Wahl-Check Rudersberg Kandidatin Relindis Pfisterer im Gespräch

Auch Relindis Pfisterer möchte Bürgermeisterin in Rudersberg werden. Foto: Zühr

Rudersberg. Bürgerbeteiligung, eine europäische Partnergemeinde, ein Jugendgemeinderat, nachhaltige Wirtschaftsförderung sowie ein durchgehendes Shared-Space-Konzept, das sind einige der Ziele, für die sich Relindis Pfisterer als Bürgermeisterin von Rudersberg starkmachen würde. Die 55-Jährige hat in der vergangenen Woche ihre Kandidatur bekanntgegeben. Dass es da bereits vier Mitbewerber gab, schreckte sie nicht.

Video: Relindis Pfisterer will Bürgermeisterin von Rudersberg werden.

Relindis Pfisterer arbeitet als Bildungsreferentin bei der Akademie Ländlicher Raum in Schwäbisch Gmünd und als Lehrerin im Bildungszentrum Weissacher Tal. Was hat sie bewogen, Bürgermeisterin werden zu wollen? „Das war immer mein Wunsch, den ich zurückgehalten habe“, sagt die 55-Jährige. Sie komme aus einer Familie von Bürgermeistern, erzählt sie: Auch Großvater und Onkel hatten das Amt eines Schultes inne, der Vater war Gemeinderat. „Jetzt ist es halt die Gelegenheit, die ich beim Schopf packen wollte, um meine Visionen, meine Ideen einzubringen in die Gemeinde.“

Frauen sollen in der Kommunalpolitik Führungspositionen übernehmen

Warum als Bürgermeisterin? „Frauen sollten sich in der Kommunalpolitik auch mal zeigen, auch Führungspositionen übernehmen“, sagt Pfisterer. „Der Gestaltungsspielraum ist wesentlich größer als auf Ortschaftsrats- oder Gemeinderats-Ebene.“ Und, sagt Pfisterer unter anderem, es gehe ihr auch ein bisschen darum, „der Gemeinde etwas zurückzugeben. Ich finde es nicht selbstverständlich, nur zu konsumieren.“

Ihre Bewerbung hat Pfisterer Mitte der vergangenen Woche bekanntgegeben, gestern endete die Bewerbungsfrist. Warum so spät? „Ich habe mich spät entschlossen, das gebe ich zu. Es dauert, bis die Vorarbeiten gemacht sind.“ Sie habe auch abwarten wollen, wer sich noch bewirbt. Dass es dann bereits vier Mitkandidaten waren, das hat Relindis Pfisterer aber nicht geschreckt.

15 Jahre leitete sie das Studienzentrum der Fernuniversität Hagen

Relindis Pfisterer lebt seit elf Jahren mit ihrem Mann in Steinenberg. Sie kam in Neckargerach im Neckartal zur Welt. Nach dem Abitur in Markgröningen folgten ein Praktikum für Keramik-Design sowie eins für Forstwirtschaft, Letzteres in Frankreich. Dort studierte Relindis Pfisterer und machte einen Master in Soziologie. Außerdem absolvierte sie einen Aufbaustudiengang in Betriebswirtschaftslehre.

Nach dem Studium zog es Relindis Pfisterer nach Deutschland zurück. Sie arbeitete im Finanzbereich, war in Buchhaltung und Controlling für mehrere Unternehmen tätig. Ab 1999 leitete sie 15 Jahre das Studienzentrum der Fernuniversität Hagen in Schwäbisch Gmünd. Eine vielseitige Führungsposition. Es galt etwa, sich um Mittel zu kümmern, für Finanzen, Personalarbeit, Lehr- und Sonderveranstaltungen Sorge zu tragen. Das Studienzentrum schloss 2014, weil die Fernuniversität auf Regionalzentren in den Landeshauptstädten setzte.

Bürgermeisteramt wäre erste kommunalpolitische Aufgabe

Relindis Pfisterer arbeitet nun halbtags als Bildungsreferentin bei der Akademie Ländlicher Raum in Schwäbisch Gmünd, einer Einrichtung des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz. Darüber hinaus unterrichtet sie als Lehrerin als Krankheitsvertretung am Bildungszentrum Weissacher Tal.

