Waiblingen 3000 Pappsitze für die Gartenschau

Rotary-Präsident Rainer Knubben, Hündin Enya, Catharina Klingele und Kulturchef Thomas Vuk machen es sich auf den Hockern bequem. Foto: ZVW/Gaby Schneider

Waiblingen. Gartenschau in den Weiten der Talaue, Kunst und Kultur im Grünen – alles gut und schön. Aber wo können die Leute sitzen? Für diese Frage haben der Rotary-Club Waiblingen und das Papierwerk Klingele eine praktische und umweltschonende Lösung parat: 3000 faltbare und tragbare Pappsessel für einen guten Zweck.

Für die Remstal-Gartenschau wurden kleine neue Orte für Kunst und Kultur geschaffen wie die Kunstlichtung oder der Seeplatz, auf dem im Juli Sommerserenaden mit bis zu 100 Besuchern stattfanden. „Von Anfang an hat sich die Frage gestellt, wo die Besucher sitzen können“, verrät Thomas Vuk, der in seiner Funktion als Fachbereichsleiter für Kultur und Sport zugleich Gartenschau-Veranstaltungsmanager ist. Eins schien klar: Fest installierte Sitze kamen dafür ebenso wenig infrage wie Bierbank-Garnituren, die einen Lagerplatz erfordert hätten. „Wir wollten keinen Konzertsaal in die Talaue bauen, die Events und die Spielstätten sollten naturnah bleiben.“

Auch 100-Kilo-Männer hält der Hocker gut aus

Über den Rotary-Club und Catharina Klingele kam die Antwort: Gleich zur Eröffnung der Gartenschau kamen die ersten Exemplare der von den Papierwerken Klingele produzierten Falt-Möbel zum Einsatz. Im Aussehen relativ schlicht, eben wie ein Karton, sind die Sitze besonders praxistauglich. „Sie sind leicht, man kann sie einfach zusammenklappen und sie bestehen aus nachhaltigem Material“, nennt Thomas Vuk die Vorzüge und zählt die Zusammenarbeit von Kulturamt und Rotariern zu den „vielen Geschichten, die die Gartenschau schreibt“.

Die nächste Sorge war die Frage: Was geschieht nach Gebrauch? „Für uns spielt eine ganz wichtige Rolle, dass in der Talaue nichts herumliegt“, sagt Catharina Klingele, „ein Pfandsystem erscheint dabei als der richtige Weg.“ Für drei Euro können Besucher die Sitze an den Gartenschau-Infopunkten an der Rundsporthalle und bei der Hahnschen Mühle ausleihen. Oder für den gleichen Betrag kaufen, mit nach Hause nehmen und zur nächsten Veranstaltung wieder mitbringen. Sowohl bei den Serenaden am Seeplatz und bei den Reihen „Kultur in der Lichtung“ und „Literatur in der Lichtung“ werden sie verwendet. Viele setzen sich einfach ins Gras der Kunstlichtung, andere bringen Picknickdecken und Verpflegung mit. Und andere, die, die etwas weniger Bodennähe wünschen, sitzen eben lieber auf den Papphockern. Stabil genug sind sie für fast alle. Wie Catherina Klingele versichert, müssen sich selbst starke 100-Kilo-Männer keine Sorgen machen, dass der Sessel unter ihnen zusammenbricht. Bei einem Kirchentag haben sie sich schon bewährt. Nach den dort gemachten Erfahrungen wurden sie noch leicht verbessert, damit sie sich besser tragen lassen.

Das Konzept der niederschwelligen Kulturangebote in grüner Umgebung und ohne Zaun drum herum habe sich bewährt, findet Thomas Vuk nun, da etwa die Halbzeit der Gartenschau erreicht ist. Etliche Künstler und Zuschauer forderten schon eine Wiederholung im nächsten Jahr. So kam zum Beispiel das offene Singen mit Patrick Bopp auf der Erleninsel besonders gut an. So mancher weiß die Herausforderung zu schätzen, in der freien Natur zu spielen, berichtet Jule Böttcher vom Gartenschau-Veranstaltungsmanagement: Mit Wasserplätschern und Blätterrauschen im Hintergrund ergäben sich ganz andere Klangerlebnisse als im Konzertsaal.

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