Waiblingen Winterzeit: Die Hochsaison der Einbrecher beginnt

Symbolbild. Foto: ZVW/Benjamin Büttner

Waiblingen. Die dunkle Jahreszeit beginnt. Einbrecher scharren vermutlich bereits mit den Füßen, denn ihre Zeit kommt jetzt. Der Tag des Einbruchschutzes diesen Sonntag soll Bürger wachrütteln: Ein Einbruch lässt sich verhindern.

Laut Polizei bleiben rund 40 Prozent aller Wohnungseinbrüche im Versuchsstadium stecken. Meist schaffen es die Gauner schlicht nicht, ins Gebäude einzudringen. Sie scheitern daran, Eingangs-, Balkon- oder Terrassentüren aufzubrechen oder über ein Fenster ins Haus zu kommen. Vor diesem Hintergrund appelliert die Polizei an die Bürger, selbst aktiv zu werden: Einbruchschutz hält Diebe fern. Für Investitionen in Sicherungen zahlt die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) Zuschüsse. Infos dazu gibt’s auf der Homepage der KfW unter www.kfw.de.

Meist Gelegenheitstäter am Werk

Auf der Internetseite www.k-einbruch.de finden Interessierte technische Sicherheitstipps im Überblick sowie Herstellerverzeichnisse zu geprüften und zertifizierten einbruchhemmenden Produkten. Beispielsweise sind Türen mit verschiedenen Widerstandsklassen im Handel. Ältere Türen lassen sich nachrüsten. Ob Mehrfachverriegelung, Sperrbügel oder Einsteckschlösser – an Nachrüstkomponenten fehlt es nicht. Sie wirken offenbar: Die wenigsten Einbrecher sind einer Infobroschüre der Kripo zufolge gut ausgerüstete Profis. Meist sind Gelegenheitstäter am Werk, die sich schon von einfachen technischen Sicherungen abschrecken lassen.

Haus sollte bewohnt aussehen

Einbrecher möchten natürlich ungestört klauen. Sie prüfen deshalb, ob jemand zu Hause ist oder nicht – und das lässt sich in der dunklen Jahreszeit sehr viel leichter feststellen. Ein Haus sollte bewohnt, also beleuchtet aussehen – das kann schon helfen. Wer nicht zu Hause ist, kann seine Rollläden per elektrische Steuerung öffnen. Via Zeitschaltautomatik können Bewohner das Licht zur gewünschten Zeit aktivieren.

Einbrecher kommen nicht nur nachts

Manch ein Bürger denkt, bei ihm sei eh nichts zu holen – und verdrängt das Thema. Das ist nicht der richtige Weg, findet die Polizei: „Viele unterschätzen den Wert ihres Besitzes und denken, ihr Haus oder ihre Wohnung wäre für Einbrecher uninteressant. Irrtum!“ Übrigens kommen Einbrecher entgegen einer weit verbreiteten Vorstellung nicht bevorzugt nachts. Sie steigen tagsüber ein, wenn keiner zu Hause ist.

Ist das Malheur passiert, hoffen Betroffene auf ihre Versicherung. Im ungünstigen Fall stellt sich heraus, das Opfer ist unterversichert. Zudem kann keine Versicherung ideelle Werte ersetzen, etwa Erinnerungsstücke.

Das Schlimmste: Sicherheitsgefühl in eigenen vier Wänden ist weg

Am schwersten wiegen die psychischen Folgen. Es fühlt sich übelst an, wenn man sich nicht mal mehr in den eigenen vier Wänden sicher fühlen kann. Fremde Leute haben alles durchwühlt, die Privatsphäre mit Füßen getreten – solch eine Erfahrung hallt lange nach.

Rückgang der Einbrüche seit 2014

Die Polizei beschreibt den Einbruchschutz in einer Mitteilung als Dreiklang: „Schwerpunktsetzung der Polizei, umfangreiche präventive Maßnahmen und Wachsamkeit der Bevölkerung“ nennt der Leitende Waiblinger Kriminaldirektor Reiner Möller als Gründe dafür, dass die Zahl der Wohnungseinbrüche seit dem Jahr 2014 reduziert worden sei. Die Statistik weist fürs Jahr 2014 einen Ausreißer nach oben aus: 662 Fälle und damit auffallend viele registrierte die Polizei damals im Rems-Murr-Kreis. Ein Jahr später zählte die Polizei 411 Einbrüche. Ein weiterer Rückgang ergab sich im vergangenen Jahr: 2016 zählte die Polizei 374 Einbrüche im Kreis.

Mehr Einbrüche in der Winterzeit

Mehr als die Hälfte der Einbrüche im vergangenen Jahr wurden laut Polizei in nur vier Monaten verübt. In den Monaten Januar, Februar, November und Dezember kam es zu mehr Einbrüchen als in den anderen acht Monaten zusammen. Vor diesem Hintergrund findet der Tag des Einbruchschutzes immer an jenem Wochenende statt, an welchem die Uhr umgestellt wird. Dann ist es abends schon wieder früher dunkler; Einbrecher nutzen das aus.

Wachsam bleiben, guten Kontakt zu den Nachbarn pflegen

Regelmäßig appelliert die Polizei an Bürger, aufmerksam zu bleiben und Auffälliges zu melden. Oftmals streifen Einbrecher vorab durch Wohngebiete und checken ab, wo etwas zu holen sein könnte. Zudem rät die Polizei, guten Kontakt zur Nachbarschaft zu pflegen und anderen Bescheid zu sagen, wenn man längere Zeit nicht da ist. Ein übervoller Briefkasten könnte wie eine Einladung wirken – solche Stolperfallen lassen sich leicht vermeiden.

Sechs goldene Verhaltensregeln nennt die Polizei:

  • Wenn Sie Ihr Haus verlassen – auch nur für kurze Zeit –, schließen Sie unbedingt Ihre Haustür ab.
  • Verschließen Sie immer Fenster, Balkon- und Terrassentüren. Gekippte Fenster sind offene Fenster.
  • Verstecken Sie Ihren Schlüssel niemals draußen. Einbrecher finden jedes Versteck.
  • Wenn Sie Ihren Schlüssel verlieren, wechseln Sie den Schließzylinder aus.
  • Achten Sie auf Fremde in Ihrer Wohnanlage oder auf dem Nachbargrundstück.
  • Sagen Sie anderen Bescheid, wenn Sie weg sind.

Sicherheitsberatung

Der „Tag des Einbruchschutzes“ soll Bürger für die Thematik sensibilisieren. Dieses Jahr ist der 29. Oktober zu diesem Tag erkoren, weil es der Tag der Zeitumstellung ist.

Das ganze Jahr über erhalten Bürger in den Beratungsstellen der Polizei eine technische Sicherheitsberatung. Experten suchen auf Wunsch vor Ort im Haus oder in der Wohnung Schwachstellen.

Die für den Rems-Murr-Kreis zuständige Kriminalpolizeiliche Beratungsstelle des Polizeipräsidiums Aalen hat ihren Sitz in Fellbach in der Frizstraße 5; Telefon 07 11/5 77 22 01.

Auf Youtube ist ein Kanal veröffentlicht mit dem Titel „"Die Elster"-Ein Einbrecher-Profi packt aus“:

Hier der erste Teil:

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