Wahl-Check Plüderhausen Kandidat Christian Maier im Gespräch

Christian Maier will in Plüderhausen Bürgermeister werden. Foto: Ralph Steinemann

Plüderhausen. Wohnraum fördern, Handel und Gewerbe unterstützen, eine gute Kinderbetreuung, all das nennt Christian Maier auch als Vorhaben für Plüderhausen. Eines seiner großen Ziele jedoch ist die Ostüberführung. Die will er angehen, wenn er zum Bürgermeister gewählt wird. Auf dieses Ziel arbeitet der 45-jährige Badener hin.

Video: Kandidat Christian Maier im Interview.

Warum Plüderhausen? Warum nicht etwa Urbach, wo der seitherige Bürgermeister in den Ruhestand geht? Tritt ein Schultes nicht mehr an, haben es Kandidaten leichter, gewählt zu werden. Hier aber, erklärt Christian Maier zu Plüderhausen, herrsche eine Wechselstimmung. „Der amtierende Bürgermeister ist 32 Jahre da.“ Andreas Schaffer habe viel geleistet. Aber man wolle „frischen Wind. Man wünscht sich etwas Neues“. Er wolle Schaffer nicht „stürzen“, betont Maier, sieht aber „einfach eine reelle Chance, die Wahl zu gewinnen, weil einfach eine Wechselstimmung vorhanden ist“.

Christian Maier wohnt im badischen Seebach. Das liegt zwischen Achern und Offenburg. Wie ist er von dort aus auf Plüderhausen gekommen? Er verfolge im „Staatsanzeiger“, wo Wahlen anstehen, schaue sich die Gemeinden an, fahre auch hin, so Maier. Im „Staatsanzeiger“ war eine Chiffre-Anzeige für Plüderhausen geschaltet, berichtet Maier. Von wem? „Das weiß ich bis heute nicht“, er habe nicht auf sie geantwortet.

„In Plüderhausen ist irgendetwas, das mich bewegt, das mich auch anzieht“, hat Maier festgestellt. Verschiedene Gemeinden habe er sich angeschaut. „Hier bin ich hängengeblieben.“

Den Wunsch, Bürgermeister zu werden, hat Maier schon länger

Christian Maier arbeitet als Vertriebsleiter im Familienunternehmen für Fahrzeugaufbereitung, das fünf Mitarbeiter beschäftigt und auch für namhafte Firmen arbeitet, erzählt er. Geboren in Offenburg, erlernte Maier nach dem Abitur den Beruf eines Technischen Zeichners Maschinenbau. „Ich habe mich hochgearbeitet.“ Er wurde Techniker für verglasten Brandschutz. Anschließend arbeitete Maier als technischer Kalkulator für den Automobilbereich, bevor er sich mit seiner Frau selbstständig machte.

Warum will er nun Bürgermeister werden? „Geld macht nicht zufrieden“, sagt Maier unter anderem. Und: „Es fehlt das Vielseitige.“ Den Wunsch, Bürgermeister zu werden, hat der 45-Jährige schon länger. „Am Anfang stand das Interesse für Kommunalpolitik“, erinnert er sich. Er sei in eine Gemeinde mit 3000 Einwohnern gezogen und gefragt worden, ob er für den Gemeinderat kandidieren wolle. Unmittelbar darauf habe die Bürgermeisterwahl angestanden. Maier bewarb sich in Biberach (Kinzigtal). Es siegte eine Verwaltungsfachfrau. Wäre Gemeinderat nicht auch ein lohnendes Ziel? „Beim Gemeinderat sind Sie doch wieder in der zweiten Reihe“, sinniert Maier. Er habe nicht nur mitbestimmen wollen. „Ich wollte aktiv Dinge bewegen.“

Ohne Verwaltungskenntnisse geht es nicht

Nach der Wahl, bei der Maier 2,35 Prozent der Stimmen erhielt, kandidierte er bei der Kommunalwahl in Wolfach und kam auf 0,75 Prozent. Ohne Verwaltungskenntnisse, so sein Fazit, geht es nicht. Er absolvierte eine Fortbildung mit dem Titel „Kontaktstudium Verwaltung“. Währenddessen kandidierte er in Simonswald, wo es längere Zeit keinen Bewerber gegeben habe. „Es waren dann am letzten Tag neun Bewerber.“ Hier erreichte Maier 8,2 Prozent.

Dafür, dass er nun in Plüderhausen die absolute Mehrheit schafft, ist Christian Maier seit September rührig. Traut er sich Bürgermeister zu? „Auf jeden Fall, wenn man weiß, wie das Amt des Bürgermeisters aufgestellt ist und wie seine Aufgaben sind.“ Es gebe enge Regelwerke und „wenig links oder rechts. Das ist meist ganz klar geregelt“. Das Hauptaufgabenfeld sei, Motivator für die eigene Mannschaft zu sein, „der kreative Kopf im Rathaus“ zu sein, Lösungsvorschläge für Probleme zu finden und diese dem Gemeinderat sauber ausgeführt zu präsentieren.

