Waiblingen Drachenbootcup auf der Rems

Waiblingen. „Was für ein Glück, dass es am Freitag so ausgiebig geregnet hat!“, meinte ein Spaziergänger, der es sich auf einer Bank am Ufer bequem gemacht hatte, seinen neben ihm sitzenden Hund streichelte und sich nichts von dem Geschehen auf der Rems entgehen ließ. „So ist auf alle Fälle genug Wasser im Fluss, dass es für alle Teams und alle Bootsrennen des Tages ausreicht.“

Für die Teilnehmer am 14. Waiblinger Drachenbootcup, die Schlachtenbummler und die Zuschauer, war der Samstag eine Riesengaudi, für Silke Kleinmann-Sauter, die Pressesprecherin der Rudergesellschaft Ghibellinia Waiblingen, sowie für die an die fünfzig mitarbeitenden Vereinsmitglieder Höhepunkt und krönender Abschluss von intensiven, zeit- und kraftraubenden Vorbereitungen, für die so mancher von ihnen auch den einen oder anderen Urlaubstag geopfert hatte.

Die Vuvuzelas kommen doch noch zum Einsatz

Insgesamt 35 Teams waren ins Rennen gegangen, aus Waiblingen sowie aus der näheren und auch weiteren Umgebung. Die Veranstaltung habe längst eine Eigendynamik entwickelt, sich über Waiblingen hinaus einen Namen gemacht, erklärte Kleinmann-Sauter. Jedes einzelne Team sei 16 Paddler und einen Trommler stark. Den Fluss und die Drachenboote kennenzulernen, hatten sie bei zwei Trainingseinheiten Gelegenheit gehabt. An die 2000 Besucher galt es zu betreuen und zu versorgen, die Teams zum richtigen Zeitpunkt an das jeweils für sie vorgesehene Boot zu bringen und das Rennen selbst abzuhalten. Warum die Ghibellinia diesen Aufwand betreibe? - „Bei dem Cup handelt es sich um eine wichtige Einnahmequelle des Vereins. Allein aus den Mitgliedsbeiträgen könnten wir unsere vielen Aktivitäten nicht stemmen und wäre auch das neue Vereinsheim nicht zu finanzieren gewesen. Es gäbe kein neues Bootshaus.“ Aber selbstverständlich bereite es auch Riesenspaß, im Team zusammenzuarbeiten und dann am Renntag mitten im Brennpunkt des Geschehens zu stehen.

Kurz nach halb elf stiegen die beiden ersten Teams in die Boote, ruderten zunächst flussabwärts zum Luisensteg, drehten dort um und starteten pünktlich um 10.50 Uhr gegeneinander auf der 250 Meter langen Strecke bis zum Steg an der Rundsporthalle, angefeuert von den Rufen und dem Klatschen ihrer Fans, die vom Ufer aus und von den Stegen herunter ihrer Unterstützung mit Hupen, Tröten und bisweilen auch in diesem Jahr arbeitslosen Vuvuzelas lautstark Ausdruck gaben. Beide Flussufer hatten sich zu diesem Zeitpunkt längst in eine fröhliche Partymeile verwandelt, es wurden Pavillons und Biergarnituren aufgeschlagen, es wurde fröhlich gepicknickt. Zwischen Paddelteams, die sich auf dem Oberen Ring bereitmachten, in die Boote zu steigen, schlängelten sich Radfahrer und Jogger hindurch auf dem Weg flussabwärts.

Die „Dragon Queens“ fieberten da noch ihrem ersten Start entgegen. Wie der Name schon sagt, ein reines Frauenteam, ein Heimspiel für sie, und zum neunten Mal waren sie heuer dabei. Eine lockere Gemeinschaft von Kolleginnen, Nachbarn, Freundinnen und Bekannten, erklärten sie, die sich zu diesem Rennen zusammengefunden haben und seitdem in immer wieder wechselnder Besetzung antreten. Erste seien sie bisher noch nie geworden, aber Sieger seien schließlich alle, die an diesem Ereignis überhaupt mitmachen.

So sah es auch Alexander Del, Leiter des Kärcher-Teams. Dessen Mitglieder hatten sich aus allen möglichen Abteilungen des Unternehmens zusammengefunden, über das Intranet und durch Mundpropaganda, vorwiegend aus Winnenden und Schwaikheim, erzählte er. Zum siebten Mal gehe das Team in diesem Jahr an den Start, zum zweiten Mal unter seiner Leitung. Sieger seien sie bisher noch nicht geworden, natürlich hätten sie nichts dagegen, auch einmal zu gewinnen, aber letztendlich sei der gemeinsame Spaß das Wichtigste. „Dabeisein ist alles!“.

Die Enzdrachen aus Bietigheim dagegen gingen heuer zum ersten Mal an den Start, „um zu gewinnen“, wie sie unisono betonten. Ihre Paddlerinnen und Paddler im Alter zwischen elf und fünfzig Jahren entstammten den Reihen des Kanu-Clubs Bietigheim, seien also mit dem Element Wasser durchaus vertraut. Und so groß sollte der Unterschied zwischen Rems und Enz ja nicht sein.

Die Ergebnisse

Bei den Männern siegte im Finale das Team Stihl Power (1:21,37 Minuten) gegen die Käfigschlucker (1:21,58 Minuten).

Bei den Frauen gewann Team Dragon Fly (1:27,67 Minuten) vor den Frauen aus Flake (1:27,71 Minuten).

Im Mixed hatten die Stihl-Azubis (1:20,16 Minuten) knapp die Nasen vorn gegen Team SETRAchen (1:20,29 Minuten).

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