Wahl-Check Welzheim Ein Wahlsieg auch für die Demokratie

Beifall im Welzheimer Ratssaal für den wiedergewählten Bürgermeister Thomas Bernlöhr mit seiner Familie. Foto: Schneider / ZVW

Welzheim. Als einen Sieg für die Demokratie wird in Welzheim die Bürgermeisterwahl vom Sonntag gefeiert. Mit mehr als 90 Prozent der Stimmen hat Amtsinhaber Thomas Bernlöhr ein Mandat für eine zweite Amtszeit bekommen. Hier einige Stimmen und Reaktionen.

„Es ist ein Triumph der Demokratie, dass sich die Wähler nicht von Spaß-Kandidaten überrumpeln haben lassen,“ stellte der Fraktionsvorsitzende der CDU Thomas Linzmair fest. „Das bedeutende Amt des Bürgermeisters bedarf eines Fachmanns, der die Geschicke der Stadt leiten kann.“ Es müsse auch für kleinere Kommunen eine Unterstützerliste als Voraussetzung zur Kandidatur vorgeschrieben sein.

Neue Visionen für die Zukunft entwickelt

Sehr positiv wertet auch SPD-Stadträtin Alexandra Veit das Wahlergebnis: „Die überwältigende Zustimmung für Bürgermeister Bernlöhr durch die Welzheimer Bürgerschaft mit einer durchaus bemerkenswerten Wahlbeteiligung für eine Bürgermeisterwahl freut mich ausdrücklich.“ Nachdem die Bürger zunächst davon ausgehen mussten, dass es keinen Gegenkandidaten für ihn geben würde, hat die SPD-Rätin das bunte Potpourri der anderen Kandidaten zugleich verblüfft, aber auch für die Welzheimer gefreut. Veit: „So kam es - auch wenn für mich keiner der anderen Kandidaten ernsthaft als Bürgermeister in Frage gekommen wäre - zu demokratischen Auseinandersetzungen, die uns als Stadt gut getan haben.“ Bürgermeister Bernlöhr habe diese neue Ausgangslage dazu genutzt, sich und seine Arbeit und Wirken einer Bilanz zu unterwerfen und neue Visionen für die nächsten acht Jahre zu entwerfen. Es sei nicht nur ein „weiter so“, sondern ein Neustart mit neuer Motivation daraus geworden. „Davon wird Welzheim, werden wir alle nur profitieren können.“

Fairer und bürgernaher Wahlkampf 

„Mich beglückt das Endergebnis. In einer älter werdenden Gesellschaft sprechen Menschen einem jungen Mann ihr Vertrauen aus. Das beeindruckt und bestätigt den bürgernahen Kurs von Thomas Bernlöhr“, stellt Martin Becker, Leiter des Friedensgebets und des Interreligiösen Dialogs fest. Es sei für ihn auch ein Ergebnis, das einen Wandel anzeige, den der Theologe Fulbert Seffensky wie folgt beschreibt: „Unsere Kinder sind nicht dazu da, uns selbst fortzusetzen. Wir Alten müssen lernen, dass unser Lebenskonzept, unsere Lebensweise endlich sind.“ Ein junger wiedergewählter Bürgermeister bedeute, dass Welzheim es Ernst mit der Zukunft meine und sich den Herausforderungen stelle. „Zudem arbeiten und wirken mit Thomas Bernlöhr erfahrene und visionäre Menschen.“ Dieses Zusammenspiel sei mit dem Wahlergebnis gewürdigt worden. Mit Klugheit sei der Kurs des Vorgängers mit dem eigenen Weg des Nachfolgers verbunden worden. Das tue wohl und sollte Schule machen. Nicht nur in der Kommune. Den Wahlkampf erlebte Martin Becker als fair und vor allem bürgernah. Ausdruck von Wertschätzung den Wählerinnen und Wählern gegenüber. „Mir gefiel, dass die Werbemittel sehr sparsam verwendet wurden. Persönliche Begegnung zählt mehr als jeder Hochglanzprospekt“, so Martin Becker abschließend.

Schaffer: Ergebnis hat mich nicht überrascht

Der wiedergewählte Plüderhäuser Bürgermeister Andreas Schaffer hat den Wahlkampf in Welzheim aus der Distanz verfolgt: „Glückwunsch an Thomas Bernlöhr zu einem sehr guten Ergebnis, das mich allerdings nicht überrascht.“ Der Kollege sei hochkompetent, fleißig und kommunikativ – ein guter Vertreter des Berufsstandes. Respekt und Anerkennung gebühre ihm wie er im Gemeindetag die Interessen der Kommunen vertritt. Zum Wahlkampf kann oder will Schaffer von der Ferne nicht viel sagen, außer, dass Thomas Bernlöhr einen professionellen offensiven Wahlkampf gemacht und vielleicht auch deshalb eine gute Wahlbeteiligung erreicht habe. „Aus der Ferne war Thomas Hornauers Wahlkampf in Welzheim erheblich zurückhaltender als in Plüderhausen.“

Landrat Richard Sigel sieht die Forderung nach Unterstützerunterschriften, um bei einer Bürgermeisterwahl zugelassen zu werden, mit Skepsis. Mit einer solchen Regelung für Kommunen in der Größenordnung von Welzheim würden nicht nur für die Scherzkandidaten, sondern auch für die anderen möglichen Bewerber die Hürden höher gelegt. Und ohnehin sei Voraussetzung einer solchen Regelung eine Änderung des entsprechenden Landesgesetzes. „Ein gewisses Ausmaß an solchen Kandidaten muss die Demokratie aushalten können“, so der Landrat am Sonntagabend im Gespräch mit unserer Zeitung. Das hat in Welzheim auch tatsächlich geklappt.


Das Zitat

„Ich wünsche Herrn Bernlöhr Gottes Segen sowie ein weises und hörendes Herz, das einst der biblische König Salomo von Gott für seine Amtszeit geschenkt erhielt.“ (Martin Becker).

  • Bewertung
    6
Der ZVW Morgen-Newsletter

Gut informiert in den Tag starten. Einfach kostenlos anmelden.

Heute in Ihrer Tageszeitung

Lust auf mehr?

Lesen Sie Ihre Zeitung immer und überall digital: Hier ePAPER-Angebote entdecken!