Waiblingen-Bittenfeld Update: Hunderte Liter Heizöl in Kanal gelaufen

, aktualisiert am 21.01.2019 - 17:41 Uhr

Waiblingen-Bittenfeld. Eine große Menge Heizöl ist am Montagmorgen in der Schillerstraße aus einem Tanklastzug ausgelaufen. Rund 500 Liter Öl sind dabei in die Kanalisation gelangt. Die Entsorgung und Reinigung müssen Spezialfirmen übernehmen. Allein für die Fahrbahnreinigung musste die Schillerstraße mehrere Stunden lang voll gesperrt werden.

Um kurz nach acht Uhr ist das Unglück geschehen: Ein Tanklaster leckte literweise Heizöl, als der Fahrer es vom Anhänger in den Triebwagen umpumpen wollte. Als Ursache wird ein technischer Defekt vermutet, die Ermittlungen dauern jedoch noch an. Um 8.20 Uhr wurde die Feuerwehr alarmiert. Mit zwanzig Mann und zwei Fahrzeugen rückte der Bittenfelder Abteilungskommandant Björn Mutschler an. Die Einsatzkräfte sperrten die Straße, brachten den Ölstrom zum Erliegen und prüften, ob der Kraftstoff in den Zipfelbach gelangt ist.

Wasser im Kanal wurde umgeleitet und abgepumpt

Zum Glück nicht – aber knapp war es, sagt Mutschler: Dreißig Meter weiter vorne, und eine handfeste Gewässerverunreinigung hätte gedroht. Schlimm für die Natur wäre das gewesen: Das Umweltbundesamt ordnet Heizöl nicht umsonst in der zweiten von drei Wassergefährdungsklassen als „deutlich gefährdend“ ein. Schlimm wäre das auch für den Verursacher gewesen: Gewässerverunreinigung ist ein Straftatbestand, auf den selbst bei Fahrlässigkeit bis zu drei Jahre Haft oder eine saftige Geldstrafe stehen; ohne Fahrlässigkeit sogar bis zu fünf Jahre Haft oder eine Geldstrafe.

Schlimm genug ist es jedoch schon jetzt. Knapp 500 Liter Heizöl sind über die Fahrbahn und in einen Kanal unterhalb der Schillerstraße geflossen. Die Feuerwehr und Klärwerksmitarbeiter haben so schnell wie möglich dafür gesorgt, dass er abgeschottet und das verschmutzte Wasser in Richtung eines Regenüberlaufbeckens umgeleitet wurde. Denn das Öl-Wasser-Gemisch durfte nicht in die Kläranlagen geraten: „Diese Menge kann die Biologie der Kläranlage nicht verarbeiten“, erklärt Mutschler. Erst gegen 11 Uhr konnten er und seine Mannschaft abrücken – doch mit einer gewissen Zufriedenheit: „Die größere Gefahr hat man verhindert.“

Straße ist bereits gereinigt

Denn die Umleitungsmaßnahme hat ersten Erkenntnissen nach gegriffen. Das berichten Mutschler, die Polizei und das Landratsamt übereinstimmend. Dem Landratsamt zufolge konnte der größte Teil des öligen Wassers aus der Kanalisation in einen Tankwagen gepumpt werden, bevor es zum Überlaufbecken gelangte; dieses ist wiederum der Poppenweiler Kläranlage vorgeschaltet. Das Öl-Wasser-Gemisch wurde noch am Montag entsorgt. Auch die Straße ist bereits gereinigt; wegen der kalten Temperaturen zogen sich die Arbeiten jedoch bis in den Nachmittag hinein.

Nur eine geringe Menge Öl gelangte mit dem Abwasser in Richtung Kläranlage. Deshalb muss nun am Dienstag die komplette Kanalisation bis zur Kläranlage Poppenweiler gereinigt werden. Sichtbare Ölschlieren sind in der Kläranlage Poppenweiler bislang nicht festgestellt worden.


Großaufgebot

Viele Stellen waren am Montag involviert, um das Vorgehen zu regeln: die Feuerwehr, die Waiblinger Stadtwerke, das Klärwerk in Poppenweiler, das Umweltamt Rems-Murr, die Ludwigsburger Kreisverwaltung, sogar der Fachdienst Gewerbe und Umwelt der Kriminalpolizei. Letzterer prüft einem Polizeisprecher zufolge, „ob vorwerfsbares Handeln vorliegt“.

Für die entstehenden Kosten muss der Unfallverursacher aufkommen.

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