Wahl-Check Schwaikheim Kommentar: Die Schwäche von Gerhard Häuser

Unsere Redakteurin Diana Feuerstein kommentiert das ZVW Wahlgespräch. Foto: Habermann/ZVW; Montage: Mogck/ZVW

Schwaikheim.
Gerhard Häuser hat eine Schwäche für Zahlen, Daten und Fakten. Welche Projekte in jüngster Vergangenheit in Schwaikheim begonnen wurden, wann etwas fertiggestellt, und wie viel Geld an welcher Stelle investiert wird, kann er im Schlaf runterrattern, ohne einmal kurz innehalten zu müssen. Er war gut vorbereitet und hatte sämtliche Unterlagen dabei, die er vorlesen und zitieren konnte.

Was ihm aber schwerfällt, ist, einmal zu sagen, was ihm persönlich am Herzen liegt, wofür er sich verkämpfen würde, welchen Traum er für Schwaikheim hat, den er realisieren möchte. Ebenso fällt es ihm schwer, einfach mal klar zu sagen, dass der Bürger mit seinen Bedenken recht hat, wie es bei Michael Wild der Fall war, als er die Parkplatzproblematik in der Neuen Ortsmitte angesprochen hat. Fakt ist, dass derzeit 46 Wohnungen vorgesehen sind und nicht wie bisher 34, nachdem der Gemeinderat der Umplanung – keine Gewerberäume – zugestimmt hat. Für diese wird es aber nur 37 Stellplätze geben.

Edgar Schwarz "überrascht von Häusers Tirade"

Während ein großes Gegenfeuer der Schwaikheimer SPD, nachdem Häuser sie am Freitag bei der Kandidatenvorstellung der Gemeinde angegriffen hat, ausblieb, nahm Edgar Schwarz in seiner Ansprache in gewohnt ruhiger Manier Bezug darauf und zeigte sich „überrascht von Häusers Tirade“. Überhaupt machte Schwarz als Bürgermeisterkandidat eine gute Figur. Er ist länger Mitglied des Gemeinderats als Häuser Bürgermeister von Schwaikheim.

Doch auch am Montag sprang der Funke aufs Publikum nicht über, und eine in ihm brennende Leidenschaft für das Amt des Bürgermeisters wird nicht deutlich, beispielsweise, wenn er von der „Branche“ spricht, in welche er einsteigen möchte. Es wirkt, als sei ihm „diese Branche“ noch nicht ganz vertraut. Ein Bürgermeister muss anpacken und Dinge aktiv in die Wege leiten können – allein wie sich Schwarz präsentiert hat, haben ihm das sicherlich nur wenige im Saal zugetraut.

Fridi Miller: Zu viele Kandidaturen

Fridi Miller trug auch am Montagabend einiges zur Erheiterung und Stimmung in der Gemeindehalle bei. Dass sie es wirklich ernst mit Schwaikheim meint, hat ihr auch am Montagabend niemand abgekauft. Dafür hat sie mit 50 Bewerbungen einfach zu viele Kandidaturen am Laufen. Ein Bürgermeister oder eine Bürgermeisterin muss auch eine Liebe für den Ort und seine Landschaft mitbringen – diese zeigten Gerhard Häuser und Edgar Schwarz, aber nicht Fridi Miller. Einige Patzer oder Versprecher hat sie gekonnt weggelacht, auch hat sie es verstanden, immer wieder ihre Ideen wie den Bürgerhaushalt ins Spiel zu bringen, was aber bei weitem nicht ausreicht.


Das Wahlgespräch

Das ZVW-Podiumsgespräch der Winnender Zeitung zur Bürgermeisterwahl in Schwaikheim fand am Montag, 22. Januar, um 19.30 Uhr in der Gemeindehalle, Rosenstraße, statt. Wir waren mit der Kamera vor Ort und haben einige Eindrücke vom Abend für Sie eingefangen.

  • Bewertung
    1
 

0 Kommentare

Kommentieren

  1. (Anschrift und E-Mail sind keine Pflichtangabe, allerdings können Kommentare ohne Angabe der vollständigen Adressdaten in der gedruckten Ausgabe leider nicht berücksichtigt werden. E-Mail, Straße und Nummer werden nicht veröffentlicht.)
    Kommentare werden vor der Veröffentlichung auf der Seite geprüft. Es gelten unsere Kommentarregeln. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden nicht veröffentlicht.

Heute in Ihrer Tageszeitung

  • Waiblinger Kreiszeitung
  • Schorndorfer Nachrichten
  • Winnender Zeitung
  • Welzheimer Zeitung
Lust auf mehr?

Lesen Sie Ihre Zeitung immer und überall digital: Hier ePAPER-Angebote entdecken!