Im zweiten Teil der Veranstaltung hatten die Besucher in der Staufenhalle die Gelegenheit, Fragen an die Bürgermeisterkandidaten zu stellen. Das wurde auch weidlich genutzt. Foto: Gaby Schneider / ZVW

Plüderhausen. Mit rund 600 Besuchern war die Plüderhäuser Staufenhalle gestern Abend bei der Veranstaltung der Zeitung zur Bürgermeisterwahl in Plüderhausen so gut besucht wie selten. Skurriles gab’s, Unterhaltsames und sehr viel Informatives. Einer freilich fehlte auf dem Podium: Kandidat Thomas Hornauer. Er zog es vor, mit einem immer wieder nachgefüllten Weizenglas in der ersten Reihe zu sitzen.

Da blieb er bis zum Schluss, und das änderte sich auch nicht, als Mit- und Dauerkandidatin Friedhild Anni Miller ihn kurz vor Ende aufforderte, auf die Bühne zu kommen. Zuvor hatte sie erklärt, Hornauer sei nicht hier oben, weil er die Presse für korrupt halte. Hans Pöschko, Leiter der Redaktionsleiter der Schorndorfer Nachrichten und Moderator der Veranstaltung, konterte souverän: „Damit können wir leben.“ Und erklärte, warum Hornauer nicht neben Andreas Schaffer, Christian Maier und Fridi Miller auf der Bühne war: „Er hat eine Antrittsgage verlangt, und die haben wir nicht bezahlt.“ 75 000 Euro wollte der Plüderhäuser, diese Zahl sei an dieser Stelle gerne noch einmal erwähnt.

Hornauers Aufzug für Otto Normalbürger nicht nachvollziehbar

Schon vor Beginn präsentierten sich Miller und Hornauer als die, die Skurriles in die Veranstaltung brachten. Miller trug einen Hornauer-Kleber auf dem Oberteil ihres Kostüms, Hornauer, der in einem für Otto Normalbürger nicht nachvollziehbaren Gewand auftrat, einen „Fridi für Deutschland“-Bäbber auf dem Rücken. Platziert von Miller. Sie tat dann im Übrigen kund, Hornauer und sie wollten Plüderhausen als eine Art Bürgermeister-Doppelspitze führen, so sie gewählt würden. Nicht klar wurde, wie das genau aussehen soll. Vor der Veranstaltung hatte Miller dem Vertreter der schreibenden Zunft noch gesagt: „Ich mache Wahlkampf für Thomas Hornauer, das können Sie notieren.“ Der tat, wie ihm geheißen, deshalb ist es an dieser Stelle auch nachzulesen.

Unterhaltsam

Unterhaltsam war die Veranstaltung aber nicht nur wegen Miller und Hornauer, sondern auch wegen der Fragestellungen von Moderator Hans Pöschko und – zumindest größtenteils – der Antworten der Kandidaten. Christian Maier beispielsweise antwortete auf die Frage, was er tun würde, falls er am 25. Februar zum Bürgermeister von Plüderhausen gewählt würde: „Laut juhu schreien“, Anni Miller darauf, wenn es ihr nicht gelänge, Schaffer vom Thron zu stoßen: „Dann werde ich Bundeskanzlerin.“ Das will sie ja schon lange.

Das Informative kam für die 600 Besucher in der Staufenhalle, die Schultes Schaffer in den 32 Jahren seiner bisherigen Amtszeit nur zweimal so voll gesehen hat wie gestern Abend („bei der Kandidatenvorstellung der Gemeinde Plüderhausen vor meiner ersten Wahl und beim Auftritt der ,Kleinen Tierschau‘“) allerdings auch nicht zu kurz. Themen waren unter anderem das Areal der Schlossgartenschule (hier vor allem die Zukunft des Kinderschüle, das nach derzeitigem Stand keine hat), die Ostüberführung (seit 1985 im Flächennutzungsplan, aber bisher nicht einmal in der konkreten Planung), eine barrierefreie Bahnunterführung, Angebote für Jugendliche und natürlich auch die Problematik in Walkersbach wegen der Veranstaltungen im Bürgerhaus.

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