Waiblingen UPDATE: Großbrand Bürgerzentrum: Es war Brandstiftung

Waiblingen. Brand in Bürgerzentrum.

Video: Brand beim Bürgerzentrum Waiblingen in der Nacht vom 28. März. Ein Flug mit der Drohne. 

Neue Informationen zum Großbrand am Waiblinger Bürgerzentrum - Stand Dienstag 18.00 Uhr (wir werden regelmäßig aktualisieren):

Pressekonferenz: Von der Pressekonferenz der Stadt Waiblingen um 15 Uhr haben wir im Liveticker berichtet. Das Minutenprotokoll können Sie hier nochmal nachlesen. Alle Informationen der Pressekonferenz haben wir hier für sie zusammengefasst.

Die Brandursache: Vorsätzliche Brandstiftung: Das scheint für die Polizei festzustehen, auch wenn sie aus ermittlungstaktischen Gründen keine Details preisgibt. Das war der Pressekonferenz um 15 Uhr zu entnehmen. Kriminaldirektor Reiner Möller sagte: "Wir denken an eine Öffentlichkeitsfahndung ab morgen." Das bedeutet: Es gibt wohl möglicherweise Tatortfunde oder Zeugen oder ein Phantombild, jedenfalls Hinweise auf mögliche Täter.

Veranstaltungen: Bis zum Jahresende werden die Veranstaltungen im Bürgerzentrum wohl nicht stattfinden. Für manche Termine wird es Ausweichsquartiere geben. Am Jahresende soll das Büze wieder am Start sein als bewährte und beliebte Veranstaltungsstätte, sagte Hesky auf der Pressekonferenz. Für Abo-Kunden des Bürgerzentrums gibt es eine Hotline - 07151 / 5001-2650 oder -2648. Zur neuen Medizinkonzeption der Rems-Murr-Kliniken sollte am kommenden Donnerstag eine Bürgerinformation im Welfensaal des Bürgerzentrums stattfinden. Für diese Veranstaltung haben die Verantwortlichen bereits eine Ausweichmöglichkeit gefunden. Sie findet nun am Donnerstag von 19 bis 21 Uhr in der Schwabenlandhalle in Fellbach statt.

Die Löscharbeiten: Offiziell ist das Feuer nun gelöscht, die Nachlöscharbeiten sind im Gange. Die Löscharbeiten gestalteten sich schwierig und dauerten bis zum Nachmittag an. Die offenen Feuer waren bis 14 Uhr gelöscht - unter der Dachhaut aber brannte es immer noch weiter. Um 15 Uhr meldete die Feuerwehr: "Feuer aus". Es waren über 100 Feuerwehrkräfte zur Brandbekämpfung eingesetzt. Die Feuerwehr Waiblingen wird von der Wehr aus Weinstadt unterstützt, die Fellbach abgelöst hat. Die gute Nachricht: Nach wie vor wurde kein Feuerwehrmann beider schwierigen und gefährlichen Arbeit verletzt.

Der Brandausbruch: Um 1.29 Uhr, berichtet Kripo-Leiter Reiner Möller, meldete ein Bürger den Brand eines Müllcontainers beim Bürgerzentrum. Als die Polizeistreife um 1.32 Uhr eintraf, brannten mehrere Abfallcontainer am Lieferanteneingang unweit der Hausmeisterwohnungund und das Feuer griff bereits auf das Dach über. Dort breitete es sich in der Dachkonstruktion samt Dämmung aus. Aufgrund der Kupfereindeckung und der damit einhergehenden Hitzestauung gestalteten sich die Löscharbeiten sehr schwierig. Die Feuerwehr musste die Dachhaut aufsägen.

Weitere Einsatzkräfte: Neben Feuerwehr und Polizei sind das Deutsche Rote Kreuz, der Bauhof der Stadt Waiblingen, die Straßenmeisterstelle und weitere Vertreter der Stadt im Einsatz. Oberbürgermeister Andreas Hesky und weitere kommunale Vertreter machten sich ebenfalls ein Bild vor Ort.

Die Schadenshöhe: Das Gebäude ist versichert. Derzeit wird der Schaden akribisch aufgenommen. Eine erste vorsichtige Schadensschätzung liegt mittlerweile vor - von "mehreren Millionen Euro" ist die Rede. Teile des Daches sind einsturzgefährdet. Aktuelle Auskunft der Polizei: "Es ist bereits absehbar, dass der Sachschaden in die Millionenhöhe geht."

Kein Personenschaden: Der Hausmeister und seine Ehefrau konnten ihre Wohnung im Bürgerzentrum rechtzeitig unverletzt verlassen.

