Waiblingen Beinstein rockt!

, aktualisiert am 16.09.2019 - 07:01 Uhr

Waiblingen-Beinstein. Je später der Abend und umso voller der Mond, desto mehr drängte sich das Publikum zum großen Gartenschau-Event „Beinstein rockt“. Schöner hätte der spätsommerliche Abend kaum sein können. Und man genoss die heimelige Atmosphäre des Marktplatzes, dessen gesellige Temperatur von drei Bands zusätzlich erwärmt wurde. Alle Zweifel, ob Beinstein wirklich rocken kann, wurden lässig ausgeräumt.

„Beinstein rockt.“ Geht das denn? Aber ja! Man muss sich doch bloß an den Namen halten, um sich klarzumachen, dass Beinstein sich auf Rock reimt. Denn, bitteschön, Bein-Stein, das heißt übersetzt doch glasklar „Bone Rock“, also dass sich hier die Glieder in heißen Rhythmen allemal zu schütteln wissen. Und so war es denn - ein bisschen - auch.

Durch die Unterstützung der Gartenschau gelang es dem musikfreudigen Ortsvorsteher Thilo Schramm, gleich drei Bands zu einem durch und durch sympathischen, intimen und bewegenden Rock-Festival-Abend zu gewinnen.

Zwischen romantisch untergehender Sonne und aufgehendem Vollmond

Und gerade Ortsfremden, die am Beinsteiner Marktplatz sonst nur vorbeifahren, war es eine angenehm entspannende Erfahrung, ihn bei romantisch untergehender Sonne und aufgehendem Vollmond als beneidenswert idyllisches Kleinod zu erleben, auf dem sich an diesem Abend alle Generationen, von ausgelassen tobenden und tanzenden Kindern bis sich über ihre erste Konzerterfahrungen vor einem halben Jahrhundert („Frumpy!“ 1970 und danach „Deep Purple“) selig erinnernde Senioren der einst rebellischen 68er-Generation.

Die Ehre gaben sich auch OB Andreas Hesky, leger angetan mit einem T-Shirt „Beinstein rockt“. Seine Botschaft zum Auftakt des Events war „Beinsteins Ortsmitte lebt!“ Und das gilt umso mehr natürlich auch für „Rock’n’Roll will never die!“ Doch dazu später.

Anwesend war auch Landrat Richard Sigel, im Gartenschau-T-Shirt. Nachts zuvor noch beim Sommerempfang in Welzheim zu sehen, nun in Beinstein, sagte er gut gelaunt: „Aber das hier ist ein Heimspiel.“

Und ein Heimspiel war es auch für die bei diesem freien, also allen zugänglichen Konzert, auftretenden Bands, die allesamt aus der näheren Region kommen. Das war zum Auftakt „Change“, die manchmal an selige „Steppenwolf“-Riffs mahnend nichts anbrennen ließen und gleich zu Beginn mit sichtbar großer Spielfreude mitreißend das Publikum anglühten.

CD-Live-Präsentation der Band „Taken from None“

Als zweite Band trat dann die Combo „Taken from None“ auf. Für das in Winnenden beheimatete Quartett war dies insofern ein besonders Ereignis, weil es mit seinem Beinsteiner Auftritt zugleich sein gerade neu erschienenes Album „Black Box White Republic“ mit erweiterter Besetzung von drei Bläsern und zwei Sängerinnen vorstellen konnte. Die Gartenschau machte es möglich. Und das war denn auch eine öffentliche Premiere der besonderen Art, ein druckvoll fetzendes Konzert mit Texten zur Überwindung von Schranken, an dem das Publikum auf dem Marktplatz in Beinstein teilnehmen konnte. Und zu guter Letzt trat dann, auch in erweiterter Formation, die Folk-Rock-Band „Birds of a Feather“ auf die Bühne. Mit schmelzend filigranem Sound antworteten sie sehnsüchtig-melodiös dem lauschenden Vollmond über Beinstein - und niemand wage mehr zu sagen, dass Beinstein nicht rocken könne.

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