Waiblingen Abwehrspieler des FSV Waiblingen will Charts stürmen

Erst 19 Jahre alt, aber musikalisch vielfältig unterwegs: Axel Kamga. Foto: ZVW/Gaby Schneider

Waiblingen.
„AK2K“, „Tripal X Brown“ oder „Alex Brown“ – hinter diesen drei Künstlernamen verbirgt sich nur eine Person: Axel Kamga. Der 19-Jährige kickt nicht nur als Abwehrspieler des FSV Waiblingen, sondern ist auch ein leidenschaftlicher Sänger. Axel Kamga identifiziert sich hauptsächlich mit dem Künstlernamen AK2K. „A und K sind meine Initialen, und 2K steht für 2000, mein Geburtsjahr“, erklärt er.

Unter diesem Namen hat er zwei Lieder auf Plattformen wie Youtube und Spotify veröffentlicht. Derzeit konzentriert er sich auf seinen neuen Song mit dem Titel „You“. Dazu und zu dem vorherigen Lied „Salty“ (dt. salzig) soll im Februar ein Musikvideo veröffentlicht werden.

Axel Kamga ist als Sohn einer Kamerunerin und eines Nigerianers in Ludwigsburg geboren. „Ich spreche zu Hause nur französisch, es ist die offizielle Sprache in Kamerun. Und ich bin auf das Wagenburg-Gymnasium gegangen, eine deutsch-französische Schule in Stuttgart.“ Und in Nigeria, im Heimatland seines Vaters, wird neben zahlreichen heimischen Sprachen vor allem englisch gesprochen.

„Was mich auszeichnet, ist diese Vielfalt“

In seinen Songs kommt immer wieder seine Mehrsprachigkeit zum Einsatz: Im Stück „Salty“ singt er auf Englisch und bei „k.contradictoire“ (dt. k.widersprüchlich) auf Französisch. „Ich lasse mich inspirieren und schaue, welche Sprache zu welchem Song passt“, sagt Kamga, der Maschinelle Sprachverarbeitung an der Universität Stuttgart studiert.

Wie die Sprache ist auch das Genre bei jedem Lied unterschiedlich. Während „Salty“ etwas melancholischer ist, ist „k.contradictoire“ etwas rhythmischer. „Ich mache nicht nur R&B“, sagt Axel Kamga. R&B steht für Rhythm and Blues, eine wichtige Stilrichtung afroamerikanischer Popmusik. Welcher Musikrichtung er sich selbst zuordnet? Da möchte Kamga sich nicht einschränken. „Was mich auszeichnet, ist diese Vielfalt“, sagt er. Auch afrikanische Musik steht auf seinem Plan. „Es gibt aber sehr viele Subgenres aufgrund der vielen verschiedenen Länder und Kulturen. Von diesen bevorzuge ich aber Afrobeat – ein Genre aus dem englischsprachigen Raum in Afrika, zum Beispiel in Nigeria.“

Inspiriert von Kanye West, Michael Jackson und Xavier Naidoo

„Die Musik zu machen, ist das eine und sie zu performen, ist das andere“, sagt er. Das sei vielen nicht bewusst. Eine Rolle spielen dabei Faktoren wie Ausdauer, die Belastbarkeit der Stimmbänder, Akustik und Energie. Und insgesamt sei die eigene Stimmung ausschlaggebend. Wenn die Qualität gut ist, aber die Stimmung nicht, dann erfülle das Lied nicht die Voraussetzungen, sagt Kenan Manyema, ein Kumpel von Axel Kamga. Sie beschäftigen sich gemeinsam mit der Musik, unterstützen sich gegenseitig. „Die Emotionen müssen den Zuhörern vermittelt werden“, ergänzt Kamga. „Das fängt schon im Studio an.“ Apropos Emotionen, wie ist es bei ihm selbst? „Ich bin definitiv emotional. Durch die Musik kommt alles zum Vorschein.“

Darüber hinaus lässt sich der 19-Jährige durch die Musik internationaler Künstler inspirieren. Dazu zählen: Michael Jackson, The Weeknd, Dadju, Xavier Naidoo, Khalid, Vegedream und Naza. „Kanye West ist ebenfalls eine große Inspiration für mich, da er vor allem zu seinen besten Zeiten zwischen 2004 und 2010 für innovative und poetische Musik steht“, sagt Axel Kamga. Und ergänzt: „Außerdem kann er eine sehr rebellische Person sein, die keine Angst davor hat, gegen den Strom zu laufen.“

So sieht sich der junge Mann auch selbst. Er habe sich nie von Dritten entmutigen lassen – weder beim Fußballspielen noch beim Singen. „Ich habe ziemlich lange Ambitionen gehabt, mit Fußball sehr erfolgreich zu sein“, sagt er. „Mir wurde gesagt: Mach’ lieber Musik oder geh’ in die Schule’.“ Deshalb lautet sein Credo: „Sein Ding durchziehen. Was echt ist, wird wachsen. Auch wenn meine Musik nur eine Person anspricht, dann habe ich meine Mission erfüllt. Mein Ziel ist es auf jeden Fall, mehr Musik rauszubringen, zu performen – und nicht zu zweifeln.“

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