Wahlcheck-Plüderhausen Kandidatenvorstellung der Gemeinde

Plüderhausen. Proppenvoll war’s: Bei der Kandidatenvorstellung der Gemeinde vor der Bürgermeisterwahl gab es erneut die Gelegenheit, die vier Bewerber kennenzulernen, denn dieses Mal saß auch Thomas Hornauer mit auf dem Podium. Der ließ wenige Gelegenheiten verstreichen, die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Notizen eines illustren, mitunter grenzwertigen Abends.

Zunächst begrüßte Moderator Ulrich Scheurer den Kandidaten Thomas Hornauer in Abwesenheit auf dem Podium. Dann nahm dieser doch oben auf der Bühne bei den anderen Kandidaten seinen Platz ein, den er im Laufe des Abends immer mal wieder verließ.

Andreas Schaffer kandidiert zum fünften Mal

Die Veranstaltung werde gefilmt vom SWR und von Hornauers Kanal sowie live ins Internet übertragen, informierte Scheurer das Publikum in der bis auf wenige Plätze voll besetzten Staufenhalle. Zunächst hatten die Kandidaten jeweils eine Viertelstunde Zeit, sich vorzustellen.

Andreas Schaffer machte den Anfang. „Für mich ist es das fünfte Mal, dass ich mich Ihnen als Bürgermeisterkandidat vorstelle.“ Routine sei es dennoch nicht, Anspannung gehöre dazu. „Ein bisschen geht es ja auch um etwas.“ Schaffer erläuterte, warum er nach 32 Jahren als Bürgermeister noch einmal antritt.

„Wir sind dabei, einen riesigen Entwicklungsschritt zu machen, einen Quantensprung in Sachen Lebens- und Wohnqualität“, so Schaffer. „Ich würde gerne gemeinsam mit dem Gemeinderat, mit der Verwaltung, mit den Vereinen und Organisationen und natürlich den Bürgerinnen und Bürgern das Projekt ,Quantensprung’ begleiten.“

Fridi Miller: „Ich kann Plüderhausen voranbringen“

Schaffer warf einen Blick auf Erreichtes, etwa beim Bürgerengagement, bei Investitionen und Kinderbetreuung, und auf wichtige künftige Aufgaben wie zum Beispiel das Bahnhofsumfeld, Wohnungsbau, Wirtschaftsförderung und die Gartenschau. Viele Vorhaben seien angestoßen, zum Abschluss bedürfe es eines Fachmanns mit kommunalpolitischem Wissen, Erfahrung, Kompetenz und Herzblut, sagte Schaffer sinngemäß.

„Hallo Plüderhausen“, begrüßte Friedhild Anni Miller die Zuhörer. „Ich kann Plüderhausen voranbringen“, sagte die 48-Jährige. Sie sei schon immer ein zielstrebiger Mensch mit außergewöhnlichen Ideen gewesen, so die Kandidatin.

Sie habe mit Gewinnspielen 200 000 Euro gewonnen, erwähnte Miller unter anderem. „Wie ihr seht, ist es relativ einfach, Geld zu machen.“ Sie kandidiere bei 50 Bürgermeisterwahlen, informierte Miller. Sie lerne durch die vielen Wahlen und Anfechtungen dazu und sei mit der Gemeindeordnung vertraut.

Fridi Miller hat sich von Thomas Hornauer distanziert

Miller würde einen Bürgerhaushalt einführen. Schaffer schaffe nur rote Zahlen, kritisierte sie ihren Vorredner unter anderem und warf ihm auch „Misswirtschaft“ vor. Sie setzte sich mit dem Spielplatzkonzept auseinander und fragte zu Verschönerungen auch: „Was hat am Badesee 152 000 Euro gekostet?“

Miller sprach sich für Orte für Jung und Alt wie die Manufaktur aus. Sie berichtete, sie habe sich mittlerweile komplett von Thomas Hornauer distanziert. Die Kandidatin würde ihr Bürgermeistergehalt spenden und regte unter anderem an, für Jugendliche ab 16 Jahren einen Treff im Bahnhof einzurichten.

Sie wolle, so Miller, Plüderhausen zu einer Gemeinde machen, über die 2040 noch gesprochen werde. „Ich habe so viele Ideen“, bekräftigte sie und nannte etwa die Aufwertung des Badesees und Bildungspartnerschaften von Firmen.

Christian Maier: „Überall gibt es noch Hürden“

„Ich bin Christian Maier, 45 Jahre alt, und möchte Ihr Bürgermeister werden“, stellte sich der Mitbewerber vor. Neun Gründe nannte Maier, warum man ihn wählen solle, allen voran: „Maier hört zu.“ Beim Thema Jugendarbeit sah er Änderungsbedarf und sah den künftigen Platz für ein Jugendhaus am Gänswasen.

Zur Barrierefreiheit meinte Maier: „Überall gibt es noch Hürden.“ Der Bahnhof sei das beste Negativbeispiel. Maier will ebenfalls Leerstand in der Ortsmitte bekämpfen und betonte zudem: „Ein Bürgermeister Maier würde jedenfalls im ehemaligen Notariat keine Akten lagern oder darüber nachdenken, die Schlossgartenschule zu veräußern.“

Der Bewerber hielt außerdem fest: „Die Feuerwehr gehört in den Ort und nicht auf die Wiese.“ Christian Maier würde im Fall der Wahl keinen neuen Bauhof „auf kostbarem Gewerbegrund“ bauen, den Wohnbau fördern, die Ostüberführung umsetzen, das Buskonzept verbessern und das kulturelle Leben fördern. Er will mit Bürgern und Gemeinderat Ziele für die Zukunft definieren und daraus weitere Schritte ableiten, so Maier sinngemäß.

Thomas Hornauer nennt Mitkandidat Christian Maier eine Pfeife

„Ich bin ein alter Rock‘n’Roller“, sagte Thomas Hornauer und stellte sich zunächst vor die Bühne, statt auf dem Podium Platz zu nehmen. „Ich gehöre nicht zu denen da oben.“ „Schwätz’ mal lauter“, rief ein Zuhörer. „Sind Sie bitte leiser“, sagte Hornauer, dann müsse er nicht so schreien.

Auch auf Moderator Ulrich Scheurers Intervention hin, „jeder Kandidat hat die gleichen Bedingungen“, ging Hornauer dann doch ans Rednerpult, wo es Mikros gab. Er stellte sich nicht weiter vor. Drei Tage vor der Kandidatur habe er sich die Sache angeschaut und sei auf „viele erschreckende Dinge“ gestoßen. Die linke Hand wisse nicht, was die rechte tue. Er lebe „viele Science-Ebenen“, teilte Hornauer unter anderem mit.

Die Bürgerstiftung habe er in fünf Minuten „durchschaut“, das Geld werde „missinvestiert zu 0,5 Prozent“, kritisierte der Bewerber beispielsweise. Er riet ferner Andreas Schaffer zum Rücktritt. Mitkandidat Christian Maier nannte er eine Pfeife, er habe „keine Substanz“, sondern nur eine „Silhouette“. Das sei ein „abgekartetes Spiel“, so Hornauer. „Er ist dazugekommen, damit ihr mich ned wählt.“

Er habe sich in Welzheim beworben, sagte der Kandidat darüber hinaus auch, Welzheim und Urbach stünden hinter ihm, ebenso Buhlbronn. Die Wahl in Plüderhausen würden er und Andreas Schaffer ausmachen, zeigte sich Hornauer überzeugt.

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