Die Ostüberführung sieht er als „alternativlos“ an

Alsdann. Ein Hauptthema von Maier ist die Ostüberführung, mit der ein schienengleicher Bahnübergang an der Adlerbrücke unnötig werden könnte. Die Pläne dafür sind schon alt. „Sie ist nicht zustande gekommen, weil der Mut fehlte, Geld in die Hand zu nehmen“, meint Maier. „Es wäre eng geworden“, räumt er ein. Er sieht die Ostüberführung aber als „alternativlos“ an.

Die Homepage von Maier nennt bei den Zielen zum Beispiel auch eine solide Finanzpolitik. Plüderhausen ist sehr verschuldet. Was kann man tun? Ziel müsse sein, wieder auf eine durchschnittliche Pro-Kopf-Verschuldung zu kommen, so Maier, „weg vom Denken an Fördertöpfe“. Man müsse eine Agenda aufstellen: „Wo will Plüderhausen hin?“ Die Bürger sollten sagen, wo der Ort in 10, 20 Jahren stehen soll. Nur Sparen allein, der Bewerber weiß es, ist auch keine Lösung, Maier denkt gegebenenfalls an investive Schulden, räumt aber zum Thema Finanzvorgehen ein: „Das ist nicht konkret zu machen in meinem Stadium der Kandidatur.“ Er regt einen Runden Tisch an und würde sein Wissen aus der Wirtschaft einbringen.

Maier macht generell keine Wahlversprechen

Wohnraum schaffen, ein Thema auch für Christian Maier. „Es gibt hier und da Leerstand, Baulücken.“ Er spricht sich für ein Kataster aus, wo sie aufgenommen werden. Die künftige Wirtschaftsförderin solle an Grundstückseigentümer herantreten, sie ansprechen. „Nur Flächenverbrauch ist für mich keine Lösung.“ Doch Maier weiß, dass eine Gemeinde auch Grundstücke haben muss.

Das nächste große Baugebiet, das voraussichtlich entsteht, ist Hohrain/Gländ. „Die Tragweite ist enorm. Das ist ein Riesen-Baugebiet“, meint der Kandidat. Er könne nicht sagen, ob das Gebiet gut oder schlecht sei. Das müsse man herausfinden. „Das geht nur unter Einbindung der Betroffenen.“ Die Anwohner? „Das sind die Gegner.“ Warum? „Die Größe könnte stören.“ Er sei bei den Gegnern als Referent eingeladen gewesen, sagt Maier, habe ihnen aber keine Versprechungen gemacht. „Ich mache keine Wahlversprechen, generell nicht.“

Parteiloser Wechselwähler

Er habe Unterstützer in Plüderhausen, erzählt Christian Maier zum Wahlkampf. Es gibt das Gerücht, dass ihn ein Einzelunternehmer sponsert? Maier sagt, er wisse, dass es Gerüchte gebe. Er stellt aber ausdrücklich klar, dass es dabei nur um Unterstützung in Form von Informationen ging.

Politisch ordnet sich Christian Maier eher als Wechselwähler ein und tritt im Wahlkampf als parteiloser Bewerber an. „Alle Parteien haben gute Programme, außer der AfD. Das steht gar nicht zur Debatte.“


Vielseitig aktiv im Wahlkampf

Im Wahlkampf ist Christian Maier vielseitig aktiv. Er hat einen Flyer mit Terminen. Einer zur Person soll noch folgen. Er bietet eigene Veranstaltungen an, die er nach Themen strukturiert. Maier macht Hausbesuche und will im Ort anzutreffen sein, zum Beispiel vor dem Edeka. Zum Kennenlernen der Vereine versucht er, die Hauptversammlungen zu besuchen.

Christian Maier hat eine Homepage www.christian-maier.net und ist bei Facebook aktiv. Er will außerdem plakatieren.

Ist er aus der Facebook-Gruppe „Du weißt, dass du aus Plüderhausen bist“ rausgeflogen? Stimmt nicht, sagt Christian Maier. Er sei ausgetreten, man habe ihn blockiert. Man habe ihm vorgeworfen, er habe jemanden beleidigt. Das habe er nicht getan, sagt Maier. „Es war für mich eine unangebrachte Bemerkung, für die ich mich dann auch entschuldigt habe.“ Maier vermutet, dass das Wort „unterschwellig“ als beleidigend empfunden worden sein könnte.

Christian Maier tritt als parteiloser Kandidat an. Er ist 45 Jahre alt, hat einen Sohn und ist noch verheiratet, erzählt er, wolle sich aber scheiden lassen. Er hat eine neue Lebenspartnerin. Maier lebt im badischen Seebach.

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