Waiblingen-Bittenfeld Das Glück, einen Bauplatz zu ergattern

Der Nachwuchs an der Schnittstelle: Im neuen Baugebiet haben die Kinder in einem symbolischen Akt das rote Band durchgeschnitten. An mancher Stelle brauchte es ein wenig Hilfe. Foto: Habermann/ZVW

Waiblingen. Noch ist das Neubaugebiet Berg-Bürg eine mit Straßen durchzogene große braune Fläche. Doch in nicht allzu ferner Zeit werden hier 130 Häuser und Wohnungen für 300 Menschen stehen. Die ersten der künftigen Bewohner haben jetzt schon mal zusammen gefeiert. Unter ihnen viele, die jahrelang auf einen Bauplatz gewartet haben.

Die Kanäle und Wasserleitungen liegen, die Stromversorgung steht. Die Bauherren im neuen Baugebiet am Rande von Bittenfeld können loslegen. Grund genug für einen kleinen Festakt seitens der Stadtverwaltung inklusive einer Einladung zu Kaffee und Kuchen für die glücklichen neuen Bewohner. Dass die Nachfrage nach den Bauplätzen enorm war, betonte Oberbürgermeister Andreas Hesky in seiner Begrüßung. Gemäß dem Waiblinger Baulandmodell hatte die Stadt zunächst alle Grundstücke aufgekauft und dann an die Bauwilligen weitergegeben. Festlegungen oder Ausschlusskriterien für die Bewerbung habe es nicht gegeben, betonte Hesky. „Jeder sollte sich bewerben können, Familien und Paare, Ältere und Jüngere. Das Baugebiet sollte ein Spiegelbild unserer Gesellschaft werden.“ Im Zweifelsfall wurden die Namen der künftigen Bauherrn am Ende per Losverfahren gezogen.

Mit Losglück zum erträumten Bauplatz

Mit Losglück ist auch Familie Bosch aus Stuttgart-Degerloch zum lang ersehnten Bauplatz gekommen. Fast vier Jahre lang hatten Andreas und Simone Bosch ein Grundstück gesucht, bis sie in Immoscout auf das neue Bittenfelder Baugebiet gestoßen sind. „Wir hatten noch drei Wochen Zeit“, erzählt der Familienvater. Kurz entschlossen hätten sie sich um einen Bauplatz für ein Reiheneckhaus beworben – und kamen am Ende im Nachrückverfahren zum Zug. „Das ist genau das, was wir gesucht haben“, freuen sie sich. Die Größe Bittenfelds und die Lage von Berg-Bürg seien ideal, das i-Tüpfelchen sei aber, dass Berg-Bürg ein klimaneutrales Wohngebiet wird. „So ein Baugebiet ist der richtige Weg“, ist Andreas Bosch überzeugt.

Nur ein paar Straßen vom neuen Wohngebiet entfernt wohnt im Moment noch Familie Hammacher. In Bittenfeld wollten Hammachers bleiben, umso mehr freuen sie sich, dass sie dort einen Bauplatz für eine Doppelhaushälfte kaufen konnten. Mark Hammacher stammt aus Sydney, wo er mit seiner Familie aber auf keinen Fall leben will. Schnuckelig sei Bittenfeld im Gegensatz zu Sidney, das ein gefährliches Pflaster sei. „Hier in Bittenfeld kennt man sich. Es gibt das Waldfreibad, Kindergärten und eine Grundschule, in die alle Kinder gehen.“ Ideal findet das der Familienvater.

In Bittenfeld bleiben wollte auch Silke Jaudes, die mit Sohn Luca (16) gekommen ist. „Wir haben vier Jahre lang gesucht, jetzt haben wir endlich einen Bauplatz gefunden“, freut sich die Bittenfelderin.

Aus Bittenfeld stammt auch Sina Laible, die zusammen mit Bastian Kossien ein Grundstück gekauft hat. Der Düsseldorfer Bastian Kossien wohnt seit 2013 im Großraum Stuttgart, 2015 kam er der Liebe wegen nach Bittenfeld. Nun haben die beiden ihr Traumgrundstück im Ort gefunden: zentral und mit guter Busverbindung, wie sie finden. Die großen Vorteile aus ihrer Sicht: „Bittenfeld hat auch eine gute Anbindung nach Stuttgart, und man lebt trotzdem ruhig und ländlich.“

Ramona Petyan steht mit der kleinen Sara auf dem Arm am Rande ihres Bauplatzes. „Wir haben unser Prio-Eins-Grundstück bekommen“, freut sich die Hohenackerin. In Waiblingen hätten sie unbedingt bleiben wollen, doch die Suche nach einem Grundstück sei sehr schwierig gewesen. „Alles war unerschwinglich“, erzählt Ramona Petyan. Am Ende bekamen sie ihr Wunschgrundstück per Los. „Wir freuen uns riesig“, sagt sie. „Ich wünschte, das Haus würde schon stehen! Jetzt beginnt die Planung.“

Gesucht: Baugemeinschaft für ein Sechs-Familien-Haus

Mit der Planung würde auch der Architekt Jürgen Fischer gern beginnen. Derzeit sucht der Bittenfelder für eine Baugemeinschaft aber noch Mit-Bauherren „Ich habe eine Option für ein Sechs-Familien-Haus und noch ein halbes Jahr Zeit, um eine Baugruppe zu suchen“, sagt Fischer. Für die Wohnungen zwischen 55 und 110 Quadratmetern wünscht er sich eine solide Gemeinschaft, die sich in den kommenden Monaten finden soll.

Eins steht schon mal fest: Die ärztliche Versorgung des neuen Wohngebiets und von ganz Bittenfeld ist gesichert. Die Hausärztin Dr. Anke Menikheim, die seit Januar 2018 in Bittenfeld praktiziert, zieht mit ihrer Praxis vom Haldenweg nach Berg-Bürg.

5,8 Hektar

Mit rund 130 Wohneinheiten auf 5,8 Hektar wird Berg-Bürg II eins der größten Baugebiete in der Stadt – neben dem alten Krankenhaus-Gelände und dem ehemaligen VW-Hahn-Areal im Hohen Rain in der Kernstadt. Das Wohngebiet wird ebenso wie das Hahn-Areal klimaneutral. Der Strom, den die Bewohner verbrauchen, soll durch Fotovoltaik erzeugt werden.

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