Wahl-Check Plüderhausen Kandidaten antworten auf Anregungen der Vereine

Zusammen vertreten sie mehr als 2000 Plüderhäuser Vereinsmitglieder: Florian Loup (von links nach rechts) vom Musikverein Gemeindekapelle, Michael Oesterle vom Sportverein und Thomas Gemmrich vom Skiclub. Foto: Ralph Steinemann Pressefoto

Plüderhausen. Nachwuchs gewinnen, das ist kein einfaches Unterfangen. Da geht es dem Skiclub nicht anders als dem Musikverein Gemeindekapelle. Den Sportverein treiben eher Belegungszeiten für Hallen um. Was beschäftigt die drei großen Vereine in Plüderhausen? Darum geht es in der dritten Folge unserer Serie „Wahl-Check“.

Rund 400 Mitglieder vertritt Thomas Gemmrich vom Skiclub im Gespräch mit den Vereinsvorsitzenden. Der Skiclub ist ein Mehrspartenverein, bei dem es bei weitem nicht nur ums Skifahren geht, auch wenn das wieder mehr in den Vordergrund gestellt werden soll, sagt Thomas Gemmrich. Gymnastik, Volleyball und Radfahren haben genauso ihren Platz unter dem Dach des Skiclubs. Der macht zum Beispiel durch die „Hügeltour“ im April, einer Radveranstaltung mit Hunderten Startern, oder durch den Hohberg-Bikemarathon für Mountainbiker von sich reden.

Traditionell hat der Skiclub sein Gelände am Boppenrain mit zwei Skihütten, einem Ski- und Rodelhang und einem Beachvolleyballfeld. Im Verein wächst die Gruppe junger Biker, weiß Gemmrich. Nachwuchs hat der Skiclub im Bereich der kleineren Kinder. Aber er tut sich schwer, den Nachwuchs in die normale Vereinsarbeit zu überführen, erzählt Thomas Gemmrich.

Wie sieht es mit dem Nachwuchs aus?

Zu Nachwuchsfragen kann auch Florian Loup, Vorstand des Musikvereins Gemeindekapelle, berichten. 260 Mitglieder zählt der Musikverein Gemeindekapelle, vom Flötenkind bis hin ins höhere Alter. Zu den Musikern kommen etliche fördernde Mitglieder. Im Verein spielt die Musik. Das beginnt bei den Sing- und Spielgruppen ohne Noten für die Kleinen und setzt sich in den Flötengruppen für Schulkinder, der Einzelausbildung an einem Instrument, der Jugendkapelle sowie der aktiven Kapelle fort.

Doch auch der Musikvereinsvorstand stellt fest: „Nachwuchs ist im Moment nicht so einfach zu gewinnen.“ Ein ganz großes „Handicap“ sei die Ganztagsschule. Soll nach dieser abends noch der Musikunterricht folgen, hat auch Loup Verständnis: „Die Kinder müssen auch ihre Ruhe haben.“ Früher habe man an den Nachmittagen „auf der Gass’“ die Freizeit mit anderen Kindern verbracht und sei in der freien Zeit auch zum Musikunterricht gegangen. „Diese Zeitfenster fehlen uns.“ Der Musikverein passt sich an, er bietet eine Bläserklasse in der Ganztagsbetreuung an.

Die Zusammenarbeit mit der Gemeinde funktioniert

Der Sportverein mit 1350 Mitgliedern zählt derzeit knapp 700 Jugendliche bis 18 Jahren in seinen Reihen, erklärt Michael Oesterle, der Erste Vorsitzende. Die Turner, aber auch die Handballer und Fußballer sind im Verein stark vertreten, die Taekwondo-Abteilung wächst stark an. Dem Sportverein gehört ein Rasenplatz, es gibt auch ein Sportheim.

Wie klappt die Zusammenarbeit mit der Gemeindeverwaltung? „Wir haben eine gute Kooperation mit der Gemeinde“, berichtet Michael Oesterle. „Sie versucht, uns zu unterstützen.“ In den letzten Jahren sei die Zusammenarbeit mit dem Rathaus, dem Bürgermeisteramt, dem Bauhof und dem Gemeinderat recht gut. „Wir wissen alle um die finanzielle Situation der Gemeinde. Man muss Kompromisse und Lösungen finden.“

"Ehrenamtliche zu finden wird immer schwieriger"

Zum Beispiel bei den Sporthallen. „Wir haben sehr viele sporttreibende Vereine“, meint Oesterle. „Wir knapsen uns alle gegenseitig die Belegungszeiten ab.“ In der Geschäftsstelle des Sportvereins haben die Aktiven einen Gymnastikraum selbst ausgebaut. „Er hilft uns ein bisschen, auszuweichen.“ Darüber hinaus will der Sportverein Räumlichkeiten mit einer Größe von 150 bis 200 Quadratmetern suchen, vielleicht gibt es gemeinsam mit dem Skiclub Möglichkeiten. „Das wird eine Aufgabe sein“, so Oesterle. Er weiß: „Langfristig träumen alle Sportvereine von einer weiteren Halle. Aber das ist natürlich Utopie.“

Sportverein, das bedeutet mehr als Sport, verweist Oesterle auch auf die Integration. Bei den Fußballern sind inzwischen einige Flüchtlingskinder aktiv. Das geht nicht ohne engagierte Ehrenamtliche. Die werden auch im Sportverein gebraucht. Indes: „Ehrenamtliche zu finden wird immer schwieriger. Man muss gute Voraussetzungen schaffen“, beobachtet der Vorsitzende.

Musikverein Gemeindekapelle und Skiclub

Wie steht’s um die Zusammenarbeit mit der Gemeinde? Nachgefragt auch beim Musikverein Gemeindekapelle und beim Skiclub. „Es ist ein Miteinander, nicht ein Gegeneinander“, sagt Florian Loup zur Kooperation mit Gemeinde, Bauhof und Rathaus. „Es läuft.“ Thomas Gemmrich vom Skiclub schließt sich dem an.

Alles gut also? Nun ja. Ein Anliegen hat Florian Loup zur Staufenhalle. Er hat „den dringenden Wunsch, dass man die Empore nutzen kann“. Hier hapert es an einem zweiten Flucht- und Rettungsweg. „Die Leute gehen gern hoch“, weiß er von Veranstaltungen wie beispielsweise dem Neujahrskonzert. Und wenn sie’s nicht könnten, würden sie sauer. So hofft der Musikvereinsvorstand auf Abhilfe.

Der Musikverein Gemeindekapelle und der Sportverein gehören zu den festtragenden Vereinen der Plüderhäuser Festtage, die inzwischen eine jahrzehntelange Tradition haben. So ist natürlich für Florian Loup und Michael Oesterle auch interessant, wie sich die Festtage weiterentwickeln könnten. „Es ist immens, was von den Vereinen und Mitgliedern geleistet wird“, sind sie sich einig.

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