Waiblingen Live-Musik genießen bis spät in die Nacht

Waiblingen. Ein milder Frühlingsabend, der selbst die hartnäckigste Couchpotato aus dem Polster lockt, dazu ein High-end-Programm, bei dem jeder Musikmuffel ein Angebot für sich entdecken konnte: Besser hätte sich die 9. Waiblinger Live-Musiknacht überhaupt nicht entwickeln können.

In den Straßen und Gassen der Altstadt grassierte zwischen Beinsteiner Torturm und Altem Postplatz das „Saturday Night Fever“ (engl. „Samstagnacht-Fieber“). Wohl brachte es das Blut zunächst eher langsam und bedächtig zur Wallung, aber dann mächtig. Weder durch den vom Umweltamt für die Zeit zwischen 20.30 und 21.30 Uhr im Gefolge der 13. „WWF Earth Hour“ verkündeten Blackout noch von der Aussicht, dass ihnen an diesem Abend durch die Zeitumstellung eine volle Partystunde gestohlen würde, ließen sich die Nachtschwärmer die Feierlaune verhageln.

Von Tanzstimmung in der Turmbar bis zu Brit-Musik im Irish Pub

„Sauvage“, französisch für „wild“, ging es am Samstagabend in der Turmbar zu, nachdem dort die Mannheimer Reggae-Band gleichen Namens das Heft in die Hand genommen hatte. Unter dem Motto „Wir bringen die Sonne auf die Bühne“ waren die Vollblutmusiker um den aus Barbados stammenden Leader und Gründer Nicholas Maxwell nicht zum ersten Mal in Waiblingen zu Gast und verstanden es wieder hervorragend, sowohl ihre treuen Fans zu begeistern, als auch neue zu gewinnen. Für Partystimmung und exotischen Flair sorgten nicht nur die eigenen Stücke, sondern auch die charakteristischen Arrangements, die sie gecoverten Hits überstülpten. Und es gab sogar Platz zum Tanzen.

Urig bodenständig präsentierte sich dagegen die Partyband „Firma Holunder“, Stimmungskanonen, die aus dem saarländischen Homburg angereist gekommen waren und mit unbändiger Spielfreude und jahrelanger Erfahrung nicht nur in Festzelten und Skihütten die Stimmung zum Sieden bringen, sondern am Samstag auch das Fidels Fritz im Schwanen.

Brexit hin, Brexit her, in Bobby’s Irishpub blieb man sich selbst und den Stammgästen treu: „Sounds like Manchester“ versprach im rappelvollen Haus die Stuttgarter „Acoustic-Britcover-Band The Pulz“ und entführte zu einer musikalischen Reise auf die Britischen Inseln: Vollblutmusiker auf der Bühne, vor sich ein zischendes Bier oder perlender Cider, neben sich angenehme Gesellschaft, mehr brauchte es nicht an diesem Abend für eine gelungene Pubparty. „Schade“, konstatierte eine Gruppe unternehmungslustiger Vierziger, sie seien wohl schon zu spät dran, um noch Plätze für sich zu ergattern, dann müssten sie es eben später noch einmal versuchen. Aber das sei ja das Schöne an dem Abend, man könne sich die Beiz aussuchen, in der man schließlich einchecke.

Das „Iguana“ befand sich zu jenem Zeitpunkt schon fest in der Hand von John Noville und seiner Fangemeinde. Der Waiblinger Lokalmatador hatte noch nicht angefangen seine Reggae- und Soul-Nummern loszutreten, da ballten sich am Eingang schon die ersten Besuchertrauben, neugierig beäugt von den Gästen des „Sachsenheimers“ gegenüber.

Und in der „Tenería“ neben der Rems begann das Duo Alex Papas und Renato Pantera seine brasilianische und World Music Performance mit einstündiger Verspätung. Wie einst bei Muttern im Haushalt, musste auch bei Stefanie Gleich erst aufgegessen und die Küche geschlossen werden.

Wer es an diesem Abend gern etwas ruhiger anging, der kam in der „Sonne“ voll auf seine Kosten. Dort stellte sich der Neckars-ulmer Paulo Simoes allein mit seiner Stimme und seiner Gitarre dem Publikum. Bereits mit seinem ersten Vortrag, Cat Stevens „Father and Son“, hatte er es eingesackt. Der Abend war gerettet!

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