Waiblingen 24-Stunden-Schwimmen

Bahn um Bahn: Ausdauersport im Waiblinger Freibad. Foto: Benjamin Büttner / ZVW

Waiblingen. Jede Bahn zählt beim 24-Stunden-Schwimmen der DLRG im Waiblinger Freibad. 480 Schwimmer legten gemeinsam 3649 Kilometer auf sechs Bahnen zurück. Wer eine Pause brauchte, schlief in mitgebrachten Zelten auf der Liegewiese. Aufgrund von Unwettern musste das Schwimmen nachts kurzzeitig unterbrochen werden.

Am Freitag um 19 Uhr fällt der Startschuss für das diesjährige 24-Stunden-Schwimmen im Waiblinger Freibad. Bereits zum zehnten Mal gehen Jung und Alt, Familien und Gruppen an den Start und sammeln schwimmend Meter für Meter. Zu den 370 Voranmeldungen kommen in diesem Jahr 110 Kurzentschlossene spontan vorbei und machen mit. Auf großen Flachbildschirmen werden die aktuellen Tabellen angezeigt. Rangplatz, Name und zurückgelegte Strecke sind genau notiert. Dafür sorgen Transponder-Chips, die alle Schwimmer an einem türkisfarbenen Band am Handgelenk tragen. Bei jeder zurückgelegten Bahn ertönt ein hoher Piepton und weitere 50 Meter werden zu der bereits geschwommenen Strecke addiert.

Organisatoren gesucht: Zukunft des Schwimmefests ist ungewiss

So einfach war das allerdings nicht immer. Carsten Otto, Vorsitzender der DLRG Waiblingen, erinnert sich: „Vor zehn Jahren trugen die Schwimmer Nummern auf Badekappen und wir mussten jede geschwommene Bahn per Hand notieren und zusammenrechnen.“ Die neue Technik erleichtert die Arbeit nun zwar enorm, dennoch steckt ein sehr großer Organisationsaufwand für die DLRG Waiblingen hinter der beliebten Veranstaltung. Aus diesem Grund soll das 24-Stunden-Schwimmen in diesem Jahr zum zehnten und eventuell letzten Mal stattgefunden haben. „Wir sind bereit, Materialien zur Verfügung zu stellen und finanzielle Unterstützung zu leisten, wenn sich ein Organisationsteam findet. Doch wir werden das 24-Stunden-Schwimmen nicht mehr ausrichten, denn das schaffen wir personell einfach nicht“, verkündet Otto am Samstagnachmittag zur Bestürzung der Teilnehmer.

Freude am Schwimmen wichtiger als der Sieg

Das wäre für die zahlreichen Teilnehmer der Veranstaltung, die all die Jahre gerne mitschwimmen, sicherlich ein großer Verlust. Denn nicht nur das Siegen steht hier im Vordergrund, sondern auch die Freude am Schwimmen und die Erfahrung, einmal an seine körperlichen Grenzen zu gehen. Britta Bucher aus Fellbach ist beispielsweise mit ihrem zehnjährigen Sohn Lars und ihrem 69-jährigen Vater Werner Gabriel zum 24-Stunden-Schwimmen gekommen. Die drei sammeln Meter für ihr 50 Personen großes Schwimmteam der Schwimmfreunde Hegnach. „Eigentlich bin ich keine Schwimmerin, sondern mache lieber Aqua-Fitness, doch heute ziehe auch ich Bahnen für unsere Gruppenwertung“, erklärt die 37-Jährige, die gerade eine Pause einlegt und eine kleine Stärkung zu sich nimmt. Damit alle bei Kräften bleiben, haben die Schwimmer nämlich reichlich Essen und Getränke mitgebracht und sich ein kleines Büfett aufgebaut.

24 Stunden gemeinsam im Freibad - das schweißt zusammen

Wer zudem ein Nickerchen braucht, der legt sich in einem der über 20 Zelte schlafen. „Ich bin schon seit Freitagabend hier und habe bereits 40 Bahnen geschafft“, verkündet der zehnjährige Lars Bucher zwei Stunden vor Ende des Schwimmevents stolz. Am Ende liegt sein Team mit 334 700 Metern auf Platz vier der Gruppenwertung. 24 Stunden im Freibad zu verbringen, gemeinsam zu zelten, zu essen, sich gegenseitig zu motivieren und dann einen gemeinsamen Erfolg zu feiern, das schweißt zusammen und vermittelt Spaß am Schwimmen. Deshalb bleibt nur zu hoffen, dass sich ein Organisationsteam findet, dass auch im nächsten Jahr wieder feuchtfröhlich 24 stundenlang geschwommen werden kann.


Info:

Die längste Strecke legte Jessica Grau mit 45 700 Metern zurück. Bei den Männern belegte Oliver Auchter mit 41 800 Metern den ersten Platz.

Alle Teilnehmer erhalten Urkunden, auf denen die zurückgelegte Strecke notiert ist. Zudem werden Medaillen und Pokale verliehen. Die Sieger der verschiedenen Wertungen finden Sie online unter www.24hSchwimmen.de.

Ein Team, das die Organisation des 24-Stunden-Schwimmens für das nächste Jahr übernehmen möchte, darf sich gerne bei Carsten Otto, Vorsitzender des DLRG OG Waiblingen, per E-Mail unter vorsitzender@waiblingen.dlrg.de melden.

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