Waiblingen Demos statt Unterricht: Jetzt hat es Folgen

Demonstrierende beim globalen Klima-Streiktag am 20. September 2019 in Stuttgart. Foto: ZVW/Joachim Mogck

Waiblingen.
Der Kampf um den Klimaschutz geht weiter – in der Politik, aber auch auf der Straße. Mit ungebrochenem Eifer demonstrieren die Fridays-for-Future-Schüler und schwänzen zum Ärger ihrer Lehrer dafür auch den Unterricht. Wer geglaubt hat, die Schülerdemos seien bald wieder vorbei, merkt jetzt, dass er sich geirrt hat. Damit müssen auch die Schulleiter umgehen.

Jetzt droht ein Ordnungsgeld

Am Salier-Gymnasium ist die Zeit der Nachsicht gegenüber den Fridays-for-Future-Demonstranten vorbei. „Letztes Jahr war ich kulant“, sagt Rektor Peter Schey auf Anfrage, „aber die Schüler haben Schulbesuchspflicht, und ich kann nicht dauerhaft gestatten, den Unterricht zu schwänzen.“ Nachsitzen und „kleinere schulische Strafen“ erwartet das Grüppchen der betreffenden Schüler nun – mit der Aussicht auf weitere Sanktionen: „Wenn die Zeichen ignoriert werden, werden die Strafen schärfer. Auch ein Ordnungsgeld kann verhängt werden.“

Für den Salier-Schulleiter ist dies eine Frage der Gleichbehandlung. Zweierlei Maß bei der Bewertung von Schuleschwänzen würde zu einer schlechten Schulgemeinschaft führen, ist er überzeugt. Aus seiner Sicht werden die Schüler von den Organisatoren bewusst in die Bredouille gebracht, die Teilnehmer seien in Gewissensnöten. Bei Demos ohne erklärtem Ziel sei zudem ein Ende nicht abzusehen. „Wenn sie sich jahrelang fortsetzen, sehe ich den Schulfrieden gefährdet“, sagt Peter Schey. Zunächst habe er das Fernbleiben der Schüler noch geduldet: „Aber ich kann nicht nur verwarnen. Ich muss auch einfordern.“

Kein großes Thema am Staufer

„Es gibt keine Vorgaben vom Kultusministerium, wie wir hier verfahren sollen“, sagt Volker Losch vom Staufer-Gymnasium. Allerdings seien bei rund fünf Aktivisten an seiner Schule die Freitagsdemos kein großes Thema. Der ausgefallene Unterricht werde als ganz normale Fehlzeit betrachtet: „Das ist unentschuldigtes Fehlen, und jeder muss die Folgen tragen.“ Noch habe es keine Straf-Maßnahmen gegeben. Für Volker Losch selbst gibt es in Sachen Freitagsdemos zwei Perspektiven: Als Schulleiter müsse er dafür sorgen, dass seine Schüler in die Schule kommen. Andererseits gebe es den Auftrag, die Jugendlichen dazu anzuspornen, sich politisch zu betätigen. Ein Auftrag, den er als durchaus widersprüchlich empfindet.

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