Waiblingen erfrischt Mediterranes Flair auf dem Marktplatz

Der Marktplatz voll mit Leuten: Das ist kein Foto vom Altstadtfest, sondern vom wöchentlichen Wein-Probierabend. Foto: ZVW/Gabriel Habermann

Waiblingen. Als ein buntes Wimmelbild allseitiger Behaglichkeit erscheint der Marktplatz bei der schon Kult gewordenen After-Work-Weinprobe „Waiblingen erfrischt“. Bei allerbestem Sommerwetter genießen mehrere Hundert Besucher die edlen Weine vom Stettener Gut Karl Haidle, Kulinarisches von Sternekoch Bernd Bachofer und die beschwingte Musik der „Birds of a Feather“. Begegnungen bei mediterranem Flair auf dem Marktplatz.

Pratzelvoll war er am Donnerstag, der Marktplatz. Am Himmel zogen flockige Cirruswolken dahin. Und darunter war nun kein Marktgeschrei zu hören, sondern das lebendige Summen vom Erzählen, Plaudern und Schwätzen der vielen Leut’, die es von nah und auch fern zu „Waiblingen erfrischt“ gelockt hatte.

Schlangen am Weinstand und verführerisches Eis

Es gab Schlangen - zu Beginn noch ohne längere Wartezeit - vor dem Stand des Weinguts Karl Haidle, das an diesem Abend mit neuen Kreationen und sommerfrischen Sorten die Weinfreunde verwöhnte. Ob weiß, rosé oder rot, man sah kaum eine Runde Besucher, in der nicht jeder ein Glas in der Hand hielt. Ausgewählte kulinarische Spezereien bot Spitzenkoch Bernd Bachofer. Allein schon optisch war der Schokoladen-Ingwer-Cake mit Erdbeeren, Minz-Espuma und Pan-Dan-Eis eine unwiderstehliche Verführung.

Ausgelassenes Sommerabend-Vergnügen

Über den Platz wehten die Klänge des feinen Trios „Birds of a Feather“, das mit seinem virtuosen Pop-Country-Folk neue Fans fand. Man sah eine Mutter sich vergnügt mit ihrem kleinen Kind auf dem Arm sanft zum Rhythmus wiegen. Rundum eine entspannte, unaufgeregte, friedliche Atmosphäre. Versammelt waren Junge und Alte, Einheimische und Auswärtige, Weinzähne und solche, die es sich auch mit einem Sprudel gutgehen ließen.

Kurzum: ein urbanes, ausgelassenes Sommerabend-Vergnügen. Das Publikum, es genoss sich selbst. „Super“ fand ein älteres Waiblinger Ehepaar das Ambiente dieses „After-Work“-Treffens. Hob indes knitz das Weinglas und bekannte mit Blick auf den funkelnden Inhalt: „Mir send Rentner ond schaffad do dran!“ Das Paar erzählt, dass es schon einige Male zu „Waiblingen erfrischt“ gekommen ist – und, „onsere Jonge send emmer do“.

Moritz Haidle: „So krass war es noch nie“

Über derlei freut sich auch Martina Lenzen von der städtischen GmbH für Wirtschaft, Tourismus und Marketing. „Es sind keineswegs nur die Älteren hier, sondern auch viele junge Weinfreunde.“ Das führt sie darauf zurück, „dass bei den Remstäler Weingärtnern ein Generationswechsel stattgefunden hat“. Inzwischen sei aus „Waiblingen erfrischt“ eine regelrechte Erfolgsgeschichte geworden. „Es ist inzwischen eine etablierte Veranstaltung, beliebt auch bei Weingärtnern und Wirten.“ Besonders auch deshalb, so Martina Lenzen, „weil wir hier ein sehr angenehmes Publikum haben“. „Man merkt den Generationswechsel bei den Wengertern. Die gehen, wie zum Beispiel Moritz Haidle, anders an die Sachen ran, haben neue Ideen, kreieren neue Weine. Deshalb haben wir viele Junge im Publikum, die sich wohlfühlen. Und von den Jungen kommt dieses mediterrane Lebensgefühl.“

Am Weinstand vom Weingut Haidle haben bis zu sieben Mitarbeiter bedient. „Aber am Ende sind wir an unsere Grenzen gekommen“, sagte Moritz Haidle am Tag darauf. Zum Glück, sagt er, waren noch andere Mitarbeiter und Verwandte im Publikum, die zusätzlich noch schnell Gläser wuschen. Damit die Leute nicht warten mussten, nahmen sie oft lieber gleich eine ganze Flasche mit. „So krass war es noch nie!“ Der Renner war im Übrigen ein Riesling Kabinett 2018.


Weitere „Waiblingen erfrischt“-Termine

Die Wein-Probierabende „Waiblingen erfrischt“ mit dezenter Live-Musik am Marktplatz in Waiblingen gibt es noch bis zum 17. Oktober jeden Donnerstagabend von 17 bis 21 Uhr.

So lautet die Besetzung der nächsten Termine: Weingut Gold (8. August), Weingut Schieber aus der ungarischen Partnerstadt Baja (15. August), Weingut Häußermann (22. August) und Weingut Escher (29. August). Von September an geht es so weiter: Weingut Klopfer (5. September), Weingut Bernhard Ellwanger (12. September), Weingut Beurer (19. September), Weingut Zimmer (26. September), Weingut Medinger (3. Oktober), Weingut Knauß (10. Oktober) und Weingut Zimmerle (17. Oktober).

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