Waiblingen Idealer Platz fürs neue Feuerwehrhaus scheint gefunden

Komplizierte Ausfahrt aus dem Feuerwehrgerätehaus an der Winnender Straße. Foto: ZVW/Gaby Schneider (Archiv)

Waiblingen.
Kaum ein Tag vergeht, ohne dass es in der Stadt irgendwo raucht oder brennt. „Mindestens einmal, manchmal sogar drei- bis viermal am Tag rückt die Feuerwehr in der Kernstadt aus“, sagt Feuerwehrkommandant Jochen Wolf. Auch wenn die Waiblinger Wehr Bagatelleinsätze oft mit städtischen Mitarbeitern meistert und nicht jedes Mal alle Feuerwehrleute im Einsatz sind: Alle zwei bis drei Tage im Schnitt müssen die Mitglieder der Wehr ihre Arbeitsplätze verlassen, um irgendwo zu löschen oder bei einem Notfall zu helfen.

„Die kommen zu Fuß oder mit dem Fahrrad“

Dass diese Einsätze effizient und möglichst schnell verlaufen, hängt zu einem guten Teil von zeitgemäßen Feuerwehrgerätehäusern ab. Deren Modernisierung lässt sich die Stadt derzeit einiges kosten. Der Bau eines Erweiterungsbaus am Feuerwehrhaus Hohenacker für 1,1 Millionen Euro ist im Gange. Für das nächste Projekt, den Anbau ans Feuerwehrhaus Bittenfeld, steht die Detailplanung an. Der Förderantrag beim Land wurde bereits gestellt. Baustart für den 1,7 Millionen Euro teuren Anbau ist noch in diesem Jahr. 2021/22 soll die Sanierung der Umkleide- und Sanitärbereiche in Hegnach folgen. Zuletzt ist der Neubau des Feuerwehrhauses in der Kernstadt geplant - nun scheint dafür ein guter Standort gefunden zu sein.

Und das ist gut so. Denn an der Winnender Straße unweit des Bürgerzentrums gelegen, ist das derzeitige Feuerwehrhaus zwar von allen Seiten gut erreichbar. Doch das Gebäude liegt an einer Einbahnstraße, so dass die Feuerwehrleute bei einem Einsatz entgegen die Fahrtrichtung ausfahren müssen. Die wachsende Verkehrsdichte an der Hallenbad-Kreuzung, Verkehrsberuhigungsmaßnahmen und die Busbeschleunigung verzögern die Anfahrt – wertvolle Zeit geht verloren. Zudem reichen die vier bestehenden Parkplätze für die anfahrenden Feuerwehrleute bei weitem nicht aus. Mit der Folge, dass die Leute, die es zum Feuerwehrhaus geschafft haben, erst mal einen Parkplatz suchen müssen. „Wir sind tagsüber deshalb auf Mitarbeiter aus dem Rathaus oder Bauhof angewiesen“, sagt Kommandant Jochen Wolf. „Die kommen zu Fuß oder mit dem Fahrrad.“ Auch der Bau von Wohnungen für Feuerwehrleute steht deshalb auf der Agenda am neuen Standort.

Betriebshof und Feuerwehr an der Henri-Dunant-Straße

Der ideale Platz ist groß, zentral gelegen, gut angebunden – und offenbar gefunden. Weil der DRK-Kreisverband in der Nähe der Rundsporthalle einen Neubau plant, könnte an der Henri-Dunant-Straße beim Betriebshof das neue Feuerwehrhaus entstehen. Derzeit, hat Oberbürgermeister Andreas Hesky bei der Feuerwehr-Hauptversammlung berichtet, sei der Landkreis in enger Abstimmung mit der Stadt unterwegs, um die Grundstücke für ein neues Gebäude für den DRK-Kreisverband mit einer Leitstelle zu erwerben. Der Charme an der Planung: Der Betriebshof könnte modernisiert werden und die Feuerwehr dazukommen. Mit allen Synergieeffekten: „Die Feuerwehr und der Betriebshof könnten die Fahrzeug-Werkstätten und Waschhallen gemeinsam nutzen“, erklärt Kommandant Wolf. Zudem stünden nachts viele Parkplätze zur Verfügung, die von der Wehr genutzt werden könnten. Das alles klingt optimal – und so, als ob die Planungen gleich morgen beginnen könnten.

Doch viel Geduld wird die Feuerwehr noch brauchen, bis sie ihr neues Domizil eines Tages beziehen kann. Der Oberbürgermeister und sein Feuerwehrkommandant gehen von mindestens fünf Jahren aus, bis der DRK-Neubau steht und das Areal frei wird. Mit den Planungen will die Stadt aber starten, sobald klar ist, dass das Rote Kreuz seine Pläne tatsächlich umsetzen wird. „Wir sehen das realistisch“, sagt Jochen Wolf. Eile macht aus seiner Sicht bei einem so großen Vorhaben keinen Sinn, die Wehr brauche eine perspektivisch sinnvolle Lösung. „Es ist auch der Mannschaft klar, dass es noch länger dauern wird“, weiß Wolf.

Dazu kommt: Ein Feuerwehrhaus sei eine emotionale Angelegenheit. „Die Männer hängen an ihrem jetzigen Feuerwehrhaus.“ Deshalb habe man – allerdings erfolglos – auch geprüft, ob die bestehenden Gebäude ertüchtigt werden können.

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