Waiblingen Fünf Wochen ohne Internet

Symbolbild. Foto: Pixabay / Pexels

Waiblingen. Anfang März wurden bei Arbeiten zum Netzausbau 150 Anwohner und Geschäftsleute von Telefon und Internet abgehängt. Der Kabelschaden ist zwar behoben, die Störung aber noch immer nicht restlos beseitigt. Mit am härtesten trifft es Sakis Karagiannis und seine Familie. Seit fünf Wochen tut sich: nichts.

Seit dem 11. März sind bei Sakis Karagiannis und seiner Familie die Leitungen von Telefon und Internet tot. Besonders den Söhnen, 16 und 22 Jahre, missfällt die Situation. Sie fordern den Vater auf, etwas zu unternehmen – aber der wird vom Kundendienst nur vertröstet. Fünf Wochen ohne WLAN das heißt fünf Wochen ohne Netflix-Serien, Youtube und das Online-Videospiel Fortnite. Einer der Söhne zockt sonst als E-Sportler online gegen andere Spieler das Fußballspiel Fifa. Auch für die Eltern ist das klassische Kabelfernsehen keine echte Alternative: „Soll ich etwa RTL 2 gucken?“, sagt der Vater lachend. Manchmal schaut das Paar eine Dokumentation auf Arte, ansonsten wechseln die beiden ganz in die analoge Welt, lassen den großen Flachbildschirm einfach aus: „Dann sitzen wir am Tisch und reden.“

Vodafone hat die Leitung von der Telekom angemietet

Immerhin das Smartphone funktioniert. Über das Handy bleibt der Lokführer in Kontakt mit der Außenwelt. Zum Beispiel mit dem Kundendienst von Vodafone, mit dem er einen umfangreichen Chat pflegt, inklusive Fotos vom stillen Router und von der Baustelle in der Heinrich-Küderli-Straße, an der es offenbar zum folgenreichen Kabelschaden kam. Vodafone kann nur bedingt helfen. „Es handelt sich hier um eine Leitung, die auf der letzten Meile der Deutschen Telekom gehört und die Vodafone im Auftrag der Kunden angemietet hat“, heißt es von der Vodafone-Pressestelle. Und weiter: „Unsere intensive Fehleranalyse ergab, dass hier ein Schaden vorliegt, der ausschließlich durch die Telekom beseitigt werden kann und darf.“ Fünf der betroffenen Haushalte seien DSL-Kunden von Vodafone. Zur Überbrückung des Totalausfalls hat Sakis Karagiannis von seinem Anbieter einen Ersatzrouter bekommen, der über Mobilfunk ein kleines WLAN-Netz aufbaut, aber die 50 Gigabyte sind mit Streamingdiensten schnell verbraucht.

Fünf Wochen – eine erstaunlich lange Durststrecke. Die Freunde von Sakis Karagiannis in Griechenland machen sich schon darüber lustig. Nach dem Motto: „Bei uns dauert so etwas ein paar Tage oder maximal eine Woche – was ist los bei euch in Deutschland?“ Techniker waren zwar schon vor Ort in der Heinrich-Küderli-Straße, bisher jedoch erfolglos.

Problem bis zum Ende der Woche behoben?

Die Pressestelle der Telekom beteuert, dass der Kabelschaden seit März behoben sei. Bedauert wird dort, dass nach dem Abschluss der Umschaltungen im Zuge des Netzausbaus rund um die Heinrich-Küderli-Straße noch nicht alle Kunden wie gewünscht Telefon und Internet nutzen könnten. „Die Ursache dafür ist, dass die Dokumentation in unseren Buchungssystemen noch nicht für alle Anschlüsse abgeschlossen ist.“ Die Service-Techniker arbeiteten derzeit „mit Hochdruck“ daran, die Dokumentation abzuschließen. Dies soll voraussichtlich bis zum Ende der Woche vollständig geschehen sein. Nach Kenntnissen der Telekom können davon maximal zehn Kunden gleichzeitig betroffen sein.

Die Mehrheit der im März abgehängten Kunden ist längst wieder online. Nach den Anfragen der Waiblinger Kreiszeitung scheint sich auch für Sakis Karagiannis etwas zu bewegen. Für Dienstag hat sich jedenfalls wieder ein Techniker angekündigt.


Die Vorgeschichte

Rund 150 Privatkunden und Geschäftsleute in der Heinrich-Küderli-Straße in Waiblingen, darunter Ärzte, die Staufen-Apotheke und die Sparkassen-Versicherung, hatten in der ersten Märzwoche weder Telefon noch Internet. Grund: Offenbar wurden bei Arbeiten zum Netzausbau Kabel durchtrennt.

Kaum war dieser Schaden behoben, begann am 11. März für Sakis Karagiannis und andere die Durststrecke, die bis heute andauert.

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