Waiblingen-Hegnach Studie: Kein Ausweichverkehr wegen Diesel-Fahrverboten

Die Zählung ergibt, dass das Verkehrsaufkommen in Hegnach relativ konstant bleibt. Foto: ZVW/Benjamin Büttner

Waiblingen-Hegnach. Die Sorge, dass Dieselfahrer wegen des Fahrverbots in Massen Ausweichstrecken in Waiblingen nutzen, hat sich nicht bestätigt. Zu diesem Schluss kommt eine Verkehrsuntersuchung, welche die Stadt Waiblingen in Auftrag gegeben hat. In Hegnach ist keine nennenswerte Zunahme des Verkehrsaufkommens messbar.

Seit Anfang des Jahres gilt in Stuttgart das Fahrverbot für alte Dieselfahrzeuge. Umlandkommunen wie Waiblingen befürchteten, durch Schleichverkehr könnten die eigenen Straßen stärker belastet werden – insbesondere die Neckarstraße in Hegnach als Ausweichroute in Richtung Ludwigsburg schien dafür infrage zu kommen. Diese Befürchtungen haben sich laut einer Studie des Verkehrsingenieurbüros Karajan nicht bewahrheitet. Im April 2019 fuhren 16 561 Fahrzeuge auf der Neckarstraße. Bei der letzten Zählung vor Einführung des Dieselfahrverbots wurden im Jahr 2017 auf Höhe Flurstraße 16 492 Fahrzeuge erfasst – also nicht viel weniger. „Wir können keine Verkehrsverlagerung feststellen“, sagt Ingenieur Enrico Purschke. Entsprechend seien Maßnahmen zur Umlenkung oder Einschränkung des Verkehrs nicht angebracht.

Auch ohne Fahrverbot hat der Verkehr zugenommen

Jeweils für drei Tage wurde im Februar und im April mittels eines Seitenradargeräts der Verkehr in Hegnach gezählt. Der im Februar ermittelte Wert lag dabei mit 14 018 Fahrzeugen täglich relativ deutlich unter den April-Zahlen. Ein Ausreißer nach unten, der aus Sicht des Verkehrsingenieurs durch die Jahreszeit oder durch eine Störung an anderer Stelle im Verkehrsnetz bedingt sein könnte. Das Ergebnis vom April hingegen passe ins Muster der vergangenen Jahre, wie es sich an einer automatischen Dauermessstelle des Landes im Bereich der Hegnacher Höhe ergibt. Dort schwankt der Verkehr seit 2007 zwischen 17 734 und 19 420 Fahrzeugen pro Tag. Tendenz steigend: In zwölf Jahren hat der Verkehr um rund zehn Prozent zugenommen, ganz unabhängig von den Dieselfahrverboten.

Was lärmgeplagte Hegnacher besonders nervt, sind die Lastwagen, die durch die Neckarstraße donnern. In Hegnach direkt waren es 2017 1650 Lkw pro Tag, im April 2019 1690. Auf der Hegnacher Höhe – also außerorts – nimmt die Belastung tendenziell ab. In den vergangenen zwölf Jahren ging die Zahl der Lkw dort um zehn Prozent zurück.

Der Verkehrsingenieur glaubt, dass etwaige Auswirkungen des Dieselfahrverbots sich mit der Zeit weiter verflüchtigen, wenn die Fahrzeugflotte sich erneuert - also weniger Leute Diesel fahren.


Luft in Hohenacker besser als gedacht

Die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) hat vom 1. Januar bis 31. März 2019 die Belastung der Luft an der Karl-Ziegler-Straße in Hohenacker mit Stickstoffdioxid gemessen. Das Ergebnis: Festgestellt wurden Werte zwischen 31 und 34 Mikrogramm pro Kubikmeter.

Weil der Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter unterschritten wird, stellt die LUBW ihre Messungen ein, teilte die Stadtverwaltung in der Sitzung des Ausschusses für Planung, Technik und Umwelt des Gemeinderats mit.

Stickstoffdioxid ist ein ätzendes Reizgas, es schädigt das Schleimhautgewebe im Atemtrakt und reizt die Augen. In der Folge können Atemnot, Husten, Bronchitis, Lungenödem, steigende Anfälligkeit für Atemwegsinfekte sowie Lungenfunktionsminderung auftreten.

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