Waiblingen-Bittenfeld Restaurantbetreiber des VfL Waiblingen übernehmen Gastronomie des TV Bittenfeld

Angelo und Teresa Sapia mit dem TVB-Vorsitzenden Achim Kraisel. Foto: ZVW/Gaby Schneider

Waiblingen-Bittenfeld.
Ungeahnte Verbindungen und Gemeinsamkeiten tun sich auf zwischen dem TV Bittenfeld und dem VfL Waiblingen: Seit Anfang des Monats haben die beiden Handball-Stadtrivalen den gleichen Pächter für die Gastronomie in ihren Vereinsheimen: Angelo und Teresa Sapia führen außer dem italienischen Restaurant „La Nonna“ mit Biergarten am Oberen Ring in der Kernstadt nun auch das „Casa Mia“ in der Nachbarschaft der Gemeindehalle und des Waldfreibads Bittenfeld. Insofern gibt der TVB sein Lokal in erfahrene, bewährte Hände und geht kein großes Risiko ein. Nach nur sechs Wochen Schließzeit werden wieder Pasta, Pizza und Co. serviert. Überzeugt hat den Vereinsvorstand besonders das gastronomische Konzept.

Der Start verlief bereits vielversprechend: Zur Eröffnung rockten David Hanselmann und Rino de Masi, rund 200 Gäste kamen im Lauf des Tages, um das „Casa Mia“ kennenzulernen. Das Konzert soll keine Eintagsfliege bleiben, vielmehr schwebt Angelo Sapia vor, die Reihe „Talaue rockt“ aus dem VfL-Biergarten zumindest teilweise nach Bittenfeld zu übertragen. Die unter Bäumen gelegene Terrasse mit Blick auf den Sportplatz und ins Grüne scheint dafür recht gut geeignet zu sein. Die Idee stieß nicht zuletzt beim Vereinsvorsitzenden Achim Kraisel auf Begeisterung. Eingefädelt hatte den Kontakt der bei der Pächtersuche stark engagierte Finanzreferent Rainer Heib.

Was ändert sich beim VfL Waiblingen?

Seit 2013 führte im TVB-Vereinslokal das Pächterpaar Susan Tischer und der laut Achim Kraisel „sehr gute“ Koch Davide Pappalardo Regie. Wie der Vorsitzende berichtet, war das Restaurant unter ihnen gut ausgelastet, der Verein war zufrieden. Wirtschaftliche Gründe gaben nicht den Ausschlag, sondern persönliche. Wie so oft in der Gastronomie, spielten hohe Arbeitsbelastung und schwierige Personalgewinnung im Service eine Rolle.

Die Nachfolger sehen sich da gut gewappnet, denn Angelo (47) und Teresa Sapia (44) können nach eigenen Worten auf die Hilfe von sage und schreibe 50 Familienmitgliedern bauen, die bei Engpässen aushelfen können und für Spitzenzeiten bereitstehen. So etwa fünf Geschwister und 36 Nichten und Neffen.

Mit dem Chef der geschlossenen Trattoria „Bellini“ in der Waiblinger Altstadt, Pietro Sapia, sind die „Casa Mia“- und „La Nonna“-Pächter übrigens trotz der Namensgleichheit weder verwandt noch verschwägert, haben jedoch Wuzeln in der gleichen Gegend Kalabriens. Zum Team in Bittenfeld gehören unter anderem der sizilianische Koch Salvatore Costantino und Alberto Viola, der den Titel eines „Vize-Weltmeisters im Pizzabacken“ trägt.

Grundsätzlich keine Animositäten zwischen den Vereinen

Die Besucher des „La Nonna“ in Waiblingen müssen keine Änderungen fürchten. Angelo und Teresa Sapia werden in beiden Restaurants präsent sein. Die erfahrene Mitarbeiterin Erika Presta ist weiter an Bord und auch in der Küche bleibt alles beim Alten: Dort kocht wie schon seit vier Jahren Angelo Sapias Schwiegermutter Maria, die für das Lokal quasi als Namenspatin steht – „la Nonna“ heißt auf Italienisch „die Oma“.

Dass die Pächter des VfL nun auch in Diensten des TV Bittenfeld stehen, sorgte für leises Murren bei manchen Mitgliedern, wie Achim Kraisel einräumt. Grundsätzlich gebe es aber keine Animositäten zwischen den Vereinen. Die Konkurrenz beschränke sich auf den Handball, sagt der Leichtathlet, der für den VfL als Gesamtverein durchaus Sympathien hegt. Aus Sicht des TVB soll das „Casa Mia“ – zu Deutsch: „mein Haus“ – mehr noch als zuletzt Mittelpunkt für das Vereinsleben sein.

Am Pizzaofen steht ein Vize-Weltmeister

Was natürlich nicht bedeutet, dass Nicht-TVBler nicht willkommen wären. Dass das Restaurant selbst ein Anziehungspunkt für Mitglieder und Nicht-Mitglieder bleibt, dafür wollen die Gastronomen mit einem Mix aus Standards und kalabresisch-regionalen Spezialitäten sorgen. Dabei wird Wert auf italienische Originalrezepte gelegt: Auf die Pizza kommt kein 08/15-Käse, sondern Mozzarella. In die Spaghetti Carbonara kommt keine Sahne – nur Käse, Speck und Ei. Und Risotto wird frisch zubereitet, das heißt, es dauert seine Zeit, mindestens 20 Minuten. Am Pizzaofen steht, wie gesagt, ein Vize-Weltmeister. Schon vor dem letzten Pächterwechsel 2013 hatte der Verein in die Modernisierung des Restaurants und besonders der Küche groß investiert, dafür die alte Kegelbahn geopfert. Achim Kraisel: „Sonst könnten wir keine Pächter finden.“

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