Remsstuben: Die Remsstuben hat das Feuer nicht erreicht. „Es ist aber zu früh zu sagen, wann dieser Bereich wieder in Betrieb ist“, sagt Hesky. Gäste, die gebucht haben, bittet er, Ruhe zu bewahren. Dasselbe gilt auch für die Veranstaltungen im Bürgerzentrum, Ausweichangebote aus den Nachbarkommunen werden geprüft. Noch weiß keiner, wie lange die Arbeiten im Bürgerzentrum dauern werden: „Wenn wir den Strom einschalten können, können wir mehr sagen.“

Verwaltungsräume: Die Räume des Kulturamtes im Bürgerzentrum sind ebenfalls nicht unmittelbar von den Flammen erfasst worden. Nach - bislang allerdings nicht gesicherten - Informationen steht dort aber knöcheltief Wasser.

Ghibellinensaaal: Eine gute Nachricht inmitten der Katastrophe - der Ghibellinensaal, quasi das Herz des Bürgerzentrums, ist vom Brand nicht betroffen. Allerdings ist bei den Löscharbeiten Wasser durchs Dach eingedrungen und tropft noch immer hinab - große Wannen wurden aufgestellt, um das Wasser aufzufangen.

Die Verkehrssituation: Aktuell gibt es keine Verkehrsbehinderungen im Bereich am Bürgerzentrum. Während der Löscharbeiten wurde der Überregionale Verkehr gebeten, den Einsatzort weiträumig zu umfahren.

Die allgemeine Lage: Die Warnmeldung an die Anwohner hinsichtlich der Rauchbelästigung wurde mittlerweile zurückgenommen, die Bitte der Feuerwehr, in den Wohngebieten Korber Höhe, Galgenberg und Oberer Rosberg die Fenster wegen starker Rauchentwicklung geschlossen zu halten, hat sich damit offiziell erledigt.

Haltlose Gerüchte: In den sozialen Netzwerken wird teilweise kritisiert, dass die Bittenfelder Wehr nicht im Einsatz gewesen sei. Vorwürfe sind hier indes absolut fehl am Platz, und zwar gleich aus zwei Gründen. Erstens: Es gehört zum Einsatzkonzept der Feuerwehr, Restmannschaften gerade in den Teilorten vorzuhalten, da es jederzeit auch gleichzeitig woanders zu einem Brand kommen kann. Zweitens: Bei einem so langen Einsatz ist es ungeheuer wichtig, dass im Lauf der Zeit, wenn die ersten Einsatzkräfte erschöpft sind, eine zweite Welle ausrücken kann. Genau das ist beim Bürgerzentrum passiert und bewährt sich derzeit: Momentan sind ausgeruhte Kräfte der Feuerwehren Hegnach und Bittenfeld am BüZe im Einsatz. Nach unserem momentanen Stand spricht alles dafür, dass die gesamten Feuerwehreinheiten bei diesem dramatischen, schwer zu handhabenden und gefährlichen Geschehen hervorragende Arbeit leisten.

Im folgenden unsere frühere Berichterstattung:

Am Dienstmorgen brach gegen 1.30 Uhr ein Brand beim Bürgerzentrum in Waiblingen aus. Die Löscharbeiten gestalten sich als sehr schwierig und dauern zur Stunde (Stand 7.30 Uhr) noch an. Das Ende ist noch nicht absehbar.

Die Feuerwehr aus Waiblingen wird durch die Fellbacher Wehr unterstützt, beide befinden sich im Großeinsatz. Mit Stand 3 Uhr befanden sich mehr als 70 Einsatzkräfte der Wehren mit 14 Fahrzeugen, einschließlich einer Drehleiter im Löscheinsatz.

Rund um den Brandort An der Talaue sowie der Alten Bundesstraße bestehen durch die Löscharbeiten Verkehrsbehinderungen. Die Straßen sind zwar einspurig befahrbar aber überlastet. Ortskundige werden gebeten, den Bereich zu meiden und zu umfahren.

Die Feuerwehr bittet für die Wohngebiete Korber Höhe, Galgenberg und Oberer Rosberg die Fenster wegen starker Rauchentwicklung geschlossen zu halten.

Das Feuer brach nach ersten Erkenntnissen wohl im Bereich der Abfallcontainer am Lieferanteneingang unweit der Hausmeisterwohnung aus. Danach ging es auf das Dach über, wo es sich in der Dachkonstruktion samt Dämmung ausbreitete. Aufgrund der Kupfereindeckung und der damit einhergehenden Hitzestauung gestalten sich die Löscharbeiten als sehr schwierig.

Der Hausmeister sowie seine Ehefrau konnten ihre Wohnung im Bürgerzentrum rechtzeitig und unverletzt verlassen.

Die Brandursache ist noch unbekannt. Die Ursachenforschung wird durch die Kriminalpolizei samt Kriminaltechnikern betrieben, sobald es die Löscharbeiten zulassen.

Es muss von einem immensen Sachschaden ausgegangen werden, der noch nicht beziffert werden kann.

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