Während Sanierung der Hauptstraße Einschränkungen in der Alfdorfer Ortsdurchfahrt

Der schlechte Zustand der Hauptstraße ist schon lange ein Thema in Alfdorf. Foto: ZVW/Mathias Ellwanger (Archiv)

Alfdorf. Kommendes Frühjahr beginnt die Sanierung der Hauptstraße. Wie diese abläuft und welche Einschränkungen damit verbunden sind, darüber informierte die Gemeinde Alfdorf am Donnerstagabend in der Alten Halle. Kritik gab es aus der Bürgerschaft vor allem an den geplanten Radwegstreifen in der Ortsdurchfahrt.

Diese Woche hat der Bau des neuen Abwasserpumpwerks begonnen. Dies war auch der Startpunkt für eine umfassende Sanierung der Ortsdurchfahrt. Denn künftig gibt es in Alfdorf nur noch eine Kläranlage in Leineck. Um das Abwasser zuführen zu können, ist die Verlegung von Druckleitungen notwendig. Zum einen vom Pumpwerk am Haldenweg Richtung Hauptstraße und Pfahlbronn – zum anderen auch unter der Ortsdurchfahrt selbst. In diesem Zuge wird die sanierungsbedürftige Landesstraße bald grundlegend saniert.

Baumaßnahme wird im März 2020 beginnen

Dies wird in sechs Abschnitten erfolgen, wie Planer Matthias Strobel am Donnerstagabend vor knapp hundert interessierten Bürgern in der Alten Halle erklärte. Dabei werden innerorts 850 Meter Druckleitung verlegt, auf einer Länge von 220 Metern Kanäle und auf 400 Metern Wasserleitungen ausgewechselt. Beginnen wird die Baumaßnahme im März 2020 zunächst mit dem Abschnitt von der Einmündung in die Vorstadtstraße bis zur Einmündung in die Untere Bühlstraße.

In Ein- bis Zweimonatsschritten wird die Sanierung dann bis in Richtung der westlichen Ortsausfahrt fortschreiten. In diesem Zuge werden auch Kabelleitungen erneuert. Von Mai bis Oktober wird parallel die Druckleitung vom Pumpwerk bis zur Hauptstraße verlegt. Und zeitgleich erfolgt außerorts entlang der Landesstraße bis Pfahlbronn auf 725 Metern die Verlegung der Druckleitung und die Auswechslung von 635 Metern Kanal.

Je nach Witterung rechnet die Gemeinde mit dem Ende dieses Bauabschnitts im Dezember. Im darauffolgenden Jahr soll dann der Vollausbau der Ortsdurchfahrt bis zur Einmündung in die Obere Schlossstraße erfolgen. Entsprechende Fördergelder hat die Gemeinde bereits beantragt.

Durchfahrt nur für Anlieger möglich

Während der Baumaßnahme werden die jeweils betroffenen Bereiche der Ortsdurchfahrt voll gesperrt und nur für Anlieger befahrbar sein. Dafür gibt es innerörtliche Umfahrungen: während der Bauphase zwischen Vorstadt- und Leineckstraße über die Schützen-, Döllen- und Leineckstraße. Und im Anschluss, wenn bis zur Tankstelle saniert wird, erfolgt die Umleitung von der Schützen-, Döllen- und Leineckstraße über den Leinecksee bis Alfdorf.

Bei der anschließenden Fragerunde äußerten zahlreiche Bürger ihre Bedenken wegen der geplanten, jeweils 1,25 Meter breiten Radwegestreifen. Unmut rief vor allem das damit verbundene Parkverbot hervor. Ein Anwohner kritisierte vor allem, dass Ärzte, Pflegedienste oder Besucher künftig weite Wege auf sich nehmen müssten. „Wollen Sie etwa ältere Bürger ausgrenzen?“, fragte der Alfdorfer.

Künftig gibt es ein Park-, aber kein Halteverbot in der Hauptstraße

Strobel verwies darauf, dass der Radwegstreifen vom Gemeinderat beschlossen wurde, das Parkverbot gesetzlich vorgegeben sei – und kurzzeitiges Halten auch künftig erlaubt sei. Bürgermeister Michael Segan ergänzte, dass die Gemeinde gerade ein Parkkonzept erarbeite, das im Oktober in den Gemeinderat kommen soll. Und Gemeinderat Klaus Hinderer forderte: „Wir müssen uns von dem Gedanken trennen, dass jeder vor dem Haus parken kann.“

Auch wurde die Befürchtung geäußert, die Verengung könnte zu einem erhöhten Unfallrisiko führen. Dem entgegnete Segan: „Wir dürfen nicht so tun, als ob Alfdorf Pilotstandort für Fahrradschutzstreifen sei.“ Solche gebe es bereits in vielen, auch größeren Orten wie Gmünd. „Und da funktioniert es.“ Außerdem habe die Gemeinde mit Verkehrsexperten gesprochen. Demnach würde sich durch die optische Einengung der Straße die durchschnittliche Geschwindigkeit auf der Straße reduzieren. Im Moment sei die Gemeinde außerdem im Gespräch mit dem Straßenverkehrsamt. Auf Vorschlag des Gemeinderats soll Tempo 40 eingeführt werden. „Wir wissen allerdings noch nicht, ob das klappt.“ Und Hinderer fand: „Viele klagen, dass Autos zu schnell fahren, da hilft eine Verengung.“

Einrichtung von Ersatzbushaltestelle wird geprüft

Kritische Anmerkungen gab es aus der Bürgerschaft zudem am zeitweisen Wegfall der Bushaltestelle an der Einmündung zur Unteren Bühlstraße. Ein Bürger regte die Einrichtung einer Ersatzbushaltestelle an. Segan versprach, noch einmal zu prüfen, ob dies möglich sei.

Thomas Wiedmann, der immer wieder seine Bedenken gegenüber dem Bauvorhaben geäußert hatte, wollte wissen, ob die von ihm vor drei Jahren vorgeschlagene unterirdische Leitung vom Pumpwerk Richtung Kläranlage Leineck überhaupt geprüft wurde. Intern, so Segan, habe man das besprochen, wegen der schwierigen Geologie aber schnell wieder verworfen. Auf eine Fachuntersuchung habe man verzichtet.

Der Bürgermeister versprach den Alfdorfern zum Abschluss der recht sachlich verlaufenen Info-Veranstaltung, dass sie sich bei weiteren Fragen direkt an ihn oder die Verwaltung wenden könnten. Denn erfahrungsgemäß würden viele Dinge erst dadurch zum Problem, dass man nicht richtig miteinander kommuniziere, meinte Segan.


Hausanschlüsse

Bis zur Grundstücksgrenze werden die Anschlüsse für die Bürger kostenlos erneuert. Wer darüber hinaus seine Hausanschlüsse erneuern lassen möchte, sollte sich an die Gemeinde wenden. Kosten dafür müssen jedoch selbst übernommen werden.

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