Wahlcheck Plüderhausen Im Wahlkampf unterwegs: Andreas Schaffer

Kommunalpolitik bei Kaffee und Berlinern: Andreas Schaffer (stehend) erklärt seine Vorstellungen für Plüderhausen. Foto: Alexandra Palmizi / ZVW

Plüderhausen. Gartenschau, Jugendhaus, Bahnhof, Spielplätze: Bei Andreas Schaffer geht’s im Wahlkampf quer durchs Gemeindeleben. Zum Beispiel beim „Wahlcafé“. Dazu hat er in eine Bäckerei eingeladen. Neun Gäste, auch kleine, sind gekommen. Sie erfahren mehr über die Vorstellungen des Bürgermeisterkandidaten und Amtsinhabers, der bei einigen Themen Nachholbedarf einräumt.

„Der Termin ist heute nicht so geschickt“, ahnt der Gastgeber beim Blick auf das Schneegestöber vor der Tür der Bäckerei in der Ortsmitte. Neun Gäste haben den Weg nicht gescheut, eine junge Familie etwa ist mit kleinen Kindern gekommen, ein Paar, das kürzlich nach Plüderhausen gezogen ist, ein Gemeinderat. Andreas Schaffer, in Sakko und Hemd, stellt sich vor. 32 Jahre sei er Bürgermeister und 63 Jahre alt. „Normalerweise hört man da auf.“ Es handele sich aber um eine „Sondersituation“. „Plüderhausen hat derzeit einen Lauf. Es boomt.“ In den vergangenen acht Jahren habe es eine „außergewöhnlich große, engagierte, breite Bürgerbeteiligung“ gegeben, im Rathaus arbeite ein tolles Team, in den letzten vier, fünf Jahren habe man „riesige Projekte abgewickelt“, die Gemeinde habe eine gute Finanzausstattung, zählt Schaffer auf. „Plüderhausen steht vor einem Riesen-Entwicklungssprung“, davon geht er aus. „In so einer Situation ist der Bürgermeister die zentrale Führungsfigur, die alles zusammenbringt.“ Da wäre es für Plüderhausen nicht gut, ein Experiment zu machen „mit Leuten, die noch keinen Tag im Rathaus gearbeitet haben“, sagt der Kandidat.

Gartenschau spielt eine große Rolle

„Die Gartenschau spielt eine große Rolle“, unterstreicht er. „Sie ist der Anlass, dass die Gemeinde einen großen Entwicklungssprung macht.“ Nachholbedarf macht Schaffer bei den Spielplätzen aus. 670 000 Euro würden für eine Kinderspielplatzkonzeption investiert. Der Redner berichtet über Projekte im Zusammenhang mit der Gartenschau, über den Spielplatz, der auf dem Marktplatz entstehen soll, „das wird in der Ortsmitte sicher eine Attraktion“, und über Boule- und Schachmöglichkeiten. Nachholbedarf macht er bei Grünanlagen aus und kündigte ein Konzept an. Im Ort gebe es zu wenig Bänke und Abfalleimer, das solle sich ändern. Und: „Wir haben kein Ortsleitsystem.“ Das habe man aus Kostengründen zurückgestellt, für die Gartenschau sei es ein Muss. Schaffer erklärt die Grünfläche, die zwischen dem Seniorenheim und der Papeterie „Donner“ entstehen soll, „wir werden die Aufenthaltsqualität in Richtung Ortsmitte deutlich stärken“, schildert die an der Rems geplanten Maßnahmen und anderes.

Der 63-Jährige spricht stehend, ruhig, sicher, arrangiert sich mit einer kopfhohen Deckenlampe, nennt Zahlen, Fakten, Kosten. Der langjährige Amtsinhaber weiß natürlich im Detail, wovon die Rede ist, und schlägt immer mal wieder einen Bogen von der Vergangenheit in die Zukunft. Etwa bei einem Essen, das Gastronomen für die Gartenschau anbieten könnten. Ein Nudelgericht sei als Beitrag im Gespräch, berichtet Schaffer und erinnert an die traditionsreiche Firma, die hier Teigwaren produzierte.

"Insgesamt läuft es sehr gut"

Ausführlich würdigt Schaffer die Bürgerbeteiligung in allen Facetten, erklärt, was für die Aufwertung des Bahnhofsumfelds geplant ist, macht Schwerpunkte beim Wohnungsbau aus, streift das neue Wohngebiet, kommt zu den Finanzen. „Dort wird ein Zerrbild aufgebaut“, findet er, spricht über Investitionen, Flüchtlingsheim und Eigenbetriebe. 2016 und 2017 habe die Gemeinde keinen Kredit aufgenommen, 2018 werde sie keinen Kredit aufnehmen, stellt Schaffer für den Gemeindehaushalt in Aussicht. Die Kreditsumme werde sinken. Die Gemeinde habe sich nicht für die Gartenschau verschuldet.

„Insgesamt läuft es sehr gut. Das ist eine Situation, die ich in den letzten 32 Jahren nicht hatte“, bilanziert der Redner. Der seine nächste Amtszeit, Schaffer spricht es offen an, nur für vier Jahre anstrebt. „Ein Thema, das auch verzerrt dargestellt wird.“ Schaffer stellt dazu auch rechnerische Vergleiche an. Eine zusätzliche Wahl in vier Jahren koste 10 000 bis 15 000 Euro. Wenn er jetzt aufhöre, zahle die Gemeinde 25 000 Euro an Versorgungsumlagen jährlich, den sie als Beitrag zur Pension zahlt. Ein schwäbisches Argument, kleiner Applaus.

Bahnhof und Ostüberführung

Eine Zuhörerin spricht die fehlende Barrierefreiheit des Bahnhofs an. „Das ist ganz klar ein Thema der Bahn“, sagt Schaffer. Die Gemeinde habe den Bahnhof gekauft, aber keinen Einfluss auf Barrierefreiheit. Es habe schon viele Anläufe gegeben, die Bahn zu dem Ziel zu bewegen. Schaffer will einen neuen unternehmen mit einem Bahnhofs-Modernisierungsprogramm. Doch er weckt keine falschen Hoffnungen. „Wir haben das leider nicht in der Hand.“

Stichwort Ostüberführung, sie ist auch ein großes Ziel von Mitbewerber Christian Maier. „Die Ostüberführung ist ein Thema, das uns schon viele Jahrzehnte begleitet“, sagt Schaffer. Planungen seien im Gemeinderat vorgestellt, aber hauptsächlich aus finanziellen Gründen abgelehnt worden. „Ich sage deutlich, dass ich das für ein wichtiges Thema halte. Es war 2016, als der Mitbewerber woanders kandidiert hat, Thema in der Klausurtagung.“ Das „Thema Ostüberführung könnte nach der Remstal-Gartenschau das nächste Jahrhundertprojekt werden“, sagt Andreas Schaffer.

Bürgermeisterwahl in Plüderhausen:

Am 25.Februar wählt Plüderhausen einen neuen Bürgermeister. Vier Kandidaten stehen zur Wahl: Andreas Schaffer, Christian Maier, Fridi Miller und Thomas Hornauer

Am 15. Februar stellen sich die Kandidaten bei der ZVW-Podiumsdiskussion in der Gemeindehalle den Fragen von Hans Pöschko, Redaktionsleiter der Schorndorfer Nachrichten, und dem Publikum. Der ZVW überträgt die Verantstaltung live hier auf www.zvw.de. 

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