Waiblingen 50 Jahre Waiblinger Motorsportclub

Waiblingen. Heiße Reifen und rasantes Fahren, das verbinden viele mit Motorsport. Der Vereinszweck des Waiblinger Motorsportclubs indes war bei seiner Gründung ein ganz anderer: „Zu sicherem und verantwortungsvollem Fahren“ sollten die Mitglieder angehalten werden. Verbunden hat sie allerdings die Faszination des Motorsports, und die hält sie bis heute zusammen: Jetzt feiert der Club sein 50-jähriges Bestehen.

1962 gründeten im Hotel Stern 80 begeisterte Menschen den Waiblinger Motorsportclub. Walter Kauffmann und Hanns Horst Hölder wurden erster und zweiter Vorstand, der Jahresbeitrag wurde auf zwölf Mark festgesetzt. Die Wurzeln des Motorsportclubs, so steht’s in der Jubiläumschronik, reichen allerdings weit in die 50er Jahre zurück. 1950 war auf Initiative des späteren Clubvorsitzenden Walter Kauffmann das erste Waiblinger Dreiecksrennen für Motorräder organisiert worden. Ein Jahr später wurde das Rennen wiederholt. Zu diesem Rennen kamen sage und schreibe über 40 000 Zuschauer nach Waiblingen. Die Sperrstunde wurde aufgehoben, die Läden hatten am Sonntag geöffnet. „Wirtschaftlich für alle Beteiligten sicherlich ein Erfolg“, schreibt der Zweite Vorsitzende Volker Göttel in der Chronik. „Dennoch scheiterte die Fortführung an den entstandenen Flurschäden, welche sich bei den Besucherzahlen nicht vermeiden ließen.“

Schon im Juli 1962 die erste Geschicklichkeitsfahrt

In den 60er Jahren entwickelte sich der neu gegründete Verein rasant. Schon im Juli wurde zur ersten Orientierungs- und Geschicklichkeitsfahrt auf dem Gelände der Ziegelwerke Hess geladen. In den folgenden Jahren veranstaltete der Club Nachtfahrten, Slaloms und Turniere. 1966 waren beim Automobilturnier in Waiblingen 94 Fahrzeuge am Start. Im April 1967 veranstalteten die Waiblinger im Fahrerlager des Solitude-Rings den ersten Rennslalom für Tourenwagen.

Von Mitte der 70er Jahre an erlebte der Club einen Boom. 1975 hatte der 13 Jahre erfolgreich tätige Vorsitzende Walter Kauffmann sein Amt als Vorsitzender an Hans Reyhing abgegeben. Manfred Winkelhock übernahm – den Annalen zufolge nach dreimonatiger Denkpause – das Amt des Sportleiters. 1977 ging als Jahr der BMW-Junioren in die Annalen ein. Dem WMC bescherte dies eine nie gekannte Aufmerksamkeit. Ganze Busse seien damals gechartert worden, um die Fans aus Waiblingen zu den Rennstrecken zu bringen. Ein Riesenerfolg war für den Club damals auch das Altstadtfest. Auf dem Stand wurde Manfred Winkelhocks BMW platziert und zum ersten Mal auch Motorsportclub-T-Shirts verkauft. „Der Rennwagen wurde ständig bewacht, denn viele Festbesucher wollten sich durch Klopfen, Reißen und ähnliche Handgreiflichkeiten von der Kunststoff-Karosserie überzeugen“, heißt es in der Chronik. Die Begeisterung für Winkelhock sei so weit gegangen, dass im November, als er in Südafrika ein Rennen fuhr, der halbe Jumbo-Jet voller Waiblinger gewesen sei, die ihn begleiteten.

1982 feierte der Club in der Diskothek Calypso sein 20-jähriges Bestehen. Doch die 80er Jahre brachten Veränderungen: 1983 wurden die Orientierungsfahrten auf öffentlichen Straßen nicht mehr genehmigt, die Bedingungen für einen Slalom immer schwieriger: „Es begann die Zeit, wo motorsportliche Veranstaltungen nach Möglichkeit nur noch auf dafür geeigneten Rennstrecken stattfinden konnten“, berichtet die Chronik. 1992 wurde das 30-jährige Bestehen gefeiert und die Jugendkartgruppe gegründet. Für die Beschaffung von zwei Karts wurden 10 000 Mark freigegeben. 2003 wurde die letzte Rems-Murr-Rallye ausgerichtet. Ein Jahr später startete die erste Oldtimer-Ausfahrt. Mittlerweile findet diese regelmäßig im September statt und ist neben dem Slalom im Eisental einer der Höhepunkte im Vereinsjahr.

Seine höchste Mitgliederzahl in der Vereinsgeschichte hatte der Club Mitte der 90er Jahre mit 153 WMC-Mitgliedern. Heute gehören 97 Mitglieder zum Club, der Altersdurchschnitt ist nach Angaben Göttels nach oben gegangen. In der Jugendgruppe trainiert derzeit nur noch eine Handvoll Jugendlicher, was laut Göttel nicht zuletzt an den schlechten Trainingsmöglichkeiten liegt. Momentan trainiert der Nachwuchs bei der Rundsporthalle, doch die Fläche sei zu klein für den Parcours.

50 Jahre alt ist der Waiblinger Motorsportclub in diesem Jahr. Und er kann auf eine bunte Vereinsgeschichte zurückblicken. „Wir sind zufrieden“, sagt der Zweite Vorsitzende. Eine Bitte hat der Verein im Jubiläumsjahr aber schon: „Ein Highlight wäre, wenn uns die Stadt auf der Suche nach einem Trainingsplatz für die Jugend unterstützen würde.“

Der Waiblinger Motorsportclub

  • Im Waiblinger Motorsportclub gibt es derzeit vier aktive Gruppen. Neben den Sport- und Slalomfahrern ist dies die Jugendgruppe, die mit den beiden vereinseigenen Karts derzeit an der Rundsporthalle trainiert. Außerdem gibt es die Oldtimer- und die Biker-Gruppe.
  • Die großen Events im Vereinsjahr sind die Remstal-Klassik für Autos, die mindestens 20 Jahre alt sein müssen, sowie der Automobilslalom im Eisental. Hier darf jeder, der Lust hat, mit Pkw und Führerschein antreten. Zudem gibt es regelmäßige Stammtische.
  • Ihr Jubiläum feiern die Mitglieder am Samstag mit einem Streifzug durch die Vereinsgeschichte.
  • Weitere Infos zum Verein, den Ansprechpartnern und zu den Veranstaltungen unter www.waiblinger-motorsportclub.de und unter www.remstal-klassik.de
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