Wahl-Check Plüderhausen Was die Walkersbacher wollen

Die Bewerber für die Bürgermeisterwahl haben sich auch den Walkersbachern vorgestellt. Vorn am Podium sind Tilmann Kropf von der Gemeinde (von links nach rechts), Gemeinderätin Claudia Jensen, Gemeinderat Ulrich Scheurer sowie die Kandidaten Thomas Hornauer (am Rednerpult), Andreas Schaffer, Friedhild Anni Miller und Christian Maier zu sehen. Foto: Habermann / ZVW

Plüderhausen-Walkersbach. Probleme mit Nachbarn rund ums Bürgerhaus, unechte Teilortswahl, Beiträge zur Gartenschau: Auch die Walkersbacher Bürger haben ihre Anliegen. Sie haben die Gelegenheit genutzt, die Bewerber für das Bürgermeisteramt bei der Kandidatenvorstellung im Bürgerhaus direkt zu fragen. Die Bewerber haben in ihren Reden unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt.

Auch in Walkersbach haben sich die vier Bewerber zunächst in viertelstündigen Reden vorgestellt. Viel ist im Wahlkampf schon gesagt worden, unlängst bei der Kandidatenvorstellung in der Staufenhalle. So waren bei diesem Termin besonders die Walkersbacher Akzente interessant. Bürgermeister Andreas Schaffer hob dabei das bürgerschaftliche Engagement und dessen Tradition sowie das „überdurchschnittlich breite und intensive Vereinsleben“ hervor. Mit dem Oktoberfest gebe es ein „regionales Großereignis“, das die Dorfgemeinschaft als „jährlichen Kraftakt“ stemme.

Schaffer: "Auch in Walkersbach haben wir investiert"

Die Investitionen in die Infrastruktur seien auf einem „Rekord-Niveau“, sagte Schaffer. Er verwies auch auf die Umstellung der Straßenbeleuchtung und neue Fahrzeuge und Geräte für die Feuerwehr in Walkersbach. In der Kinderbetreuung gebe es mehr und flexiblere Angebote, etwa im Waldkindergarten. „Auch in Walkersbach haben wir investiert“, so der Kandidat und Amtsinhaber. Schaffer nannte zum Beispiel den Kindergarten, den Glasfaseranschluss oder die Wasserleitung im Glasweg. Als künftige Projekte führte er etwa einen neuen Spielplatz im Zusammenhang mit der Parkplatzgestaltung am Bürgerhaus Walkersbach, die LED-Umstellung der Straßenbeleuchtung und eine Benutzungsordnung für das Bürgerhaus im Dialog mit Nutzern und Nachbarn an. Zudem will Schaffer einen Anschluss an den Bürgerbus Welzheimer Wald sichern. Der Gemeinderat wird sich in der nächsten Klausurtagung mit dem Wahlsystem für Walkersbach beschäftigen, informierte Schaffer. Dabei geht es um die unechte Teilortswahl, die einem Walkersbacher Vertreter einen Sitz im Gemeinderat garantiert.

Friedhild Anni Miller: Beide Seiten müssen aufeinander zugehen

Schaffers Mitbewerberin Friedhild Anni Miller hatte sich ebenfalls zu Walkersbach vorbereitet. Sie betonte: „Auch das Bürgerhaus hier mit dem Bauerntheater und der Salzkuchenhocketse muss ganz klar erhalten bleiben.“ Aber dazu müssten, Stichwort Lärmprobleme und Nachbarschaft, beide Seiten aufeinander zugehen. Die Kandidatin hatte Kontakt mit einem Nachbarn aufgenommen und sich zum Konflikt näher informiert, sich für ihre Aussagen in der Staufenhalle diesbezüglich entschuldigt und erwähnte entstandene Sachbeschädigungen. Sie unterstütze keine „Selbstjustiz“, stellte Miller klar und sah Möglichkeiten für eine Einigung. Wenn sie Bürgermeisterin wird, will sie vermitteln.

Kandidat Christian Maier trug ebenfalls seine Vorstellungsrede vor, ging aber auf Walkersbach nicht im Besonderen ein.

Hornauer würde Walkersbach gern autark sehen

Kandidat Thomas Hornauer, mit Kappe und Jeans, ließ sich erneut filmen. „Ich bin Walkersbach. Ich bin euer Vorbild“, sagte Thomas Hornauer zu den Zuhörern und lachte. Diese hätten alles nicht geschafft, was er geschafft habe. „Schwerer Geld zu verdienen als in Walkersbach geht’s nicht“, sagte Hornauer, der viele Jahre lang eine Wirtschaft in Walkersbach betrieben hatte. Wenn er Bürgermeister von Plüderhausen würde, würde er Walkersbach mit seinem Potenzial stärken. Falls das möglich wäre, würde Hornauer Walkersbach gern autark sehen, weg von Plüderhausen, teilte der Kandidat unter anderem mit.

Walkersbach sei „seine Wiege“, sagte Hornauer ferner. Im Kernthema gehe es um „Identitätsbewusstsein“, er erläuterte seine Vorstellungen dazu. Hornauer bot an: „Ich teile meine Lebenserfahrung mit euch.“ Er habe ein Dorf gebaut, das größer sei als Walkersbach. „Walkersbach entscheidet heute sein Schicksal“, meinte Hornauer und empfahl, die Walkersbacher sollten ihn geschlossen wählen oder gar nicht.

Bürgerhaus: Thema bei der Fragerunde der Zuhöhrer

Anschließend nutzten die Zuhörer die Gelegenheit, Fragen zu stellen. Ein Herr thematisierte die Probleme in der Nachbarschaft des Bürgerhauses. Das Gebiet um das Bürgerhaus sei ein allgemeines Wohngebiet. Als eine Lösung regte er an, das Areal in ein Dorfgebiet zu ändern mit höheren zulässigen Lärmwerten. Warum wurde das nicht gemacht? „Wenn man das Bebauungsplangebiet ändert, hat der bestehende Eigentümer Bestandsschutz“, sagte Andreas Schaffer. Das bringe keine Verbesserung im Ergebnis. Friedhild Anni Miller räumte ein, das nicht beurteilen zu können. Sie würde aber eine Bürgerversammlung einberufen und wies auf einen Bürgerhaushalt hin, bei dem die Bürger entscheiden würden und es so gehandhabt würde, wie es die Mehrheit wünsche. „Ich glaube jetzt mal Herrn Schaffer, was er sagt“, meinte Kandidat Christian Maier zum Thema. Es gehe um den kulturellen Aspekt, der nach vorn gehöre. Maier sagte, er würde alle Möglichkeiten ausschöpfen und auf Machbarkeit prüfen. Er wolle Ruhe und Rechtssicherheit, dass das kulturelle Leben wie gewohnt beibehalten werden könne. „Mached’s wie ich, fahred Tesla. Denkt modern und ned konservativ“, riet Thomas Hornauer unter anderem zum Lärmproblem.

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