Wahl-Check Schwaikheim Vereine: Guter Kontakt zu Bürgermeister Häuser

Seit mehr als 20 Jahren gibt es den Mittagstisch in der Begegnungsstätte. Die Idee hierbei ist, dass Jung und Alt zusammenkommen, weshalb die Sechstklässler der Ludwig-Uhland-Schule das Projekt unterstützen und bei der Bewirtung mithelfen Foto: ZVW Redaktion

Schwaikheim. Vereine prägen den Ort und tragen mit dem Angebot zum Gemeinwohl bei. Manche von ihnen organisieren Hilfe für die Allgemeinheit. Was wäre ein Fest ohne die Musik eines Musik- oder Gesangvereins oder die Ehrenamtlichen, die für die Bewirtung sorgen? Deshalb haben wir uns bei Vereinen umgehört und sie gefragt, ob sie sich ausreichend unterstützt fühlen und was sie sich für die Zukunft wünschen.

Ob als Vorlesepaten in der Bücherei, bei der Hausaufgabenhilfe für Grundschüler an der Ludwig-Uhland-Schule oder beim Mittagstisch in der Begegnungsstätte – der Verein Bürger helfen Bürgern organisiert seit mehr als 20 Jahren Hilfe für die Allgemeinheit. „Es gibt viele, die sich engagieren“, sagt eine der beiden Vereinsvorsitzenden, Ingrid Boegler. „Wir können uns nicht beklagen.“

Worüber der Verein aber nicht zufrieden ist, ist die Tatsache, dass es keinen Raum gibt, den sie kostenlos als Büro nutzen können. Die Hilfe muss organisiert sein, sonst funktioniert sie nicht, so Boegler. Im Büro melden sich Interessierte für den Mittagstisch an. „Der Raum muss öffentlich zugänglich sein“, sagt sie. Warum ließe sich dieser nicht im Alten Rathaus einrichten?

Bürger helfen Bürgern: Einfach mal Danke sagen

Wünschenswert wäre aber auch ein Zuschuss seitens der Gemeinde. Der Verein kämpft wie viele andere mit der Tatsache, dass sich keine Jüngeren im Vorstand einbringen möchten. Wünschenswert wäre deshalb, wenn Vereine von der Verwaltung Unterstützung beim Erstellen von Flyern und der Internetseite erhalten würden. So könnten sie Kosten einsparen.

In Schwaikheim gibt es viele, die sich engagieren und einbringen. Denen sollte man einmal bei einer gesonderten Veranstaltung Danke sagen, so Boegler und spricht sich für einen Ehrenamtstag oder Ähnliches aus.

Sportfreunde Schwaikheim: Weitere Trainingshalle muss her

Mit einem ganz anderen Problem haben die Sportfreunde Schwaikheim zu kämpfen. Der Handballverein zählt rund 800 Mitglieder und hat sich sowohl mit den aktiven Männern und Frauen als auch mit der Jugendmannschaft, die in der Württembergliga vertreten sind, einen Namen gemacht. Die Trainingshallen teilen sie sich mit dem TSV und anderen Vereinen. „Im Winter wird es ganz schön eng“, sagt Vorstandsmitglied Jörg Motz und bezieht sich auf die Tatsache, dass Teile des Fußballtrainings des TSV auch nach drinnen verlegt werden. Mit den Ganztagsschulen verlagern sich die Trainingszeiten mehr in den Nachmittag und für die Aktiven in die Abendstunden.

Deshalb wünschen sie sich eine weitere Halle. Dies sei wichtig, um den Sportlern attraktive Trainingsmöglichkeiten bieten zu können. In der Vergangenheit seien sie auch schon in Kontakt mit Nachbarkommunen getreten, weil die Hallenzeiten nicht mehr ausreichten. Das Training in Winnenden stellt sie nun wieder vor neue Herausforderungen, weil etwa ein Fahrdienst organisiert werden muss. Für die Halle in einer anderen Kommune müssten die Sportler 40 Euro je Stunde bezahlen, was sich der Verein nicht leisten könne. Vom Bürgermeister wünschen sich die Sportfreunde, dass er die Planung für eine weitere Halle in ein oder zwei Jahren anstößt. „Sonst tut sich da nichts“, so Motz, der gleichzeitig von einem sehr guten Kontakt zur Rathausverwaltung spricht.

