Waiblingen Baubeginn für Stihl-Kita Anfang 2019

Brache an der vielbefahrenen Neustädter Straße: Die Baustelle künftige für die Kita. Foto: Palmizi / ZVW

Waiblingen. Wo früher Kinder im „Krautgässle“ spielten, beginnt Anfang 2019 der Bau der „Mia Stihl Kita“ – als Betriebskindergarten des Weltkonzerns ein Novum in der Stadt. Betrieben wird die viergruppige Einrichtung vom Anbieter PME-Familienservice. 20 Plätze darf die Stadt mit Kindern belegen, deren Eltern nicht bei Stihl arbeiten.

Ob „Stihl-Kinder“ oder „Stadt-Kinder“: Die Kleinen sollen im Alltag keinen Unterschied spüren. In der Betriebskita des Sägen-Herstellers sichert sich die Stadt Waiblingen auf zehn Jahre Belegrechte an 20 der auf 55 Plätze angelegten Einrichtung.

Die Kindertagesstätte entsteht auf einem 1800 Quadratmeter großen städtischen Grundstück neben dem Bürgrzentrum. Der alte Kindergarten „Krautgässle“, Stihl errichtet den Neubau. Zurzeit laufen die Ausführungsplanung und Ausschreibungen. Der Beginn der Bauarbeiten ist für Anfang 2019 geplant, die Eröffnung für Sommer oder Herbst 2020.

Betreiber hat Erfahrung mit Betriebskitas von Daimler

Zusätzliche Kapazitäten, welche zur Deckung des Bedarfs in der Kinderbetreuung dringend benötigt werden, zumal Waiblingen in den vergangenen Jahren infolge neuer Baugebiete um mehrere tausend Einwohner gewachsen ist.

Ursprünglich hatte es Überlegungen gegeben, sich in Kooperation mit Stihl direkt am Bau zu beteiligen, was sich im Zuge der Verhandlungen allerdings als nicht zielführend herausstellte. Die öffentliche Hand hätte sich auch an künftigen Kosten zur Instandhaltung und Sanierung beteiligen müssen. Die Belegrechte gelten auf zehn Jahre und lassen sich bei Bedarf verlängern.

Betrieben wird die Kita im Auftrag von Stihl durch den PME-Familienservice, der als Anbieter in Sachen Kinderbetreuung bundesweit und mit Schwerpunkt in der Region Stuttgart aktiv ist – unter anderem mit drei Betriebskindergärten für Daimler und einer für den Sparkassenverband.

Ende der Neunziger zur Deckung des eigenen Bedarfs „von drei Müttern am Küchentisch gegründet“, betreibt PME inzwischen mehr als 70 Einrichtungen und beschäftigt in seinen Kitas mehr als 1200 Erzieherinnen.

Natur und Technik als eines von mehreren Schwerpunkt-Themen

Das pädagogische Konzept stellten Marita Rößler und Bettina Stähler vom Management Kindertagesstätten für PME Baden-Württemberg im Ausschuss für Bildung; Soziales und Verwaltung des Gemeinderats gor.

Es folgt dem verbreiteten Situationsansatz und dem Orientierungsplan des Landes. Einer von mehreren Schwerpunkten könnte das Thema Natur und Technik sein, eine Zusammenarbeit mit „Haus der kleinen Forscher“ liege ebenso nahe wie eine mit der benachbarten Kunstschule für den Schwerpunkt Kreativität. In der Kita selbst wird ein Atelier eingerichtet.

Als weitere Themenfelder nennen die Betreiber-Vertreterinnen Umwelt, Bewegung, alltagsintegrierte Sprachbildung, interkulturelle Kompetenz, Partizipation, Musik, Inklusion und gesunde Ernährung.

Die Stadt zahlt einen Zuschuss

In Ganztagsbetreuung werden vier Gruppen betreut: zwei für Kleinkinder unter drei Jahren, eine altersgemischte und eine Kindergartengruppe – macht in Summe 25 Plätze für Kleinkinder und 30 Plätze für über Dreijährige. Geöffnet ist nach jetzigem Stand des Konzepts werktags von 7.30 bis 17.30 Uhr, nur acht Schließtage gibt es im Jahr.

Zwar ist die Stadt nicht als Bauherrin mit im Boot, finanziell beteiligt ist sie wie bei Bau oder Sanierung von Kitas üblich trotzdem. Nach den „Richtlinien der Stadt Waiblingen zur Investitionsförderung von Kindertageseinrichtungen“ zahlt sie einen Zuschuss von 1,6 Millionen Euro, der sich verringern kann, je nachdem wie viel der Bund aus seinen Töpfen beisteuert.

Grundsätzlich ist die Betriebs-Kita auch offen für den Nachwuchs von Mitarbeitern anderer Betriebe, sofern diese ihren Sitz in Waiblingen haben. Unterschiede gibt zwischen „Stihl-Kindern“ und „Stadt-Kindern“ gibt es letztlich doch – und zwar bei den Elterngebühren. Stadt-Kinder zahlen je nach Einkommen der Eltern die städtische Gebühr. Differenzbeträge werden von den Vertragspartnern ausgeglichen.


Mia Stihl

Die Namensgeberin der Kita war die Ehefrau des Firmengründers Andreas Stihl und galt vielen als Seele des Unternehmens.

Geboren wurde sie in Stuttgart. 2002 verstarb sie im Alter von 98 Jahren.

Sie galt als Mittelpunkt der Familie. Nicht nur für ihre Kinder Hans Peter Stihl, Eva Mayr-Stihl, Gerhild Schetter und Dr. Rüdiger Stihl, sondern auch für die folgenden Generationen.
Als Mia Stihl den Firmengründer im Jahr 1929 heiratete, hatte der Betrieb 20 Mitarbeiter. Den Aufbau des Unternehmens, in dem sie nie eine offizielle Funktion hatte, hat sie mitgestaltet.

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