Wahl-Check Schwaikheim Gegenkandidatin für Gerhard Häuser

Friedhild Anni Miller bewirbt sich bei den Bürgermeisterwahlen in Urbach und Remshalden. Foto: privat

Schwaikheim. Gerhard Häuser bekommt bei der anstehenden Bürgermeisterwahl doch einen Mitbewerber beziehungsweise eine Mitbewerberin. Um den Schlaf wird ihn Friedhild Anni Miller aber wohl kaum bringen. Es sei denn, die 48-Jährige nimmt ihn und Schwaikheimer ebenso ins Visier wie Oberbürgermeister Bernd Vöhringer und dessen Sindelfinger Bürgerschaft.

Miller, die aus Böblingen stammt und in Sindelfingen wohnt, hatte im vergangenen Mai bei der OB-Wahl gegen Vöhringer kandidiert. Sie kam auf 4,4 Prozent. Sie hat sich mit Vöhringer aber nicht nur politisch angelegt, sondern lag mit ihm auch juristisch im Clinch. Laut Stuttgarter Zeitung zeigte er sie an, weil sie ihn und die Sindelfinger Bürger massiv und obszön beleidigt hatte.

„Ich will Bundespräsidentin oder Bundeskanzlerin werden“

Miller wird sich bei ihrer Kandidatur wohl nicht auf Schwaikheim konzentrieren können. Denn laut „Mannheimer Morgen“ beziehungsweise „Fränkischen Nachrichten“ bewirbt sie sich auch um dem Rathauschefposten in Niederstetten, das in Hohenlohe im Main-Tauber-Kreis liegt. Die Wahl dort findet am 4. Februar statt. Sie hatte sich außerdem mal um einen Sitz im Böblinger Kreistag beworben, erhielt ein Prozent der Stimmen.

Allerdings gehen ihre Ambitionen laut Focus.de weit über Niederstetten, Sindelfingen, Böblinger Kreistag und sogar Schwaikheim hinaus. Die Online-Ausgabe des Nachrichtenmagazins zitiert sie mit dem von Ehrgeiz und Selbstbewusstsein zeugenden Satz „Ich will Bundespräsidentin oder Bundeskanzlerin werden.“ Sie wird dort allerdings auch mit dem Eingeständnis beziehungsweise der Selbsterkenntnis wiedergegeben, „ein bisschen durchgeknallt“ zu sein. „Bild“ hatte der Frau, die viele Jahre als Kontoristin beziehungsweise Sekretärin bei Daimler beschäftigt war und wegen Widerstand und Beleidigung gegen Vollstreckungsbeamte verurteilt wurde, tatsächlich einen Titel verliehen, nämlich „Stuttgart nervigste Querulantin“ zu sein. Anlass zu dieser Auszeichnung waren über 100 Strafanzeigen von ihr, unter anderem gegen ihren „Lieblingsfeind“ Vöhringer.

32 000 Euro bei Jauch gewonnen

Miller hat allerdings auch schon über die Region hinaus für Aufsehen gesorgt. Sie gewann 2011 bei Jauch 32 000 Euro und hatte in der Folgezeit ihren Porsche und ihren Mini mit Anti-Merkel-Aufklebern übersät, wie die Online-Ausgabe des „Stern“ berichtet. Der Porsche sollte ihr übrigens laut dieser weggenommen, nämlich zwangsversteigert, werden, wegen vermeintlicher Unterhaltsschulden.

Miller wird bei 13 Bürgermeisterwahlen kandidieren

Im Interview am Telefon räumt Miller auf Nachfrage ein, dass sie Schwaikheim nicht kennt, noch nie dort war. Nein, sie plane da auch keinen Wahlkampf, dafür habe sie gar keine Zeit, werde also auch nicht vor Ort sein. Auf die offizielle Kandidatenvorstellung der Gemeinde hingewiesen, meint sie: „Ach so, ja da komme ich natürlich.“ Ihr Zeitmangel ist wohl auch dem geschuldet, dass sie, wie sie weiter berichtet, bei „allen“ 13 Bürgermeisterwahlen in der Region, die in nächster Zeit stattfinden und von denen sie aus dem Internet weiß, kandidieren wird, unter anderem für den OB-Posten in ihrer Geburtsstadt Böblingen.

Sie wolle „das korrupte System mit seinen eigenen Waffen bekämpfen“

Eigentlich gehe es ihr mit ihren Bewerbungen aber darum, auf Missstände aufmerksam zu machen. Wahlen böten nun mal dafür das meiste Publikum, diese Gelegenheiten wolle sie eben ausnützen. Sie wolle „das korrupte System mit seinen eigenen Waffen bekämpfen“, so Miller, die als ihren derzeitigen Beruf auf Nachfrage „Familienhelferin“ angibt. Wenn sie denn aber gewählt würde, werde sie das Amt natürlich annehmen und sich dafür mit allen Kräften einsetzen, verspricht sie. Apropos Wahl: Das Ziel, Bundeskanzlerin zu werden, verfolge sie nach wie vor, sie habe ja auch für den Bundestag kandidiert. Eigentlich jedoch sei davon überzeugt, „dass die Wahlen gefälscht sind“. Sie sei überzeugt, „dass das System mich kaputtmachen will.“ Sie hat da auch jemand konkret im Verdacht: Scientology verfolge sie seit langem.

  • Bewertung
    19
 

0 Kommentare

Kommentieren

  1. (Anschrift und E-Mail sind keine Pflichtangabe, allerdings können Kommentare ohne Angabe der vollständigen Adressdaten in der gedruckten Ausgabe leider nicht berücksichtigt werden. E-Mail, Straße und Nummer werden nicht veröffentlicht.)
    Kommentare werden vor der Veröffentlichung auf der Seite geprüft. Es gelten unsere Kommentarregeln (siehe Link oben rechts) und unsere Datenschutzerklärung . Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden nicht veröffentlicht.

Heute in Ihrer Tageszeitung

  • Waiblinger Kreiszeitung
  • Schorndorfer Nachrichten
  • Winnender Zeitung
  • Welzheimer Zeitung
Lust auf mehr?

Lesen Sie Ihre Zeitung immer und überall digital: Hier ePAPER-Angebote entdecken!