchentaste - also die erste freie halbe Stunde, in der man kurz mal Brötchen holen kann – tut es Hesky leid: „Die Brötchentaste ist für mich ein Qualitätsmerkmal der Stadt.“ Vor deren Einführung habe es immer wieder Ärger wegen der Parkgebühren gegeben. Danach nicht mehr. „Dass ich das im neuen Parkhaus nicht hinbekomme, bedauere ich außerordentlich.“

Die Volksbank bestimmt die Höhe der Parkgebühren

Im Pachtvertrag hat die Volksbank allerdings selbst die Höhe der Parkgebühren vorgegeben sowie die Regelungen, die für den Hotelbetreiber und den Lebensmittelmarkt gelten. Während also in den anderen Garagen der Parkierungsgesellschaft in der ersten halben, beim Bürgerzentrum sogar eine ganze Stunde lang gratis geparkt werden kann, werden die Autofahrer in der Volksbank-Garage sofort zur Kasse gebeten. Aber auch sonst sind die Gebühren deutlich höher. Statt einem Euro kostet die angefangene Stunde 1,50 Euro, den günstigen Abend- und Wochenendtarif gibt es gar nicht. Nur für Kunden des Lebensmittelmarktes ist die erste halbe Stunde gebührenfrei, eine weitere halbe Stunde sponsert Tegut, so dass diese Kunden eine Stunde umsonst parken können. Die Kunden der Volksbank erhalten von der Bank Ausfahrkarten. Für alle anderen ist es teuer. Und das neu erbaute Parkhaus vor allem eins: meistens fast leer.

Tiefgarage vor allem für künftige Hotelgäste

Genau das ist bei der Volksbank gewollt. „Ja“, sagt Volksbank-Vorstand Herbert Schillinger, „das ist Absicht.“ Da die Tiefgarage vor allem den künftigen Hotelgästen zur Verfügung stehen soll, wolle man erst mal abwarten, wie stark die Garage von den Gästen des Holiday-Inn-Epress-Hotels beansprucht werde. „Ein Supergau wäre es, wenn keine Parkplätze für die Hotelgäste und für die Kunden von Tegut zur Verfügung stehen würden“, sagt Schillinger. Das Hotel soll am 10. September öffnen. Sollte es sich herausstellen, dass genügend Parkplätze vorhanden sind, sollen die Parkgebühren angepasst werden.

Gebühren sollen bis zum Jahresende überprüft werden

Dass viele Waiblinger sauer sind, versteht Schillinger durchaus. „Man muss aber auch uns verstehen“, meint er. „Wir haben Bedenken, die Tiefgarage läuft voll, und fangen deshalb lieber so an.“ Zurückgehen, also die Parkgebühren hinterher teurer zu machen, damit die Garage für die Öffentlichkeit unattraktiver wird, sei schwieriger. Außerdem, erinnert er, habe die Volksbank die Tiefgarage ohne öffentliche Unterstützung gebaut – ein Bau, der aufgrund der Tiefe besonders aufwendig und teuer gewesen sei. „Bis zum Jahresende werden wir die Gebühren aber überprüfen“, kündigt Schillinger an.

Schöllkopf-Kunden beschweren sich

Eine Lösung mit der Bäckerei Schöllkopf soll schon vorher gefunden werden. Gut für Hermann Schöllkopf, der unter der unguten Situation besonders leidet. Kunden hätten sich bereits bei ihm beschwert, sagt er auf Anfrage. Und: „Ich hoffe sehr, dass die Brötchentaste noch kommt.“


Gebühren

In der Markt- und in der Postplatzgarage sowie in der Querspange ist die erste halbe Stunde gratis, jede weitere angefangene Stunde kostet einen Euro. Von 19 Uhr bis 9 Uhr kostet das Parken einen Euro, der Tageshöchstsatz liegt bei zehn Euro.

Billiger ist das Parken noch beim Bürgerzentrum: Dort ist die erste angefangene Stunde gratis. Jede weiteren angefangenen zwei Stunden kosten einen Euro, es gilt ein vergünstigter Abendtarif. Der Tageshöchstsatz liegt bei fünf Euro.

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