Waiblingen Getarnter Blitzer blitzt auch in Waiblingen

Am Mittwoch entstand dieses Foto des getarnten Blitzers mit Heilbronner Kennzeichen in der Beinsteiner Straße in Waiblingen. Dort war das Gerät seit Montag im Einsatz. Foto: ZVW/Gabriel Habermann

Waiblingen.
Erst stand er in Weinstadt, nun ist er in Waiblingen im Einsatz: der getarnte Blitzer, der ein bisschen aussieht wie das Heck eines Anhängers – inklusive Rücklichtern und Kennzeichen.

Am Mittwochabend hat unser Fotograf Gabriel Habermann den Blitzer in der Beinsteiner Straße fotografiert. Am Donnerstag dann lud ein Facebook-Nutzer ein weiteres Foto auf die Internetplattform, diesmal stand derselbe Blitzer – erkennbar am bis zur letzten Ziffer identischen Kennzeichen, das mit der Abkürzung „HN“ für Heilbronn beginnt – in der Mayenner Straße. Und zwar auf einem Parkplatz, wie ein weiterer Facebook-Nutzer anmerkte. Das sei doch eine „Schweinerei“, kommentierte er – fügte aber einen lachenden Smiley hinzu.

Andere Waiblinger bedankten sich schlicht für die Blitzer-Warnung. Manche vermuteten, die Stadt brauche „mal wieder Geld“, wolle „Kasse füllen“. Verständnis scheinen zumindest auf Facebook nur wenige zu haben. Immerhin eine Nutzerin schrieb: „Man sollte sich eigentlich immer an die Geschwindigkeit halten, dann braucht man keine Angst haben, geblitzt zu werden.“ Die Stadt bestätigte auf Anfrage unserer Redaktion am Freitag, dass der getarnte Blitzer seit vergangenem Montag an zwei Stellen eingesetzt wurde: bis Mittwoch in der Beinsteiner Straße und seit Donnerstag in der Mayenner Straße. Dort bleibe das Gerät noch bis kommenden Montag stehen, so Werner Nußbaum, der den Fachbereich Bürgerdienste leitet.

Das Geschwindigkeitsmessgerät arbeitet bis zu sieben Tage autonom

Wie auch zuvor Weinstadt hat Waiblingen den mobilen Blitzer für eine Woche von der Firma Vitronic angemietet. Man wollte den „Enforcement Trailer“, wie der Hersteller den Blitzer nennt (Trailer ist Englisch für Anhänger), testen, sagte Nußbaum. Zu den Ergebnissen könne er noch nichts sagen, auch nicht zur Zahl der geblitzten Autofahrer. Die Auswertung werde etwa eine Woche dauern, so der Fachbereichsleiter Bürgerdienste. „Aber ich denke, es war zufriedenstellend.“ Vitronic selbst spricht übrigens von einer „semistationären Messanlage“, keinem mobilen Gerät.

Wie kam es dazu, dass Weinstadt und Waiblingen den Blitzer in zwei aufeinanderfolgenden Wochen testeten? Nußbaum: Hersteller Vitronic habe bei der Stadt angefragt, ob Interesse bestehe. Das habe man bejaht. Ebenso habe die Firma bei der Weinstädter Verwaltung angefragt. Den Trailer nahtlos hintereinander an zwei Nachbarstädte zu verleihen ist praktisch für das aus Wiesbaden stammende Unternehmen Vitronic beziehungsweise die von ihm vor knapp einem Jahr aufgekaufte ERA GmbH & Co. KG Dienstleistungen für Kommunalverwaltungen mit Sitz in Heilbronn.

ERA wirbt auf seiner Internetseite: „Das futuristisch anmutende, gegen Vandalismus geschützte Gehäuse enthält hochmoderne Laser-Technik sowie Li-Ionen-Akkus, die im laufenden Messbetrieb ausgetauscht werden können. Das Geschwindigkeitsmessgerät arbeitet bis zu sieben Tage autonom, ohne externe Stromversorgung.“ Und Kommunen verspricht die Heilbronner Firma: „ERA unterstützt Sie dabei, maximale Flexibilität bei der Verkehrsüberwachung zu erreichen – zu jeder Zeit und an beinahe jedem Ort.“

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