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Waiblingen Drogenfahnderin mit Sinn für Happy Ends

Waiblingen. Als Kriminalhauptkommissarin und Drogenfahnderin hat sie einen ausgeprägten Sinn für die Realität – doch als Autorin schafft sie romantische Welten. „Ich mag Liebesgeschichten und bin selbst ein großer Fan von Happy Ends“, sagte die Neustädterin Jana Lukaschek alias Jana Lukas. Am Dienstag erscheint „Landliebe“: Die Geschichte von Tom und Ellie, die sich erst gar nicht grün sind, wegen einer TV-Kuppelshow aber vier Wochen lang zusammen auf einem traumhaft schönen Weingut aushalten müssen...

Im Video: Jana Lukaschek aus Waiblingen, Kriminalhauptkommissarin und Buchautorin.

Ja, am Ende gibt es ein Happy End. Alles andere hätte auch überrascht angesichts eines Buchcovers, bei dem viele bunte Blüten und die Message „Im Wein liegt Liebe“ bereits aufgedruckt sind. „Liebe bewegt uns alle und treibt uns um“, ist die Autorin und Polizistin Jana Lukaschek überzeugt.

„Ich schreibe die Geschichten, die mir wichtig sind"

Sie findet es einfach schön, heile Welten zu erfinden und das schreiben zu können, was sie selbst auch am liebsten liest. Wie andere ihre Romane bewerten, ist ihr dabei herzlich egal: „Ich schreibe die Geschichten, die mir wichtig sind. Wo andere die einordnen, überlasse ich ihnen.“

In ihrem Bücherregal zu Hause in Neustadt stehen Schmöker von Nora Roberts oder Susan Elizabeth Phillips, mit denen sie sich gern mal eine Auszeit nimmt. Bücher seien doch manchmal wie ein kleiner Urlaub, findet sie. Das bedeute aber keineswegs, dass sie solche Happy Ends auch in ihrem Alltag erwartet: „Ich bin nüchtern und habe einen klaren Sinn für die Realität. Den brauche ich als Polizistin auch.“

Das Drogendezernat ist für sie die perfekte Dienststelle

Schreiben und die Drogenfahndung, das sind für Jana Lukaschek das zwei gänzlich getrennte Welten. Zur Polizei wollte die gebürtige Sächsin schon immer. Nach dem Abitur kam sie zur Ausbildung nach Baden-Württemberg, nach dem Studium an der Polizei-Hochschule in Villingen-Schwenningen direkt ins Drogendezernat nach Stuttgart. „Für mich ist das die perfekte Dienststelle“, schwärmt sie. „Wir sind ein tolles Team und die Arbeit macht Spaß.“

Für eine Kripo-Frau, die schreibt, liegt das Krimischreiben nahe. Das hat Jana Lukaschek unter dem Pseudonym Jane Luc bereits getan. Ihre vierteilige Thrillerserie lässt sie allerdings in Boston spielen – deutsche Polizeiarbeit in Krimis zu verarbeiten, liegt ihr nicht.

„Hier habe ich meine Bestimmung gefunden“

„Ich bin bewusst aus Deutschland rausgegangen, damit ich Fiktion spielen lassen kann.“ Im Alltag sei die Arbeit der Polizei nämlich längst nicht so spannend wie in Krimis: „Den abgewrackten einsamen Ermittler oder die hochschwangerer Ermittlerin gibt es bei uns nicht.“

Dafür stehen ihre Kollegen fest hinter ihr. Und ihre Vorgesetzten haben sie zur Markenbotschafterin gemacht, die nach außen ein gutes Bild der Polizei vermitteln soll. Schwer fällt ihr das nicht. Schließlich ist die Polizei ihr erklärter Traumberuf: „Hier habe ich meine Bestimmung gefunden.“

Ein halbes Jahr für einen Roman

Ihre andere Seite lebt die 39-jährige Single-Frau am Wochenende und an mindestens zwei Abenden in der Woche aus. So viel Zeit muss schon sein, wenn innerhalb eines halben Jahres ein Roman entstehen soll. Um Ideen zu finden, reicht ihr manchmal schon ein Satz, eine Szene, die sie irgendwo aufschnappt. Dann beginnt die Arbeit. „Ich bin extrem strukturiert“, erklärt Lukaschek.

Vor dem eigentlichen Schreiben werde der Plot skizziert. Jede Person, auch die Nebenfiguren, bekommen eine eigene Geschichte mit definiertem Aussehen, Charaktereigenschaften und einer Vergangenheit, die unter Umständen im Roman später gar nicht zu Sprache kommt.

Sie hat die Handlung im Kopf

Schreibblockaden kenne sie nicht, wohl aber das Gefühl, mal mehr Lust, mal weniger aufs Schreiben zu haben. Weil sie die Handlung im Kopf hat, kennt sie die Abläufe im Voraus. „Es gibt Szenen, auf die ich mich wahnsinnig freue. Man kann sich vorstellen, wie es abläuft.“ Bei den Szenen dazwischen müsse sie sich aber schon mal zum Schreiben zwingen.

Mit dem Heyne-Verlag hat Jana Lukaschek einen wichtigen Schritt gemacht. Mit ihren ersten Büchern war sie bei großen Verlagen abgeblitzt und schließlich beim kleinen Bookshouse-Verlag gelandet. Hier hatte sie neben ihren Thrillern auch vier romantische Romane unter dem Pseudonym Joanne St. Lucas veröffentlicht.

Das nächste Buch ist in Arbeit

„Das Problem war, dass man mit einem kleinen Verlag nicht in den Buchhandel gelangt“, berichtet sie. Inzwischen kümmert sich eine Agentin um die Verlagskontakte, woraufhin die Verbindung mit Heyne zustande kam. Das nächste Buch ist in Arbeit und soll im Sommer erscheinen: „Eine humorvolle Liebesgeschichte um eine Ärztin“, kündigt Lukaschek an.

Eine Pause nach der „Landliebe“ ist also nicht in Sicht – anders als nach ihrer Thrillerreihe, nach der sie dringend Abwechslung suchte. Eine Kollegin brachte ihr das Stricken bei. Seitdem ist das Stricken eine weitere Leidenschaft der 39-Jährigen. Eine, die auch gut fürs Schreiben sei: „Ich kann sehr gut denken, wenn ich vor mich hinstricke“, sagt sie. Und wenn sie mal nicht wisse, wie es weitergeht, sei ein kompliziertes Strickmuster die beste Methode abzuschalten und alles andere aus dem Kopf zu bekommen.

Kochen stricken und die Farbe Pink

  • Die Heldin Ellie im Buch „Landliebe“ ist Köchin - mit Kochen hat die Autorin und Polizistin Jana Lukaschek allerdings nicht viel am Hut. „Ich kann es nicht besonders gut, mag aber die Vorstellung, weil Kochen wie Stricken sehr kreativ ist. Wenn man dafür brennt, kann man viele Dinge entstehen lassen.“
  • Ihr Lieblingsessen ist Nudelsuppe mit der Brühe von Mama, ihr nächstes Strickprojekt ein kompliziertes Tuch. Ihre Lieblingsfarbe ist Pink.
  • „Landliebe“ von Jana Lukas erscheint am 9. Mai im Heyne-Verlag. Den Roman gibt es auch als E-Book sowie als Hörbuch.
  • Am 1. Juni liest Jana Lukaschek ab 18 Uhr bei Bücher-Lack in Fellbach aus ihrem neuen Buch.
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