Wahl-Check Plüderhausen Kommentar: Schluss mit lustig

Unsere Redakteurin Nadine Zühr kommentiert Thomas Hornauers Verhalten bei der Kandidatenvorstellung. Foto: ZVW/Alexander Roth

Plüderhausen. Fassungslos sei sie, sagte eine Zuhörerin nach der Kandidatenvorstellung. Das trifft’s. Sicher, über manche Bemerkung und schlagfertige Antwort ließ sich an diesem Abend herzhaft lachen. Kommunalpolitik macht eben auch Spaß.

Doch bei anderen Äußerungen ist einem das Lachen im Halse steckengeblieben. Darf man einen Moderator einen Diktator nennen? Darf man seinen Mitbewerber als Pfeife bezeichnen? Darf man bei einer öffentlichen Veranstaltung dazwischenschreien, die Regie an sich reißen, ja, sogar Familienangehörige der Kandidaten bloßstellen? Darf man anderen alles unterstellen, was einem offenbar so in den Sinn kommt? Mit diesen Fragen hat sich Thomas Hornauer nicht aufgehalten. Deshalb an dieser Stelle die Antwort: Nein, das darf man nicht.

Es gehört sich nicht als Kandidat, vor allem aber nicht als Mensch. Und hier hört der Spaß auf. Jedem Gegenüber gebührt zunächst Respekt, unabhängig davon, ob es die eigenen Ansichten teilt, ob man es für qualifiziert hält, unabhängig von der Situation des Wahlkampfs. Abgesehen von Vorbildfunktion, Bürgermeisteramt und der Verantwortung für Menschen, die damit einhergeht: Respekt ist die erste, unabdingbare Bedingung für ein gleichberechtigtes Zusammenleben und Demokratie. Wer ihn nicht zeigt, stellt sich über andere.

Und, auch das sei betont: Größe erreicht man nicht, indem man andere kleiner machen will. Insofern warf das, was die Zuschauer an diesem Abend zum Teil ertragen mussten, ein beredtes Licht. Für die Bürgermeisterwahl mag jeder seine Schlüsse daraus ziehen.

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