Waiblingen Hess-Areal: Der Bau schreitet voran

Die Baustelle auf dem Hess-Areal entwickelt sich in rasantem Tempo. Foto: ZVW/Gabriel Habermann

Waiblingen. Vor gerade mal zwei Monaten wurde auf dem Hess-Areal für den neuen Daimler-Dienstleistungspark der erste Spatenstich gesetzt - nun hat bereits die Montage der Fertigteile für die erste Halle begonnen. Die 12,5 Meter hohen Stützen stehen. Im Laufe der Woche werden Querverbinder angebracht, auf die die Fassadenteile montiert werden.

Die Zeit drängt. Mitte Februar soll die erste von fünf Hallen fertig sein, so dass der Autobauer mit dem Einbau seiner Regalsysteme beginnen kann. Parallel dazu werden die übrigen Hallen hochgezogen: Sie sollen Ende April 2020 übergeben werden. Derzeit arbeiten 40 bis 50 Leute auf der Baustelle am Rande des Ameisenbühls. „Wenn der technische Ausbau beginnt, werden es wesentlich mehr werden“, kündigt Projektleiter Tim Lüttges von Greenfield Development an. Bereits grob abgeschlossen sind seinen Worten zufolge die vorbereitenden Erdbaumaßnahmen. Sechs große Bagger sind im Einsatz, ein Autokran steht bereit, um die riesigen Teile hochzuhieven. Geliefert werden die Fertigteile von einer Firma aus Paderborn, für die Lieferung der ganz großen ist laut Lüttge ein Spezialtransport nötig. Bis Januar soll auch die Maybachstraße fertig und befahrbar werden.

Der See bleibt erhalten

Auf dem Areal der ehemaligen Ziegelei Hess entsteht ein Dienstleistungspark des Autobauers Daimler mit fünf Hallen und einem Bürogebäude. Bauherr ist die Firma Greenfield Development, von der Daimler die Hallen anmietet. Der Gemeinderat hatte den Bebauungsplan mehrheitlich im Mai abgesegnet. Zuvor hatten die ökologische Bedeutung des Areals, vor allem aber ein geplanter Radweg in Teilen des Rats für Widerstand gesorgt. Umso mehr freute sich Oberbürgermeister Andreas Hesky am Ende über die Ansiedlung auf dem Hess-Areal. Gewerbeflächen seien Mangelware, Neuausweisungen auf der grünen Wiese schwierig und langwierig, sagte Hesky beim Spatenstich für den Dienstleistungspark. Umso wichtiger sei es, vorhandene Gewerbeflächen zu nutzen. Dies und speziell die Arrondierung für die Daimler-Ansiedlung seien ein Glücksfall für die Stadt und die Natur, so der Oberbürgermeister.

Die Nachhaltigkeit zeigt sich nach Meinung Heskys bei diesem Vorhaben auch daran, dass die Freiflächen mit dem See in die Gewerbeflächenplanung integriert wurden, Kreativbereiche geschaffen würden und Mobilitätskonzepte eingeplant seien. Eine Besonderheit sei auch das Multifunktionsgebäude, in dem von Anfang an nicht nur geparkt, sondern auch gearbeitet werde. Vor allem sei es nicht auf ein Wachstum der Stellplätze, sondern auf einen sinkenden Stellplatzbedarf ausgelegt.

Parkhaus am Bahnhof wird neu gebaut: Ersatzparkplätze auf Hess-Areal

Gebaut wird dieses Parkhaus von der Eigentümerfamilie Hess. Zuvor will die Stadt aber einen Teil des Areals als Interimslösung für einen großen Parkplatz nutzen. Wie berichtet, soll nach der Remstal-Gartenschau das überlastete P&R-Parkhaus beim Waiblinger Bahnhof abgebrochen werden. Damit die derzeit etwa 330 Parkplätze während der Bauzeit für das neue Parkhaus nicht ersatzlos entfallen, stehen rund 350 Ersatzparkplätze auf dem Hess-Areal bereit. Die Stadt hat einen Nutzungsvertrag mit den Eigentümern der ehemaligen Ziegelei abgeschlossen. „Wenn das Parkhaus abgebrochen ist, stehen die Plätze bereit“, sagt Werner Nussbaum, Geschäftsführer der städtischen Parkierungsgesellschaft. Bis Ende 2021 stehen die Parkplätze der Stadt zur Verfügung. Danach wird dann an der Bahnlinie das Multifunktionsgebäude inklusive Parkplätze gebaut.

Die Anfahrt zum Interimsparkplatz wird aus Rücksicht auf die Anwohner übrigens nicht über die Straße Ameisenbühl erfolgen, über die die bestehenden P&R-Parkplätze auf der Nordseite des Bahnhofs angebunden sind. Stattdessen erreichen die Nutzer des Ausweichparkplatzes das Hess-Areal vom Gewerbegebiet her über die Max-Eyth-Straße und die Dieselstraße, fahren also vorbei am Druckhaus Waiblingen und auch am Pferdehof.


Straße wird mehrmals täglich gereinigt

Besonders Zweiradfahrern können Dreckklumpen auf Straßen gefährlich werden. In der Nähe der Baustelle auf dem Hess-Areal in Waiblingen war in jüngster Zeit öfter mal die Straße verschmutzt, klagt ein 62-jähriger Motorradfahrer, der dort regelmäßig entlangfährt. „Wir reinigen die Straße mehrmals am Tag“, versichert unterdessen Christian Kühn, Geschäftsführer von Greenfield.

Die Greenfield development GmbH mit Sitz in Düsseldorf ist Bauherr des Daimler-Dienstleistungsparks. Hin und wieder etwas Schmutz auf der Straße lasse sich „nicht vermeiden“, sagt Christian Kühn; „aber wir kümmern uns da wirklich sehr intensiv darum.“ Von einer übermäßigen Verschmutzung der Westumfahrung als Hauptzufahrtsstraße zur Baustelle ist der Stadt nichts bekannt, wie Oliver Conradt sagt. Laut dem Leiter der Abteilung Ordnungswesen beauftragt die Stadt den Betriebshof oder eine Reinigungsfirma, sofern ein Bauherr Dreck auf der Straße nicht sehr schnell selbst entfernt. Die Kosten werden den Verantwortlichen in Rechnung gestellt: „Der Lohnunternehmer auf dem Bau ist ebenso verantwortlich wie der Bauherr, der ihn mit den Ausführungsarbeiten beauftragt hat.“

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