Waiblingen-Hohenacker Feuerwehrhaus: Anbau für eine Million Euro

Gesamtkommandant Jochen Wolf (links) und Abteilungskommandant Sebastian Kölz vor den Spinden in der Fahrzeughalle. Foto: ZVW/Gabriel Habermann

Waiblingen-Hohenacker. Keine Umkleideräume, sondern Spinde, die mitten in der Fahrzeughalle in den Dieselabgasen der Feuerwehrfahrzeuge stehen; nur zwei Duschen für alle Feuerwehrmitglieder – auch für die Frauen: Das ist die Situation der Feuerwehrabteilung Hohenacker. Doch das wird sich ändern: Der Gemeinderat hat einem Anbau an das Feuerwehrgerätehaus für eine Million Euro grünes Licht gegeben.

Für den Waiblinger Feuerwehrkommandanten Jochen Wolf ist die Situation im Hohenacker Feuerwehrgerätehaus ein unhaltbarer Zustand: „Man zieht sich in der Fahrzeughalle um. Es ist laut und es stinkt wegen der Dieselabgase.“ Dazu kommt, dass den Feuerwehrfrauen ein eigener Umkleideraum mit Duschen zur Verfügung stehen müsste. Die beiden Duschen, die bei Bedarf von allen Feuerwehrmitgliedern genutzt werden, sind längst in die Jahre gekommen. Die riesigen alten Tore zur Halle quietschen und knarren beim Öffnen.

Getrennte Lagerräume für gereinigte und verschmutzte Kleider

Dass in die Feuerwehrhäuser investiert, ihre Ausstattung verbessert werden soll, hat der Gemeinderat bereits 2017 mit dem Feuerwehrbedarfsplan beschlossen. Nun macht er in Hohenacker den ersten Schritt. Für rund eine Million Euro wird entlang des Fußwegs an der Rückseite ein Anbau mit einem Umkleidetrakt erstellt. Platz finden soll dort ein Umkleideraum für Männer mit mindestens 50 Spinden, drei Duschen, zwei Toiletten und zwei Pissoirs. Ein etwas kleinerer Umkleideraum entsteht für die Frauen mit zehn Spinden, zwei Duschen und zwei Toiletten. Dazu kommen getrennte Lagerräume für gereinigtes und verschmutztes Equipment und Kleidung sowie Abstell-, Technik- und Nebenräume.

Reibungsloser Ablauf soll gewährleistet werden

Im Zuge der Baumaßnahmen werden nicht nur die Tore an der Fahrzeugshalle durch verglaste Tore ersetzt, sondern auch die Zugänge neu geordnet. Im Notfall – und der liegt bei Feuerwehreinsätzen ja fast immer vor – soll ein reibungsloser Ablauf gewährleistet werden. Heraneilende und heranfahrende Einsatzkräfte sollen ungehindert und ohne Begegnungsverkehr mit den abfahrenden Feuerwehrfahrzeugen ins Gebäude gelangen. Für die Feuerwehrleute werden acht feste Parkplätze ausgewiesen, weil es nach Angaben des Hohenacker Abteilungskommandanten Sebastian Kölz bei Veranstaltungen im Bürgerhaus öfter mal zu Engpässen kommt.

Baubeginn voraussichtlich im November

Das Gebäude soll als Holzbau erstellt werden, die Versorgung von Heizung und warmem Wasser über eine Wärmepumpe erfolgen. Der Energiebedarf dafür soll mit einer Fotovoltaikanlage auf dem Dach erzeugt werden. An der Außenwand muss die bestehende, sperrige Stahlbetontreppe zum Bürgerhaus entfernt und an anderer Stelle durch eine neue Stahltreppe ersetzt werden. Positiver Nebeneffekt: Die ständig verschmutzte, nicht einsehbare Problemecke wird verbessert. Baubeginn für den Anbau ist voraussichtlich November 2019, mit der Fertigstellung rechnet das Bauamt im August 2020.

„Super, dass es vorangeht“, freut sich der Waiblinger Gesamtkommandant Jochen Wolf. Die Feuerwehr brauche adäquate Bedingungen, um gut arbeiten zu können. Was nicht zuletzt auch die Abteilung in der Kernstadt betrifft: Hier laufen die Überlegungen für ein neues Feuerwehrgerätehaus, wobei vor allem noch kein geeigneter Standort gefunden wurde.


Die Abteilung

Zur Feuerwehrabteilung Hohenacker gehören 45 aktive Feuerwehrleute, 15 Jugendliche und 13 Angehörige der Alterswehr.

Auch drei Frauen und fünf Mädchen sind Mitglieder der Feuerwehrabteilung.

Abteilungskommandant ist Sebastian Kölz. 25 bis 40 Einsätze werden jährlich geleistet. Dabei unterstützt Hohenacker auch die anderen Abteilungen.

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