Waiblingen Asterix und Obelix begeistern seit 60 Jahren

Karin Burgenmeister von der Buchhandlung Taube mit dem neuen Asterix Band. Foto: ZVW/Joachim Mogck

Am 29. Oktober 1959 erschien der allererste Band des Asterix, dem kleinen Gallier mit dem geflügelten Helm und seinem dicken Freund Obelix an seiner Seite. Damit begann eine enorme Erfolgsgeschichte. Aber wie sieht es mit dem Comic in Papierform heute, im Zeitalter von Nextflix und Instagram aus?

Man muss kein Fan sein, um Asterix und Obelix zu kennen. Das sind die, die mit einem Zaubertrank, übermenschliche Kräfte erlangen und sich erfolgreich gegen die römischen Besatzer um den Kaiser Julius Cäsar wehren.

Erstmals in Erscheinung getreten ist Asterix am 29. Oktober 1959. Gemeinsam mit Autor René Goscinny erschuf der Zeichner Albert Uderzo die Abenteuer um den gallischen Krieger für das französische Jugendmagazin „Pilote“.  Seither erfreut sich der Comic großer Beliebtheit. Er wurde in 110 Sprachen und Dialekte übersetzt, darunter auch ins Schwäbische. Er erscheint unter anderem in den Ländern Dänemark, Italien, England, Spanien, den Niederlanden oder der Türkei und gehört zu den wenigen Comics, die auch im Schulunterricht, speziell im Fremdsprachenunterricht für Französisch, Latein und Altgriechisch, verwendet werden. In Deutschland erschien der erste Band, "Asterix der Gallier", am 18. Dezember 1968.

Asterix ist bei allen Generationen beliebt

Aber gibt es in Zeiten von Social Media überhaupt noch Menschen, die sich für Asterix und Obelix interessieren? Karin Burgenmeister, Jungbuchhändlerin in der Buchhandlung Taube, sagt: Ja! Was den Erfolg von Asterix ausmache, sei zum einen die Gewissheit, dass, egal welche Probleme in den Geschichten auftreten, am Ende alles gut ausgehe. Es gäbe keine schlimmen Tode. Zum anderen trage der subtile Humor und der Bezug zum aktuellen Geschehen zur Beliebtheit bei. Sie selbst habe bereits in ihrer Jugend Asterix gelesen und später auch ihren eigenen Kindern vorgelesen. Als Asterix-Fan könne sie es auch heute noch kaum abwarten, bis der neue Band erscheine. Damit steht sie nicht allein da. Eine Kundin sei in den Laden gekommen und habe gesagt: "Den muss ich gleich mitnehmen....Kindheitserinnerung und endlich mit Frauenpower". 

Heißt das, dass der Comic nur bei der älteren Generation Anklang findet? Das sei das Schöne an Asterix, erklärt Burgenmeister. Er werde quer durch alle Generationen gelesen. Auch bei den jüngeren Kunden herrsche der allgemeine Tenor, sie würden sich schon auf den neuen Asterix freuen.  

Das Frauenbild ändert sich

Nachdem Autor René Goscinny bereits 1977 verstarb, machte Albert Uderzo bis Anfang der 2000er Jahre alleine weiter. 2012 traten Jean-Yves Ferri und Didier Conrad das Erbe Uderzos an und modernisierten den Comic. Deutlich erkennbar ist das im aktuellen Band, in dem Asterix und Obelix lediglich Randfigur spielen und die Sorgen der Jugend im Vordergrund stehen.

Das manch ältere Kunden nicht begeistert über die Neuerungen sind, kann Karin Burgenmeister kann nachvollziehen. Sie selbst freut sich darüber, denn anders als in den älteren Bänden würde sich das Frauenbild ändern und Frauen nicht mehr auf ihr Äußeres reduziert werden.

Geschadet hat die Erneuerung dem Erfolg des Comics nicht. Der neue Band ist nach Angaben des Westfalen-Blatts in mehr als 20 Sprachen und einer Druckauflage von fünf Millionen Exemplaren erschienen.
Die Buchhandlung Taube hat seit Erscheinen des neuen Bandes in ihrer Waiblinger und Marbacher Filiale insgesamt 125 Exemplare verkauft und Karin Burgenmeister ist zuversichtlich, dass er auch weiterhin gut weggehen wird.


38. Asterix Band:

Der aktuelle Band heißt Die Tochter des Vercingetorix. Die Heldin des Comics heißt Adrenaline und ist dem berühmten Arvenerhäuptling, der einst um die Unabhängigkeit Galliens gekämpft hat. Die Römer wollen seine Tochter entführen und zu einer echten Römerin umerziehen. Um das zu verhindern, bringen zwei Aufpasser Adrenaline in das Dorf „Aremorica“ und übergeben sie in die Obhut von Asterix und Obelix. Gemeinsam mit Selfix, dem Sohn des Dorfschmieds und dem Fischhändlersohn Aspix sorgt Adrenaline für ordentlich Trubel im beschaulichen Küstendorf und bringt ordentlich Frauen-Power in die Geschichte.

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