Bisher hat sich Relindis Pfisterer nicht kommunalpolitisch engagiert. „Das ist meine erste kommunalpolitische Aufgabe, die ich gern übernehmen möchte“, sagt sie zur Bewerbung als Bürgermeisterin. Für Kommunalpolitik interessiert sie sich, sagt Pfisterer, berichtet von der Arbeit im Studienzentrum, das bei der Stadt Schwäbisch Gmünd angesiedelt war, wo es Verwaltungswege einzuhalten galt und sie auch das Studienzentrum beispielsweise gegenüber dem Gemeinderat repräsentiert hat.

Durch Runde Tische die Bürger einbeziehen

Als Bürgermeisterin eine Gemeindeverwaltung zu leiten mit vielen Fachgebieten und -themen, Relindis Pfisterer traut es sich zu. „Ich denke, da kann man sich einarbeiten“, sagt die Bewerberin und verweist unter anderem auf ihre Erfahrungen in der Akademie des Ministeriums, auf Führungserfahrung im Studienzentrum und nicht zuletzt auf den Unterricht, den sie gibt. „Schule ist meiner Meinung nach auch Führung, eine andere Art von Führung.“

Falls sie zur Bürgermeisterin gewählt wird, möchte sich Relindis Pfisterer für viele Ziele einsetzen. Für Bürgerbeteiligung zum Beispiel. Pfisterer will durch Runde Tische die Bürger einbeziehen, „eigentlich in allen Bereichen“. Bei Vereinen könnte es etwa um Synergien, Kooperationen oder Förderungen gehen.

Pfisterer strebt Jugendgemeinderat an

Eine europäische Partnergemeinde für Rudersberg liegt Relindis Pfisterer ebenfalls am Herzen. „Wir leben in Europa. Es ist wichtig, das hier zu leben.“

Einen Jugendgemeinderat strebt die Kandidatin an. „Ich habe immer den Eindruck, als wäre die Jugendarbeit hier vernachlässigt.“ Rudersberg hat einen Seniorenrat. „Die Jugendlichen haben auch ein Mitspracherecht.“

Stichwort nachhaltige Wirtschaftsförderung, auch ein Ziel der Bewerberin. „Man muss auf regionale Produkte setzen und Qualität“, unterstreicht Relindis Pfisterer. Dafür brauche es Informationen. „Es muss dem Bürger auch bewusst werden, wenn man regional konsumiert, dass man dann etwas für die Kaufkraft vor Ort tut.“

Ein Satz in der Pressemitteilung zur Kandidatur lädt auch zur Nachfrage ein. „Durch gemeinschaftsfördernde Architektur können interessante Treffpunkte zum kulturellen Austausch geschaffen werden“, hieß es da. „Wie ein Gebäude aussieht, macht ein Gebäude attraktiv“, so Relindis Pfisterer im Gespräch. Dabei denkt sie etwa auch daran, ein Betreutes Wohnen für Senioren und Kindergarten oder Schule näherzubringen, „dass die Menschen sich austauschen können“. Auch ein Mehrgenerationen-Café fände sie toll, obgleich sie weiß: „Da bräuchte man Aktive oder einen Verein, der das in die Hand nimmt.“


Boule-Spiel, Engagement für Frauen und Garten

Relindis Pfisterer spielt leistungsorientiert Boule. „Das nimmt viel Zeit in Anspruch.“ Sie trainiert regelmäßig und fährt zu Wettbewerben. „Deswegen habe ich das mit dem kommunalpolitischen Engagement seither zurückgestellt.“ Gespielt wird im Verein „Les sept Présidents Schorndorf“, und zwar in der Regionalliga sowie bei den deutschen Meisterschaften. Als in Steinenberg und Rudersberg Boule-Plätze gebaut wurden, „da habe ich mein Know-how einfließen lassen“, sagt Relindis Pfisterer. In Steinenberg bot sie zudem Einführungen zum Boule-Spiel an.

Die 55-Jährige engagiert sich außerdem ehrenamtlich im Frauenclub „Soroptimist International“ in Schwäbisch Gmünd. „Soroptimist International (SI) ist die weltweit größte Service-Organisation berufstätiger Frauen mit gesellschaftspolitischem Engagement“, heißt es auf der Homepage von Soroptimist International Deutschland. „Soroptimistinnen befassen sich mit Fragen der rechtlichen, sozialen und beruflichen Stellung der Frau und vertreten die Position der Frauen in der öffentlichen Diskussion.“

Weiteren Hobbys geht Relindis Pfisterer mit der Malerei und mit der Pflege eines großen Gartens nach.


Info

Weitere Informationen zu Relindis Pfisterer finden Sie auf ihrer Homepage.

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