Mandolinenclub: Guter Kontakt zur Schwaikheimer Verwaltungsspitze

Den guten Kontakt können auch andere Vereinsvertreter bestätigen. „Bei einem Anliegen unterstützt die Gemeinde einen – wir haben eine sehr gute Zusammenarbeit“, sagt der Mandolinenclub-Vorsitzende Jörg Schmidt und spricht die Tatsache an, dass die Gemeinde eingegriffen hat, als das Grundstück zum Verkauf anstand, auf welches das Vereinsheim gebaut ist. Es sei ein Geben und Nehmen. Hierbei sei es für ihn als Vereinsvertreter selbstverständlich, dass die Musiker des Vereins bei Veranstaltungen wie dem Senioren-Nachmittag oder dem Neujahrsempfang auftreten.

Verein INA: Mehr Transparenz bei Entscheidungen

Grundlegend zufrieden zeigt sich auch der Verein INA. „Man kann sich auf Herrn Häuser verlassen“, sagt Susanne Saltikiotis. Allerdings wünscht sie sich, dass sich die Verkehrssituation in der Ludwigsburger Straße verbessert. Unweit des Vereinsheims ist das Überqueren der Straße eine Herausforderung. Es fehlt der Gehweg. Wünschenswert wäre hier eine Einbahnstraße oder zumindest eine Geschwindigkeitsreduzierung.

Der Verein kümmert sich um die Belange der Flüchtlinge im Ort, weshalb Saltikiotis vom Bürgermeisterkandidaten fordert, dass er das Thema WLAN in den Unterkünften weiter voranbringt – gleich, ob es sich um eine Unterkunft des Landkreises oder der Gemeinde handelt. Außerdem wünscht sich der Verein mehr Transparenz bei Entscheidungen, beispielsweise um nachvollziehen zu können, warum ein weiterer Edeka in der Ortsmitte eingerichtet wird und nicht ein anderer Supermarkt oder Discounter.
 


Gerhard Häuser zu Vereinsanliegen

Kandidat Gerhard Häuser hat schriftlich geantwortet. Wir veröffentlichen nur ein Bruchteil seiner Antworten:

„... Mit der Gemeindehalle, der Fritz-Ulrich-Halle und der Wiesentalhalle verfügt die Gemeinde über drei Hallen. Zusätzlich besitzt der Radsportverein eine eigene Halle. Das ist überdurchschnittlich ... Seit geraumer Zeit wünschen unsere Vereine eine vierte Halle. Im Bebauungsplan Freizeitzentrum sind dafür und für einen Bürgersaal geeignete Standorte ausgewiesen, die erforderlichen Grundstücke haben wir erworben. Einem soliden, verantwortungsvollen Haushaltskurs verpflichtet, können wir nicht alle Großprojekte gleichzeitig stemmen, sondern nur nacheinander. Wir müssen Prioritäten setzen ... Dem Wunsch mehrerer Vereine nach Lagermöglichkeiten konnten wir zwischenzeitlich im Freizeitzentrum nachkommen - Musikverein, Sportfreunde und Gesangverein (in Planung) machen davon Gebrauch ...

Weil wir bis Sommer 2020 die Ludwig-Uhland-Schule ausbauen, um sämtliche Schulklassen dort unterzubringen, könnte das Gebäude unserer Eichendorffschule künftig als „Haus der Vereine“ fungieren ...

Die Planung für die Sanierung der Ludwigsburger Straße ist für dieses Jahr vorgesehen. Es ist uns gelungen, in das Landessanierungsprogramm aufgenommen zu werden. Deshalb erhalten wir Landeszuschüsse in Höhe von 580 000 Euro.“

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