Waiblingen-Bittenfeld „Trecker-Treck“ begeistert Jung und Alt

Waiblingen-Bittenfeld. Eine Augenweide und einen Ohrenschmaus für alle Freunde zugkräftiger Traktoren hatte das Trecker-Team zu bieten. „Dabei sein ist alles“ könnte das Motto der Veranstaltung lauten, die sich eher als Familienfest, denn als sportlichen Wettkampf versteht.

Nicht weniger als 120 Besitzer von großen und kleinen Schleppern machten mit und die zahlreichen Besucher, samt Kind und Kegel, kamen voll auf ihre Kosten. „Wir wollen bewusst den „Trecker-Treck“ als Familienfest verstanden wissen. Jeder Besitzer eines Zugfahrzeugs soll daran ohne Anmeldung teilnehmen können“, so Bernd Brudermüller, einer der Organisatoren. Und in der Tat: der größte Teil der Fahrzeuge wird von Landwirten im bäuerlichen Betrieb wirklich genutzt.

Schon am Samstag war das Festzelt voll

Trotz regnerischen Wetters war schon am Samstag das Festzelt brechend voll. Dass das leibliche Wohl nicht zu kurz kommt, versteht sich für die Veranstalter und die etwa 200 ehrenamtlichen Helfer von selbst. Dass davon die Hälfte keine Vereinsmitglieder sind, sondern engagierte Bürger, unterstreicht einmal mehr den familiären Charakter des Festes. Das „Tauziehen“, bei dem es für die Mannschaften darum geht, die Last per Hand so weit als möglich zu ziehen, ist „eine Gaudi für alle“, fügt Bernd Brudermüller hinzu. Auch die Allerjüngsten dürfen sich mit ihren Tretschleppern am Ziehen kleiner Lasten versuchen. Der Heidenspaß, den sie dabei empfinden, steht ihnen ins Gesicht geschrieben.

Anhänger werden zu Zuschauertribünen

„Ernst“ wird es am Sonntag, wenn große und kleine Schlepper unterschiedlicher Pferdestärken antreten. Um die Chancengleichheit zu wahren, wird nach Gewichtsklassen gestartet. Dabei geht es darum, den „Bremswagen“, eine Eigenkonstruktion des Vereins, möglichst weit zu ziehen. Die dazu benötigte Zeit spielt ebenso wenig eine Rolle wie die PS-Zahl der Fahrzeuge. Eine Vorrichtung sorgt zudem dafür, dass es mit zunehmender Strecke schwerer wird, die Last zu ziehen. Da gilt es abzuwägen, ob man mit zusätzlichem Ballast am Schlepper die Zugkraft erhöht, auch wenn man dann in einer höheren Gewichtsklasse starten muss. Doch aller List zum Trotz ist für die meisten nach wenig mehr als 20 Meter Schluss. Da hilft auch ein letztes Aufbäumen der Vorderräder nicht weiter. Zentimetergenau wird die zurückgelegte Strecke gemessen. Die Zielmarke von 75 Metern, „Full Pull“ genannt, wird wohl von keinem erreicht. Den Besitzer eines Schleppers, Baujahr 1949, ficht das sicher nicht an. Mit gerade mal 14 PS kann er mit seinem Oldtimer ohnedies nicht auf einen der vorderen Plätze hoffen. „Dabei sein ist eben alles!“

„Viele verstehen den Trecker-Treck auch als Möglichkeit, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen“, so Bernd Brudermüller. Dabei dürfen in der „Community“ natürlich auch befreundete Vereine, wie die Trecker-Teams aus Sersheim und Sontheim nicht fehlen. Mit zu Zuschauerrängen umgestalteten Anhängern säumen sie die Wettkampfstrecke. Ihre Fanclubs haben sie gleich mitgebracht.

Schwer zu sagen, wie viele Besucher das weitläufige Festgelände bevölkern, zumal der Eintritt frei ist. „Bis zu 8000 an beiden Tagen dürften es wohl sein“, schätzt Brudermüller eher zurückhaltend. „Auch kommen mehr und mehr Übernachtungsgäste hinzu.“ Für viele ist es einfach ein Familienausflug für Groß und Klein, ganz im Sinne des Trecker-Teams Bittenfeld.

Trecker-Team

Bereits zum 29. Mal veranstaltet das 1992 gegründete Trecker-Team Bittenfeld die spektakuläre Veranstaltung, die sich zunehmender Beliebtheit erfreut, auf dem Bittenfelder Böllenbodenhof.Näheres zum Verein und seinen Aktivitäten findet man unter www.trecker-team-bittenfeld.com.

  • Bewertung
    12

Heute in Ihrer Tageszeitung

  • Waiblinger Kreiszeitung
  • Schorndorfer Nachrichten
  • Winnender Zeitung
  • Welzheimer Zeitung
Lust auf mehr?

Lesen Sie Ihre Zeitung immer und überall digital: Hier ePAPER-Angebote entdecken!